Sark – das Schöne

Nachdem ich mich ja hier bereits erleichtert hatte, was die Dödel angeht, die dummerweise am selben Tag mit mir auf Sark sein mussten, kommen wir nun zum schönen Teil.

Was für ein schönes Fleckchen Erde ist das doch. Ich muss hier noch einmal hin, und dann vielleicht gleich für ein paar Tage. Ich hab so viel über den Sternenhimmel über Sark gelesen, allein das wäre wohl schon eine Reise wert.

Aber auch am Tag ist es sehr, sehr schön hier, mit sehr entspannten Menschen (nicht die Touristen, aber das versteht sich vermutlich von selbst, ne).

Willkommen auf dem Klippenwanderweg, wo keine, aber auch wirklich überhaupt keine Touristen sind, nur Blümchen, Seewind und Sonne.

Und plötzlich, wie aus dem Nichts, eine Taverne. Ich mag diese Insel.

Was für ein bezaubernder kleiner Ort.

Was für ein hübscher kleiner Knast:

Und immer wieder ein grandioser Blick.

Am Ende eine langen staubigen Weges voller Menschen mit Rädern, die sich ausgerechnet den Tag auf Sark ausgesucht haben, um Radfahren zu lernen: Little Sark.

Den berühmten Übergang zu Little Sark, der sich in jedem Reiseführer findet,  konnte ich erst auf dem Rückweg fotografieren, als die meisten anderen Leute schon woanders waren.

Das Pilcher-Monument, das nichts mit der Schriftstellerin zu tun hat. Um das herauszufinden, bin ich da überhaupt nur hingegangen. Und wurde mit einer hinreißenden Aussicht belohnt.

Ob ich auch noch in die Seigneurie gehe, hab ich lange überlegt, mich dann für einen Schnelldurchlauf entschieden – und wurde nicht enttäuscht. Was für ein schöner Garten, was für tolle Blumen und wie viel Ruhe und Frieden. Am Ende war ich ganz farbbetrunken.

Wie spät ist es? Happy o’clock.

Viel zu früh war es wieder Zeit, den Rückweg anzutreten und zum Hafen zurückzugehen. Ich hatte eigentlich noch mal am Leuchtturm vorbeischauen wollen, aber aufgrund meines Orientierungssinns, den noch eine Bratwurst schlecht aussehen lassen würde, musste ich das Vorhaben abbrechen. Besichtigen kann man ihn sowieso nicht, aber ich hätte halt gern noch ein Foto von oben gehabt.

Alles in allem war es ein sehr schöner Tag, und ich bin fast 15 Kilometer über die Insel gelaufen. Wenn ich jetzt noch lerne, andere Menschen komplett auszublenden, wird es perfekt.

Sark – die Tirade

Da freut man sich schon eine ganze Weile darauf, endlich seine Kanalinsel-Sammlung komplett zu machen und bucht, während man auf Jersey ist, den Tagestrip nach Sark und freut sich und freut sich und freut sich noch ein bisschen mehr, und dann kommt endlich der Tag und es ist bestes Wetter und man freut sich so sehr auf diese schöne Insel, von der man schon so viel gehört hat und die so toll sein soll und dann …

Dann passieren einem die Leute. Deswegen kommt an dieser Stelle erst mal ein Rant über Sark, bevor wir zu all dem Schönen kommen, das an diesem Tag natürlich auch noch passiert ist.

Es begann damit, dass ich am frühen Morgen das Terminal am Albert Pier betrat, an dem es losgehen sollte. Außer mir war nur noch ein älteres Ehepaar da, das sich als deutsch entpuppte. So weit, so na ja. Irgendwo müssen die ja auch Urlaub machen. Aber weit hinten in meinem Hinterkopf klingelte bereits das Glöckchen, das mich mit unfehlbarer Sicherheit auf Problemrentner hinweist. Und siehe da, kaum drehte ich dem männlichen Teil des Paares den Rücken zu und es sah meinen BVB-Rucksack, hörte ich auch schon ein „Oh.“ Gefolgt vom unvermeidlichen „Ein BVB-Fan“. Ich verließ wortlos das Terminal.

