Berlin, Berlin, wir waren in … ach

DFB-Pokalfinale, Borussia Dortmund – VfL Wolfsburg 1:3

Da mir aufgrund eines akuten “Ende der Saison”-Erschöpfungssyndroms mit schweren Symptonen von “Jürgen Klopp wird mir fehlen”-Blues und “Ich hab die Nacht durchgemacht”-Müdigkeit die Worte fehlen, wird der Bericht aus Berlin eher fotolastig ausfallen.

Was ich aber unbedingt loswerden muss: Es war trotz der Niederlage ein fantastischer Tag und eine lustige, lange Nacht in Berlin. Ich bedanke mich bei meiner zauberhaften Begleitung, die ich bis dahin nur übers Internet kannte, mich aber dennoch mit einer Karte fürs Spiel versorgt, viel gute Laune verbreitet und mich Landei zielsicher durch die Stadt geführt hat. Berlin und ich sind immer noch nicht die besten Freunde, aber unser Verhältnis wird besser. Das lag möglicherweise daran, dass Berlin bei diesem Besuch von den Farben her doch sehr an Dortmund gemahnte.

1Wecker

2Kaffee

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breitscheidplatz

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13Mannschaft

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15Siegerehrung

 

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17Goldelse

18Brandenburger Tor

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Danke BVB


Hinweis in fremder Sache

Die fantastische Anastasia ist mit anderStark.de wieder online!

Ich bin natürlich auch wieder/immer noch dabei. :-)


Fernbeziehung verboten?

Als ich am Samstag in der Schlange vor der Südtribüne stand und mich zentimeterweise vorwärts schob, um endlich eingelassen zu werden zur Mutter aller Derbys, musste ich hinter mir folgende Konversation mitanhören:

Typ 1: Ey, weißte wat – die meisten, die hier stehen, die sin gah nich aus Doatmund.
Typ 2: Ja, watten? Ich bin doch auch aus Berchkamen!
Typ 1: Ja, dat is ja auch okay. Aber alle, die so weiter als 200 km wech sind, dat sin alles so Schönwetter-Fans, die nur einma in Jahr im Stadion gehen und uns alle de Katten wechnehmen.

Ich hatte große Mühe, mir die einzig angemessene Antwort auf diese gequirlte Scheiße zu verkneifen, nämlich: Samma, has du Lack gesoffen?!

Denn schließlich falle ich ja auch in diese Kategorie – ich wohne mehr als 300 km vom Stadion weg. So ist das nun mal in diesen Zeiten: Die Menschen bleiben nicht immer an einem Ort. Aber die Echte Liebe, die nehme ich doch überall mit hin. Ich fahre nach Dortmund, so oft es geht, wenn ich nicht kann, nimmt mein Vater meine Dauerkarte und vertritt mich mehr als würdig. Mein Platz im Block 15 bleibt also nie leer. Ich bin ganz sicher kein Schönwetter-Fan, wie ich hier ja schon deutlich zu machen versucht hab. Darf ich meinen Jungs denn nicht wenigstens ab und zu nahe sein, wenn ich schon so weit von ihnen weg wohne? Wie soll denn eine Fernbeziehung sonst funktionieren? Und natürlich bin ich beim Derby dabei, DAS GEHT DOCH NICHT ANDERS!

Oder will man den vier Fans aus Regensburg, die der beste Freund am Bierstand traf und die so glücklich waren, endlich mal Karten für ein Spiel im schönsten Stadion der Welt bekommen zu haben, einen Besuch auf ewig verwehren, weil sie im falschen Bundesland wohnen? Oder den vier gutgelaunten Japanern, die auf dem Bahnsteig im Sekundentakt mit “SHINJI!” begrüßt wurden und jedes Mal lachend und gutgelaunt “KAGAWA!” zurückschrien?

Wer fordert, dass wir alle dem Stadion künftig fernzubleiben hätten, hat das mit der Echten Liebe aber mal so überhaupt nicht verstanden.

