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Keine Bilder im Kopf

Auf meiner ersten Kanada-Reise 2011 fragte mich jemand aus meiner Reisegruppe, warum zum Teufel ich denn so viele Fotos machen müsse. Sie selber brauche das nicht, sie genieße das Leben lieber nicht durch eine Linse, sondern habe die schönsten Bilder eh alle im Kopf. (Und im Übrigen hatte sie einen Mann, der die ganze Zeit so ziemlich alles knipste, was ihm vor die Nase kam, aber das nur am Rande.)

Die Antwort auf die Frage, warum ich so viel fotografiere, ist ganz einfach: Weil ich es kann und weil ich es will.

Ich habe mich wirklich lange gegen Digitalfotografie gesperrt, weil ich ein sehr altmodischer Mensch bin, der Veränderungen hasst. Heute liebe ich meine digitale Spiegelreflexkamera und vor allem die Speicherchips, auf die ich im übertragenen Sinne Tonnen von Fotos speichern kann. Ich nämlich weit davon entfernt, die beste Fotografin aller Zeiten zu sein, und für mich ist es fantastisch, sofort alles sehen und zur Not wieder löschen zu können, weil ich Murks gemacht hab. Als ich nämlich eben schrieb, ich „fotografiere“, war das maßlos übertrieben, ich hätte besser schreiben sollen, ich „knipse“. Vor allem dafür liebe ich meine Kamera, sie gleicht nämlich aus, was ich so zusammendilettiere. Und was die Kamera nicht rettet, dilettiere ich dann mit Photoshop zu verdammten Meisterwerken zurecht.

Ich neige außerdem dazu, meine Urlaube in Landschaften zu verbringen, die von solcher Schönheit sind, dass es einem den Atem raubt. Und in einer solchen Umgebung möchte ich mich nicht auf die 36 Fotos beschränken, die die Filme früher hatten und voller Sorge daran denken müssen, dass mich das Entwickeln der Fotos nach dem Urlaub in etwa genauso viel kosten wird wie die Reise selbst. Ich will draufhalten können wie bekloppt und alles, aber auch alles festhalten. Und weil meine Kamera so viel kann, bin ich mit dem Knipsen auch immer relativ schnell fertig und habe immer noch genug Zeit zum Gucken und Genießen. Denn das ist mir schon wichtig. Ich will die Welt nicht nur durch die Linse wahrnehmen, ich will sie schon auch in echt sehen und über sie staunen.

Und dann dieses Fest, wenn ich wieder zu Hause  bin und die ganze Reise noch einmal auf einem größeren Bildschirm erleben kann – und zwar wieder und wieder und wieder, wann immer mir nach Hawai’i, Alaska, dem Yukon oder New York oder was auch immer ist. Denn ich gucke mir die Bilder auch nach dem Urlaub noch relativ häufig an, und das ist jedes Mal wie noch ein kleiner Urlaub. Möglich, dass andere das alles im Kopf haben, mein Hirn ist voll mit Songtexten aus den 80ern, der Erinnerung daran, wo ich mein Auto abgestellt habe und Gedanken daran, wie ich Jungs verprügele, die mich im Kindergarten an den Haaren gezogen haben. Und irgendwann, wenn ich mal wieder anfangen sollte zu malen, hab ich dermaßen fantastische Vorlagen, dass alle grün vor Neid werden. So. Deswegen die vielen Fotos. Und jetzt lasst mich, ich muss die Kamera für den Island-Urlaub vorbereiten.


Hellblau

hellblau

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Lila

Lila?
Mag ich nicht.

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Hier sollte eigentlich ein Foto stehen, aber WordPress möchte heute nicht, dass ich Fotos einfüge.


Pink

pink

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Dunkelrot

dunkelrot

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