Draußen im Sonnenschein wünschte mir ein freundlicher Jerseyaner einen „lovely morning“, was den Tag gleich wieder etwas rettete. Aber dann …

Als der Schalter zum Einchecken geöffnet wurde, konnten sich natürlich alle richtig und zivilisiert anstellen – außer den Problemrentner. Nach dem Einlass zum Gate warteten alle ruhig und zivilisiert im Warteraum – außer den Problemrentnern. Sie pöbelte ihn an, warum er denn nicht da gewartet hatte, wo sie ihn hingesetzt habe, er grantelte irgendwas zurück und dauernd drängelten sie, weil ja sicher mehr Tickets verkauft wurden, als das Boot Sitze hat und da muss man ja sehen, dass man früh dabei ist. Selbstverständlich war das Boot halb leer, es war ja noch Vorsaison, aber das nur am Rande.

Kaum saß ich (natürlich weiß weg von den beiden Schergen), setzten sich in der Reihe vor mir gleich wieder Deutsche hin und beschwerten sich, dass die Fenster der Fähre dreckig seien. Man hätte die doch wohl putzen können. Sicher, damit das Spritzwasser sie sofort wieder schmutzig macht, hervorragende Idee. Warum sind Leute so? Warum sucht man am schönsten Sonnentag auf einem Ausflug zuerst das, was vielleicht nicht so toll ist? Warum?

Die Problemrentner vom Morgen stritten sich derweil auf der anderen Seite des Bootes weiter darum, wo sie sitzen wollten. Die Sitze, die sie sich zuerst ausgesucht hatten, waren ihm wohl nicht genehm. Oder ihr. Im Kern ging es wohl darum, alles blöd zu finden, was der jeweils andere vorschlug. Ich war kurz davor, getrennte Ferien vorzuschlagen.

Auf Sark angekommen, wartete ich, bis die meisten Leute weit weg waren, stiefelte dann hinterher Richtung Ortskern und bog gleich, als ich das Schild „Cliff Path“ entdeckte, dort hoch. Weit weg von all den anderen Menschen, weit weit weg. Aaaah, Luft, Wasser, schöne Aussicht.

Der nächste Clash ließ aber nicht lag auf sich warten. Als ich am Übergang zu Little Sark stand, und eigentlich nur Luft und Licht genießen wollte, wurde ich zuerst von den kreischenden Gruppen gestört, die auf dem Hügel rumhüpfen und dumme Bilder machen mussten, dann davon, dass mich ständig jemand anquatschte, ob ich nicht ein Foto von ihm machen könne. Als ich freundlich ablehnte, bekam ich zu hören, das sei aber nicht der „spirit of Sark“. NO. THE SPIRIT OF SARK IS TO BE A DECENT HUMAN BEING AND NOT AN ASS AND LET PEOPLE ENJOY THEIR FUCKING WELL-EARNED HOLIDAYS.

Bitch.

So.

Gefährlich nah am Ghost Hill

Na hoppala, da hätten wir jetzt aber vor lauter Eisfresserei und gucken fast vergessen, dass wir ja noch einen Spaziergang machen wollten, der Elch und ich. Außerdem hatte ich mich kurz mit dem Busfahrplan vertan und gedacht, ich käme heute gar nicht mehr nach Portelet, aber dann ging es doch. Und meine Güte, was ist denn das für eine bezaubernde kleine Bucht? Hier muss ich unbedingt noch mal hin. Heute Abend aber ging es in die andere Richtung, nämlich zurück Richtung St Aubin, weil ich nämlich auch die ganze Zeit mal zum Noirmont Point möchte.

Und was war das wieder wunderbar. Das war bislang wirklich die schönste Wanderung, die ich bislang in diesem Urlaub gemacht hab. Das Wetter war wie immer fantastisch, der Wind angenehm frisch, das Meer freundlich, und zu viele Leute liefen mir auch nicht über den Weg. Kinners, kann mich denn nicht endlich einer heiraten, damit ich hier bleiben kann? Ich brauch auch nicht viel. Ich möchte einfach nur hier sitzen.

Und auch auf diesem Spaziergang wartete natürlich eine Geschichtslektion auf mich. Willkommen in der Batterie Lothringen. Das Ganze ist eine ziemlich weitläufige Anlage, deren komplette Ausmaße sich einem erst allmählich erschließen.

Die Türen zu den einstigen Mannschaftsquartieren, Bunkern und Munitionskammern sind heute natürlich verschlossen, aber trotz aller Faszination – dunkle muffige Räume, in denen vielleicht noch ein paar alte Nazi-Generäle spuken, hab ich ja nun auch schon zur Genüge gesehen.