Der beste Freund wusste es dagegen so viel besser, als er mich zur Begrüßung auf der Südtribüne lange in den Arm nahm und meinen wegen der beschwerlichen Anreise miesepetrigen Gesichtsausdruck und das obligatorische “Ich hasse Menschen, ey” wegwischt mit: “Aber jetzt bist du doch zu Hause.”

So sieht’s nämlich aus.


Es hilft ja alles nix

“Es hilft ja alles nix” – ein Satz, der immer geht und den ich häufig sage. Ob ich mich mit Freunden in der Kneipe verabrede (“Es hilft ja nix – wenn keiner das Bier trinkt, wird es ja schlecht”), mich morgens zum Laufen aus dem Bett aus dem Bett quäle (“Hilft ja nix, wenn die Achillessehne nicht anständig gequält wird, tut sie morgen ja nicht weh”) oder zur Arbeit fahre (“Es hilft ja nix – bevor ich reich heirate, muss ich eben selbst die Miete verdienen”).

In jüngster Zeit aber seufze ich diesen bestimmten Satz immer häufiger im Zusammenhang mit Fußball. Ob der BVB verliert oder gewinnt, schlecht spielt oder Zauberfußball zeigt, oben oder unten in der Tabelle steht, ob ich jammer, resigniere oder den Rumpelfußball und die rote Laterne stoisch ertrage – es hilft doch alles nix. Wir müssen da durch. Wir alle. Zusammen.

“Auch in ganz schweren Zeiten
werden wir Dich stets begleiten,
Brussia, wir sind immer für Dich da” –

wenn wir so was auf der Tribüne singen (oder – je nach unseren gesanglichen Möglichkeiten – grölen), dann müssen wir auch dazu stehen. Ich musste mir zuletzt oft anhören, der Abstiegskampf sei ja für mich ganz neu, damit könne ich sicher nicht umgehen. Ich will auch nicht behaupten, dass mir das leichtfällt. Aber im Gegensatz zu Nicht-Borussen oder manchen Neu-Borussen weiß ich, dass die vergangenen paar Jahre nicht alles waren, was Borussia Dortmund ausmacht. Da die meisten Menschen die Gedächtnisspanne einer Stechmücke haben, denken sie bei Borussia Dortmund gerade nur noch an Meisterschaften, Hurra-Fußball, Pokalsieg, Double, Pokalfinale, Champions-League-Finale, in die Höhe gereckte Meisterschalen und Pötte, den Borsigplatz voller schwarz-gelb gewandeter Menschen, die ebenso übernächtigte wie glückstrunkene Mannschaft, die Dortmund in Schutt und Asche feiert.

Ich denke bei Borussia Dortmund aber auch dran, wie ich im Winter der Saison 2004/2005 (korrigiert mich, wenn ich das falsch im Kopf hab) in Hamburg in einer Kneipe saß und mir der beste Freund aus dem Stadion simste: “0:1 gegen Bielefeld verloren.” Sicher folgte noch ein gottloser Fluch hinterher, aber den habe ich vergessen. Was mir aber bis heute im Gedächtnis geblieben ist, ist diese Traurigkeit und Verzweiflung, die nicht nur daher rührte, dass ich nicht glauben konnte, dass man zu Hause gegen Bielefeld verlieren kann, sondern auch daher, dass der BVB damit auf einen Abstiegsplatz rutschte.

Was mir aber nie in den Sinn kam, war, meine Leidenschaft für den BVB aufzugeben oder zum Beispiel beim Eishockey zwischenzuparken, bis wieder bessere Zeiten kommen. Zum 1. Januar 2005 trat ich in den BVB ein. Im März 2005 beobachtete ich von der Redaktion in Hamburg die Eilmeldungen im Nachrichtenticker, um zu erfahren, ob mein Herzensverein die Insolvenz hatte abwenden könnte. Als die Meldungen im Sekundentakt über den Bildschirm flimmerten, dass das Undenkbare vorerst abgewendet, ging ich in die Teeküche, öffnete das Eisfach, von dem ich wusste, dass da von einer Kollegin selbstgemachter finnischer Salmiak-Schnaps drin war, und kippte einen Kurzen. (Ich denke, nach knapp zehn Jahren ist das verjährt, oder?)

