Segelschiffe und bunte Fenster

Ach, es ist fantastisch hier. Man ist fix überall zu Fuß (na gut, nicht immer so richtig fix, weil es ständig hoch und runter geht, aber zumindest braucht man keinen Bus), und wenn es einem an der einen Küste nicht mehr gefällt, geht man eben zur nächsten.

In der Stadt selbst war erstaunlich viel los, die Geschäfte waren voll, bei nur knapp mehr als 2400 Einwohnern kannten sich auch fast alle, jeder sprach mit jedem, alle waren gut gelaunt.

Heute Morgen fand ich eher zufällig das Cricket Field, von wo aus man einen schönen Blick auf Braye Harbour hat.

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Und in dem Moment, in dem man denkt, schöner kann es jetzt aber auch nicht mehr werden, schiebt sich ein Segelschiff in den Hafen. Das ist doch lächerlich schön, ey.

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Weil Montag ist und kein Gottesdienst in der Kirche stattfand, konnte ich auch mal schnell einen Blick reinwerfen – es wird schnell klar, warum St Anne’s Church auch „Kathedrale der Kanalinseln“ genannt wird.

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Dann aber weiter zu weltlichen Dingen: Postkarten und Gedöns kaufen, Nickerchen machen und sich auf den Nachmittagsspaziergang vorbereiten.

Mal eben zum Strand

Die Wettervorhersage in Gestalt meines Gastgebers hatte für heute 30 Grad versprochen, weswegen ich eigentlich geplant hatte, faul am Strand zu liegen. Doch heute kam vieles anders, als ich es geplant hatte.

Der Tag begann wie der Sonntag auch mit einem herzhaften englischen Frühstück – dazu gab es einen ganzen Haufen Komplimente und eine Einladung nach Guernsey von einem freundlichen jungen Mann, der zusammen mit seiner Pflegerin und seinen Eltern ebenfalls ein paar Tage in diesem zauberhaften kleinen Bed & Breakfast verbringt. Ich würde sagen, ich hab einen Lauf, was kümmert es mich da, dass das Wetter nicht so super ist, wie es vorhergesagt wurde.

Ich hatte mir vorgenommen, einfach die High Street runterzugehen, bis ich zum Longis Beach kam. Da ich aber, vermutlich eines genetischen Defekts, nicht in der Lage bin, einen einmal gefassten Plan ohne Umwege zu verfolgen, weil am Straßenrand Blümchen blühen, der kleine Trampelpfad da rechts so vielversprechend geheimnisvoll aussieht oder EICHHÖRNCHEN! schaute ich mir bis zum Ende des Nachmittags die halbe Insel an.

Erster Abstecher: ein Friedhof.

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Ich kann mir nicht helfen, die Friedhöfe sind hier einfach zu schön.

Der Friedhof ging direkt über zum Woodland Trail, dem ehemaligen Strongpoint Ho-Höhe, der heute hervorragend ausgeschildert ist und ein wenig an einen Abenteuerspielplatz erinnert – und wenn man nicht aufpasst, liegt man plötzlich in einer Mörserkuhle.

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Manche übrigens scheint die Gegenwart von Gräben, Bunkern und Mörserkuhlen in romantische Stimmung zu versetzen. Nun, jeder, wie er mag, ich bin da tolerant.

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Nach einem rund einen Kilometer langen Umweg, misstrauisch beäugt von diversen Kühen und ärgerlich kommentiert von zahlreichen Grashüpfern, die in Scharen aufstoben, wo auch immer ich hintrat, fand ich den Zugang zum Klippenwanderweg, den ich eigentlich schon am Samstag hatte entlanggehen wollen.

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Hier oben kann man natürlich auch kein Stück geradeausgehen, ohne auf ein altes Fort zu stoßen. Oder ein altes Schloss. Oder eine Anti-Zombie-Festung, wer weiß das schon. Es ist leider nicht immer alles ausgeschildert.