Aber gehen wir doch lieber weiter zu ansehnlicheren Überbleibseln der Geschichte. Da war er endlich, der hübsche kleine Leuchtturm, den ich schon am ersten Tag in St Helier von St Aubin’s Bay aus gesehen hatte:

Der Rückweg nach St Aubins führte ausnahmsweise mal nicht an der Küste lang, sondern durch einen kleinen Wald, und ich glaube, ich war nicht so weit weg von dem Ort, der auf meiner Karte als „Ghost Hill“ verzeichnet ist. Dort hatte wohl mal ein Haus gestanden, aus dem nachts Schreie drangen, die die Nachbarn vom Schlafen abhielten und vermutlich auch die geistige Gesundheit gefährdeten. Also riss man das Haus ab, baute aber ein neues mit den alten Steinen (Amateure, ey), woraufhin das Schreien wieder losging. Diese Geschichte hab ich aber erst später recherchiert, weswegen ich meinen Spaziergang im Wald genießen konnte, ohne mir vor Angst in die Hose zu machen. Das ist ja auch was wert.

Kinners, was hab ich es gut in diesem Urlaub.

Meerblick mit Eis

„So that was your morning being taken care of. What are you planning for the afternoon?“, fragte mich der freundliche Herr im Maritime Museum, und ich musste nicht lange überlegen. Erst mal ein Päuschen am Strand, vielleicht eine Kleinigkeit essen und dann noch einen Spaziergang, wo, wisse ich noch nicht so genau.

Also begab ich mich erst mal zurück zur Promenade, amüsierte mich unterwegs über die Beschreibungen der Windstärken am alten Hafen und holte mir anschließend was Gesundes und Nahrhaftes zu Essen.

Setzt die Segel!

Liebe Eltern, Kinder, Elchbesitzer, Freunde des Meeres und der See, wenn ihr mal auf Jersey seid, aber nicht so richtig Bock auf Museum habt, geht trotzdem in eins, und zwar ins Maritime Museum nahe des Old Habour. Es ist einfach so toll, dass man es wirklich nicht verpassen sollte. Am Ende ist man vollgestopft mit Infos, hat wie ein Kind rumgespielt und viel gelacht, weil die Ausstellungsstücke so bunt und manchmal albern sind. Man kann gucken, lesen, ausprobieren, es ist ein herrlicher Spielplatz. In herrlicher Umgebung übrigens:

Es hat sogar seinen eigenen kleinen Leuchtturm.

Drinnen gibt es einen überaus freundlichen älteren Herrn, der die Tickets verkauft und einem erst mal erklärt, wo man hin muss und überhaupt sehr in Plauderlaune ist.

Dann aber mal kopfüber hinein ins Meer, wir starten an einem gestrickten Korallenriff, …

… reiten die Wellen …

… und lassen den Teufel aufsteigen.

Für Elche gibt’s Möpse.

Der folgende Raum hat mir mit am besten gefallen: Hinter kleinen Kästen an der Wand und aufklappbaren Flaschen verbergen sich Geschichten und Geschichte, Fotos, Infos und kleine Rätsel. Man kann auf einem Schiff herumklettern, wie die Kinder der Leute neben mir Pirat spielen, die Signalhörner betätigen und alle Mögliche über Knoten lernen.

Auf der großen Weltkugel kann man vier verschiedene historische Schiffsrouten nachverfolgen, ein Erzähler berichtet von den Unwägbarkeiten und Abenteuern, die der Crew begegneten, während man mit dem kleinen Schiffchen rund um die Weltkugel mitläuft und sich gar nicht sattsehen kann an den ganzen Details,  Vulkane, Haie, Monster – was einem auf offener See eben so begegnet.

Auf Ideen bringt einen die Ausstellung auch noch, wobei es vermutlich weniger auffällige Methoden gibt, Waren aus dem Hafen zu schmuggeln, als diesen nur ganz leicht aufgebauschten Rock.

Ganz besonders zauberhaft fand ich die winzigkleinen Figürchen zum Ende der Ausstellung, die sich auf Knopfdruck bewegen.

Vor allem die anatomische Korrektheit gerade der weiblichen Figuren fand ich prima getroffen.

Da wundert es nicht wirklich, dass die Meerjungfrau nur auf dem Rücken schwimmen kann.