Was auch viele vergessen: Die Zeiten wurden nicht sofort besser oder gar golden, als Jürgen Klopp bei uns Cheftrainer wurde. Wir wurden nicht sofort Meister, es gab viele finstere unentschiedene und vergurkte Spiele, in denen man die Qualität der Mannschaft allenfalls erahnen konnte. Wir haben ihm damals die Zeit gegeben, seinen Jungs sein Spielsystem beizubringen, und ich bin zuversichtlich, dass wir ihm auch jetzt die Zeit geben, alles wieder gut zu machen.

Liebe Leute, ich kenne also auch die anderen, die traurigen und die ganz traurigen Zeiten. Als ich in den Verein eintrat, stand dieser halb im Grab. Und ich wäre ihm ohne Zögern gefolgt – meinetwegen bis in die Kreisliga. Wenn ich mich einmal für jemanden entschieden habe, ist es für den denjenigen sehr schwer, mich wieder loszuwerden. Ich gehe dann für den durch die Hölle. Glaubt ihr echt, mich könnte die Aussicht auf die Zweite Bundesliga schocken?

Echte Liebe geht nicht kaputt. Ich bleibe bei euch. Es hilft doch alles nix.


Dat erste Ma in Stadion

Über die bezaubernde Frau Neverevertown und ihren Lieblingskollegen kam ich zu dieser Blogparade, die ja sehr offensichtlich nur für mich gestartet wurde. Denn ich wollte in diesem Jahr mehr schreiben, ich schreibe gern über Fußball, und ich brauche einen Anlass. Und da ich mich im Augenblick etwas schwer tue, mit der üblichen Begeisterung und mädchenhaftem Glitzerzuckergussüberzug über meine Borussia aus Dortmund zu schreiben, ist auch das Thema, #daserstemalimstadion, perfekt für mich. Denn früher war ja bekanntlich alles besser. Und schöner. Und hatte mehr Glitzer.

Mein erstes Mal im Westfalenstadion, das damals auch tatsächlich noch so hieß, fand am 19. September 2001 statt, der BVB spielte gegen Liverpool. Mein damaliger Freund, der zu dieser Zeit in Dortmund wohnte, hatte Karten besorgt. Denn auch wenn sein Herz der Borussia aus Gladbach gehört, sagte er: “Wenn man schon in einer Stadt wohnt, in der Champions-League-Fußball gespielt wird, sollte man da auch mal hingehen.” Dafür könnte ich ihn heute noch küssen, während er sich vermutlich heute noch deswegen ohrfeigen könnte, denn seitdem gehört mein Herz komplett den schwarz-gelben Jungs, mit denen ich bis dahin immer nur aus der Ferne sympathisiert hatte. Wären wir zum Bökelberg gegangen, wer weiß, ob ich nicht doch heute …? Aber so was Schändliches wollen wir mal gar nicht denken.

bvb_liverpool

Es mag ein Vorteil sein, das erste Mal als Erwachsener ins Stadion zu gehen, weil man sich dann besser an das Geschehen auf dem Rasen erinnern kann, aber ich gebe zu, dass ich nicht mehr viel weiß vom Spiel. Woran ich mich erinnere, sind vor allem einzelne Momente. Zum einen der Moment, in dem wir die Stufen zu unseren Plätzen hinaufstiegen und ich zum ersten Mal das Spielfeld von oben sah. Im Flutlicht. Ich wusste es damals noch nicht, aber ich hatte in diesem Augenblick ein Zuhause gefunden. Ein Zuhause zwischen 60.000 (oder später 80.000) gleichgesinnten Bekloppten, ein Zuhause, in dem es nach Blut, Schweiß, Tränen, Bratwurst und Bier roch, nach ehrlicher Arbeit (Jan Koller), Filigrantechnik (Tomáš Rosický), nach rauschhaften Siegen und bitteren Niederlagen. Wie ich hier mal schrieb, hab ich immer gedacht, dass mir tausend Wows durch den Kopf schossen, aber vermutlich habe ich gar nichts gedacht, sondern nur die Stimmung aufgesogen und mit großen Augen geguckt. Vor allem auf die Süd, für die ich nur wenige Monate später eine Dauerkarte erwerben sollte. Übrigens auch dank meines damaligen Freundes.