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Und so langsam konnte ich auch den Strand sehen, an den ich wollte: Longis Beach, gesäumt von einer formschönen Panzerabwehrmauer, gebaut von – natürlich – den Deutschen. Im Krieg konnten wir ja nur Beton.

Zeit, sich in den Sand zu setzen und diesen überall in Tasche und Körper zu verteilen, die Füße ins Wasser zu halten, ein Nickerchen in der Sonne zu machen und zu genießen, dass außer mir fast niemand an diesem herrlichen Strand war. Nicht, dass der Vormittag bis dahin von einer unerträglichen hohen Anzahl von menschlichen Interaktionen geprägt gewesen wäre, aber am Strand alleine zu sein, ist doch so ziemlich das Schönste, was ich mir vorstellen kann.

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Kaum war die Sonne weg, schrie auch schon das nächste Fort danach, erkundet zu werden. Weiter als bis zum Zaun kam ich allerdings nicht.

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Da die Flut aber bereits heranrollte und den Causeway, über den ich gekommen war, zu überspülen drohte, war das aber vielleicht auch gar nicht so schlimm. Man kann sich ja doch was Schöneres vorstellen, als sechs Stunden in einem verlassenen Fort festzusitzen.

Das nächste Fort, Fort Houmet Herbé, war bereits durch das Wasser abgeschlossen, aber vielleicht ist das auch immer so, weil der alte Zugang längst kaputt ist.

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Fort Quesnard danach ist zwar äußerst schick anzusehen, aber in Privatbesitz, Fort Les Houaux Florains wiederum liegt mehr oder weniger in Trümmern. Man müsste mal recherchieren, was die Renovierung kosten würde. Wenn ich mal all meine imaginären Häuser überall auf der Welt verkauft habe, kann ich mir das vielleicht leisten.

 

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Sehr schick dagegen ist der Leuchtturm anzusehen. Der ist allerdings nur sonntags geöffnet, sodass ich mich noch ein bisschen gedulden muss, wenn ich den besichtigen will. Das mach ich aber auf jeden Fall noch.

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Der Rückweg zog sich dann ordentlich, wie immer, wenn ich denke: Ach, da ist ja schon der Kirchturm zu sehen, dann bin ich ja gleich da. Zum Glück tröstet einen die Aussicht hier über jedes müde Zwicken im Knie und jede Blase an der Hacke hinweg.

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Forts, Forts, Forts

Der geneigte Leser (haha) wird sich noch an das fantastische Heftchen mit den „Tasty Walks“ erinnern, das mich im April kreuz und quer durch, über, auf und unter Guernsey geführt hat. Darin gibt es auch einen Spaziergang für Alderney, was den perfekten Start fürs Erkunden dieser Insel darstellte. Was mir allerdings schleierhaft ist, ist, wie man den Walk in den angegebenen eineinhalb Stunden schaffen soll. Wie soll man denn bei der Hektik vier Stunden fürs Aufsmeergucken und Tiefluftholen haben, die man jeden Tag braucht, um sich angemessen zu erholen?

Los ging es an der „Kathedrale der Kanalinseln“, St Anne’s Church. Von innen muss ich sie mir aber ein anderes Mal anschauen, denn fröhliches Glockengeläut kündete vom Beginn des Gottesdienstes, und da nicht Weihnachten ist, machte ich einen großen Bogen um die Kirche.

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Etwas weltlicher die nächsten Stopps, nämlich Island Hall und Les Mouriaux House. Beides hübsch, aber vielleicht eher etwas für einen verregneten Tag.

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Gleich der nächste Halt machte deutlich, dass die Deutschen – wie vor den anderen Kanalinseln auch – vor Alderney nicht Halt gemacht und dem Eiland einiges an Beton hinzugefügt hatten. Das macht die Inseln natürlich nicht hübscher, historisch interessanter aber irgendwie doch. Das meiste aber ist natürlich gruselig-hässlicher Beton. Bei dem folgenden Turm handelt es sich um das Hauptquartier der Luftwaffe und eine Art Horchposten für ankommende alliierte Flugzeuge. Schön ist anders, vor allem im Vergleich mit den zauberhaften Häuschen drum herum.