Und für die, die am Ende noch nicht genug gesehen haben, gibt es sogar noch ein kleines Kino. Dafür war ich aber schon zu überladen mit Eindrücken und Informationen.

Zwischen „Gute Nacht“ und „Teufelsloch“

Was ja hier auf Jersey auch sehr schön ist, sind die Namen der Buchten. Diese hier zum Beispiel heißt: Bonne Nuit Bay, also Gute-Nacht-Bucht. Keine Ahnung, ob man hier besonders gut schlafen kann, aber schön was zu gucken gibt es in jedem Fall.

Dieses entzückende kleine Leuchtfeuer, Sorel Point, sieht man zuerst gar nicht, aber es lässt sich da hervorragend sitzen und gucken.

Etwas mulmig wurde mir dann, als ich durch eine Herde wilder, ungezähmter Bestien wandern musste, aber zum Glück ließen sie mich in Ruhe.

Beim Wandern an Küsten finde ich es ja immer interessant, mal vor und zurück zu schauen und zu denken, ach guck, eben war ich doch noch da drüben. Der kleine weiße Fleck dort auf dem Felsen ist Sorel Point.

Zum Abschluss schon wieder eine Wiese voller Monsterbestien, diesmal sogar mit Hellboy-Hörnern. Auch diesmal kam ich so gerade mit dem Leben davon.

Ob das schweißtreibend war? Ach was, kein bisschen.

Unterwegs fürs Seelenheil

Da ich für den Nachmittag eine Wanderung zum Devil’s Hole geplant hatte, schien es mir eine gute Idee, am Vormittag noch mal ein bisschen in die Kirche zu gehen und was für mein Seelenheil zu tun. (Ich gebe zu, es war Zufall, dass ich an der Parish Church of St Helier vorbeikam, aber sie stand eh auf meiner Liste, also warum dann nicht mal reinschauen?)

Und es ist auch wirklich eine sehr hübsche, idyllische Kirche.

Mit sehr schönen Glasfenstern …

… und einer blauen Madonna.

Und, was mir schon in mehreren Kirchen im Königreich aufgefallen ist: Es gibt Kinderecken. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wofür – für die Zeit, wenn Gottesdienste sind? Oder für allegemeine Spielgruppen? Auf jeden Fall hätte ich hier als Kind viel eher das Gefühl, willkommen zu sein, als in den katholischen Kirchen meiner Kindheit, in denen Kinder gerne von berufsmäßig schlechtgelaunten alten Damen angefahren wurden, jetzt aber endlich mal still zu sein.

So, jetzt aber mal auf zum entgegengesetzten Ende der moralischen Skala.

Auf Knien in die Vergangenheit

Für diesen Text spulen wir die Geschichte mal ein ganzes Stückchen zurück. Noch ein Stück, noch ein Stück, ja, noch ein Stück, bis in die Zeit zwischen  3100 und 2600 v. Chr., wenn es genehm ist. Angekommen?

Denn in dieser Zeit, so vermutet man, entstand der Dolmen La Hougue Bie, ein mehr als imposanter und im Inneren auch ein wenig unheimlicher Steinhaufen in Grouville. Rundherum aber gibt es viel zu sehen, eine Ausstellung zu Ausgrabungsfunden auf Jersey und der geologischen Entwicklung der gesamtem Gegend, außerdem eine Gedenkstätte für Zwangsarbeiter sowie zwei kleine Kapellen oben auf dem Hügel.

Ich muss gestehen, dass ich zunächst gar nicht begriffen habe, dass dieses kleine viereckige Loch da unten tatsächlich der Eingang zum Dolmen ist.

Ja, genau das:

Das, wo den kleinen verängstigten Elch keine zehn Pferde hineingebracht hätten.

Dabei wäre der Elch der Einzige gewesen, der diese außergewöhnliche Stätte aufrecht hätte betreten können, ohne die Schaufeln, äh, den Kopf einziehen zu müssen.

Unsereins aber musste sich auf die Knie runterlassen und etwa zehn Meter im Kriechgang zurücklegen, um in die eigentliche Grabstätte zu gelangen. Ob es sich dabei allerdings wirklich um ein Grab handelt, ist wohl nicht ganz klar. Es wird eher angenommen, dass es sich dabei um eine Art Verehrungsstätte handelt, sozusagen eine Kirche, lange bevor das Christentum diesen Teil der Welt erreichte.