Der erste Blick aufs Spielfeld zu Beginn des Stadionbesuchs hat für mich übrigens bis heute nichts von seiner Faszination verloren. Und jedes Mal seufze ich, wenn ich an meinem Platz angekommen bin: “Endlich wieder zu Hause.”

Das Spiel fand kurz nach den Anschlägen auf das World Trade Center statt, und es gab eine Schweigeminute für die Opfer. Es regnete fast die ganze Zeit, und so laut es vorher auch gewesen war – bei der Schweigeminute war es so still, dass man den Regen aufs Dach prasseln hörte. Ich hatte bis dahin nicht gewusst, dass Tausende Menschen so still sein können.

Das Spiel begann, und es endete nach 90 Minuten mit 0:0. Vielleicht weiß ich deshalb nicht mehr so viel davon. Aber wie soll man sich auch Spielzüge oder Torchancen merken, wenn man gerade sein Herz verloren hat und am Anfang einer großen Liebesgeschichte steht?


Wichtig, wichtig, wichtig

Während ich auf Maui so oben auf dem Krater stand und mir angesichts des unfassbar schönen Anblicks des Sternenhimmels samt Milchstraße die Tränen kamen, fuhr mir wieder dieses “mehr braucht man nicht” durch den Kopf, über das ich in meinem Urlaubstagebuch schon einmal geschrieben hatte.

Ich schaute ins Universum und dachte an meine eigene kleine Welt zu Hause. Diese kleine Welt, die weniger als ein Staubkorn im All ausmacht und die einem doch so wichtig erscheint. Ich dachte daran, was alles zu dieser Welt gehört, was mir alles wichtig ist. Zu meiner Welt gehören zum einen viele, sehr unterschiedliche Menschen und viele, sehr verschiedene Dinge und Erlebnisse. Ich hab mir die Welt über die Jahre so zusammengebaut, wie sie für mich richtig ist, einiges wurde von außen dazugetragen, ohne, dass ich etwas dafür konnte. Menschen, die mir über den Weg gelaufen sind, der Job, den ich jetzt habe, Fundstücke, die mir in den Schoß gefallen sind, Menschen und Dinge, die mir genommen wurden und die Lücken und Narben hinterlassen haben, die nun ebenfalls Teil meiner Welt sind.

Meine Welt ist schon ziemlich gut austariert und gefüllt, und doch ist immer noch Platz für mehr. Klar, das Leben geht ja weiter, es kommen und gehen ständig Menschen, Sachen gehen kaputt, werden ersetzt.

Im Moment hänge ich sehr an meiner BVB-Ruhrpott-Tasse, einem Ring, den meine Eltern mir mal geschenkt haben, als wir vor 35 Jahren mal an der Ostsee waren und in dem eine kleine Muschel eingeschlossen ist; ich mag die Übergabe-Mails des Lieblingskollegen, die immer mit “Guten Morgen, liebe Kirsten” anfangen, ich hab ein paar Klamotten, die ich um nichts in der Welt eintauschen möchte, ich mag das Meer und den Wald, die Sofadecke, die ich mir gerade nähe, werde ich sehr lieben, ich mag meine Elche und den Mond; ich hab eine fantastische Familie und großartige Freunde. Das und noch viel mehr gehört zu meiner kleinen Welt und kommt mir gar nicht klein vor.

Aber dann reist man durch die Welt, schaut sich um und sieht noch so viel mehr kleine Welten. Jeder hat seine Lieblingstasse, ein schönes Schmuckstück, gute Freunde, liebe Kollegen und mag vielleicht den Mond. Mancher hat einen Schrebergarten, einem anderen reicht ein Balkon mit Kräutertöpfen, einer macht Handarbeiten, eine fertigt Puppen, einer mag rosa Glitzer, der andere den Geruch von Sägemehl. Jeder hat sein eigenes Universum, das ihm Halt gibt.

Doch so wichtig es einem auch erscheinen mag – im Grunde ist es doch völlig wurscht, wer welche Lieblingstasse hat oder ob einer Elche besser findet als Teddybären. Nichts davon ist wichtig oder etwas Besonderes., dafür sind wir viel zu klein und zu unwichtig. Es besteht doch also keine Notwendigkeit, sich dieses Leben hinter unter schwerer zu machen, als es eh schon ist und anderen Leuten die eigene Meinung aufdrücken zu wollen.


Was soll, kann, muss ich tun?

Eigentlich steht ja hier schon alles – und zwar viel besser, als ich es jemals ausdrücken könnte. Aber so zwei, drei eigene Gedanken muss ich nun doch noch loswerden.

Der feige Anschlag auf die Redaktion von “Charlie Hebdo” in Frankreich hat mich fassunglos gemacht. Ich kann noch immer nicht begreifen, dass jemand für etwas, das ich als eines unserer wichtigsten und richtigsten Kulturgüter erachte, nämlich die Presse- und Meinungsfreiheit, sterben muss. Dass Kollegen hingemetzelt werden, weil sie sich  nicht verbiegen lassen, weil sie nicht klein beigeben, sich nicht den Mund verbieten lassen, weitermachen, weil sie das, was sie tun, für richtig halten. Das mögen manche für blöd, leichtsinnig und irre halten, ich bewundere das. Und ich überlege, ob ich das auch getan hätte.

Ich muss nicht lange überlegen – ich weiß, dass ich feige wäre. Zu feige.

Und dennoch – ich weiß, dass ich etwas tun muss. Irgendwas. Ich muss was tun, damit die Idioten und Arschlöcher da draußen nicht gewinnen, wie ich ja hier vor nicht allzu langer Zeit schrieb. Aber wenn mein Leben in Gefahr wäre, würde ich vermutlich die Beine in die Hand nehmen und rennen. Oder eben schweigen. Töten ist eine neue Dimension. Damit komme ich nicht klar.

Aber eigentlich will ich etwas tun und etwas sagen. Ich kann doch nicht zulassen, dass etwas, woran ich neben der Presse- und Meinungsfreiheit noch glaube, nämlich das Recht aller Menschen auf ein friedliches Leben in Freiheit und ohne Angst, in Gefahr gerät, weil ein paar durchgeknallte Idioten beschließen, dass sie das, was sie für richtig halten, mit Waffengewalt und Terror durchsetzen müssen.

Aber was kann ich tun? Was soll ich tun? Was muss ich tun?

Muss ich mich zum Beispiel mit diesen Pegida-Idioten auseinandersetzen, obwohl ich doch weiß, dass man deren verqueres Weltbild mit guten Argumenten und Worten nicht geraderücken kann? Soll ich mich an denen abarbeiten, oder lasse ich sie stehen wie ein ungezogenes Kind, das im Supermarkt einen Tobsuchtsanfall bekommt und nur Aufmerksamkeit will? Hilft es eher, wenn ich diesen Vollpfosten ständig und andauernd Paroli biete, oder ist das zu viel der Aufmerksamkeit? Andererseits – wenn ich nichts tue, gewinnen diese Bewegungen vermutlich noch viel mehr Anhänger, weil wir Guten es versäumt haben, verirrte Seelen auf der Suche nach Orientierung (oder einem Feindbild, je nach dem) frühzeitig vom falschen Weg abzubringen. Aber wenn wir früh genug ansetzen, gibt es vielleicht eine Chance. Denen die Bretter vom Kopf zu reißen, die sowieso schon vernagelt sind – das wird schwer. Aber vielleicht können wir dafür sorgen, dass sie nicht noch allzu viele andere Leute auf die dunkle Seite ziehen. Das muss doch zu schaffen sein.


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