In jedem Fall aber befindet man sich in La Hougue Bie in einem der zehn ältesten Gebäude der Welt, und allein diese Tatsache lässt einen schon kurz innehalten und über die Winzigkeit der eigenen Existenz nachdenken.

„Feel the heart of this place of worship“, heißt es auf der Homepage des zugehörigen Museums, aber das geht nur so lange, wie man sich allein dort drinnen befindet. Wenn erst mal ein von der Anstrengung schnaufender, fast zwei Meter großer Amerikaner neben einem in der kleinen, dunklen Kammer steht, ist es mit der Andacht recht schnell vorbei.

So hell wie auf meinen Bildern ist es übrigens nur wegen des Kamerablitzes. In Wahrheit umschließt einen ein Dämmerlicht, an das man sich erst gewöhnen muss, und das einem umso unheimlicher erscheint, wenn man sich umdreht und sieht, wie die Nachmittagssonne durch den Eingang zu einem hereinzukriechen versucht, es aber nicht schafft, die ganze Kammer zu erhellen.

Gerade in diesem Licht erscheint es aber auch etwas unheimlich, dass die Menschen vor 6000 Jahren La Hougue Bie vermutlich als eine Art Brücke zwischen der Welt der Toten und der der Lebenden ansahen. Mit Betreten des Dolmens verließ man die Außenwelt und betrat eine Art Zwischenreich, in dem es möglich war, Kontakt mit den Toten aufzunehmen, sie um Rat zu fragen oder um Schutz zu bitten. Wie genau die Rituale damals aussahen, lässt sich heute nurmehr erahnen, doch neben der Verehrung der Vorfahren stand auch die Verehrung der Sonne im Mittelpunkt.

Zu einer bestimmten Zeit im Frühjahr und dann wieder im Herbst erhellte die Morgensonne dieses Reich der Vorfahren und zeigte an, wann es Zeit war zu säen und wann die Zeit der Ernte gekommen war. Wie faszinierend ist das bitte?

Doch auch oben auf dem Hügel gibt es noch ein bisschen was zu sehen, wenn auch nicht ganz so alt. Die ältere der beiden auf dem Hügel errichteten Kapellen trägt den schönen Namen „Our Lady Of The Light“ und wurde im 12. Jahrhundert gebaut. Einer der Gründe dafür war vermutlich, auf den heidnischen Dolmen wortwörtlich was Christliches zu setzen, denn wo kommen wir denn dahin, wenn einfach jeder die Sonne anstatt den Herrgott anbetet.

Die Jerusalem Chapel dagegen wurde im 16. Jahrhundert gebaut, in der Reformation kaum noch gebraucht und verfiel dann auch leise vor sich hin. Eine Krypta gibt es auch noch, aber die war erstens nicht zu betreten und mir auch zu unheimlich.

Also erst mal Kekse essen. In der Sonne. Ist ja schließlich immer noch Urlaub.

Von Andenbär bis Zweifarbentamarin

Der Elch hatte für den heutigen Tag einen Besuch im Zoo geplant, und was soll ich sagen: Es war fantastisch. Was für ein schöner, bunter Tierpark, in dem es vor allem wirklich um die Tiere geht und nicht darum, dass die Leute sie anschauen können. In jedem Gehege gibt es Rückzugsmöglichkeiten, und manchmal konnte man trotz intensiven Suchens kein einziges Tier entdecken. Weil es lieber irgendwo in einer stillen Ecke pennen wollte oder fressen oder sich einfach mal in Ruhe am Hintern kratzen.

Es geht vor allem um den Tier- und Naturschutz, es gibt Auswilderungsprogramm, und wenn die Tiere alt werden, gibt es ein Rentengehege (zumindest für Papageien). Man kommt teilweise recht nah an die Tiere ran, aber die meisten Besucher benahmen sich respektvoll und hielten Abstand.

Und weil ich auch den ganzen Vormittag nur geguckt und geknipst hab, lass ich die Fotos hier fast ohne Text stehen. Nur eins noch: Wenn ihr mal auf Jersey seid – geht in den Zoo! Unbedingt!

Darum:

Jetzt muss ich nur noch sehen, wie ich einen Lemuren, einen Gorilla und einen Orang-Utan in meinen Koffer kriege, ohne dass der Zoll was merkt.