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Punkt 5, die Brickfields, verpasste ich irgendwie bzw. war zu faul, umzukehren und einen Eingang in der Mauer zu suchen. Die Straße führte am Flughafen vorbei, und ich widerstand standhaft der Versuchung, im dortigen Café einen kleinen Mundvoll zu nehmen.  Stattdessen landete ich kurz darauf mitten in der Natur und endlich am Meer.

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Fort Clonque ist bestimmt hübsch, aber rein konnte ich leider nicht – es ist heute ein Feriendomizil. Schwer zu erreichen, aber vielleicht gerade deshalb beim nächsten Urlaub mal einen Besuch wert.

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Ganz anders Fort Tourgis – fertiggestellt 1855, sollte es Platz für 346 Soldaten bieten und damit das größte Fort der viktorianischen Zeit sein. Einst standen hier, wenn ich es richtig recherchiert hab, 33 Kanonen in fünf Batterien, dazu kamen vier Mörser.

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Heute ist das Gebäude halb verfallen, die Zugänge zu dem, was vermutlich mal die Quartiere waren, sind nur mittels eines Sprungs über große Löcher im Fußboden zu erreichen – was man aber nur versuchen sollte, wenn man nicht allzusehr am Leben hängt.

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Von einigen Häusern auf dem Gelände stehen nur noch die Wände, Dächer gibt es nicht mehr, auf dem mit Gras überwachsenen Boden sind auch überall Löcher, durch die man eine Etage tiefer saust, wenn man nicht aufpasst.

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Dass mir zwischendurch der Gedanke kam, dass das Fort im Falle der Zombie-Apokalypse mit ein paar Anpassungen perfekt als Rückzugsort geeignet wäre, half nicht dabei, meine Gänsehaut angesichts der seltsamen Atmosphäre zu vertreiben. Zum Glück schien die Sonne – an einem dunklen und regnerischen Tag wäre es noch schlimmer gewesen. Es ist saugruselig, und die Aussicht entschädigt dafür nur bedingt.

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Ich war über irgendeinen Hügel auf das Gelände gekommen und dann über ein paar Mauern in den Innenhof mit seinen Löchern gekraxelt. Ich hatte zwischendurch Zweifel, ob das alles wirklich sicher war, dann aber dachte ich, die hätten hier ja bestimmt ein Schild aufgestellt, wenn es nicht … oh.

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Dann mal unauffällig weitergehen. Erst zur Cambridge Battery, die mittels diverser Tunnel mit Fort Tourgis verbunden ist (was ich aber mangels Mut und Taschenlampe nicht überprüft habe), dann an den Strand.

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Ich widerstand dem Verlangen, nach einer Pause am Braye Harbour auch noch am Breakwater entlang zu gehen – wir sind ja hier nicht bei der Arbeit und müssen alles an einem Tag machen.  In den nächsten zehn Tagen hab ich schließlich noch genug Zeit, mir was anzuschauen.

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Die Male, die mir „Ich hab alles richtig gemacht mit diesem Urlaub“ durch den Kopf schoss, kann ich übrigens nicht zählen.

 

Wie aufregend!

Was ich  mich gestern so fragte, als ich die kleine Dornier am Flughafen in Southampton stehen sah, die mich und gerade mal 20 weitere Leute (die Piloten eingeschlossen) nach Alderney fliegen sollte und mich ein eigenartiges Kribbeln in der Magengegend verspüren ließ, was ich nach einigem Nachdenken als vorfreudige Aufregung identifizierte: Wann wurde das Reisen eigentlich so selbstverständlich? Wann blieb die Vorfreude auf der Strecke? Wann hatte ich eigentlich angefangen, immer nur die Probleme und Schwierigkeiten zu sehen, anstatt zu schätzen zu wissen, was ich nachher für Geschichten würde erzählen können?

Klar wäre es etwas unkommod gewesen, wenn ich in Southampton meinen Anschlussflug verpasst hätte, aber eben auch kein Weltuntergang. Es findet sich doch immer eine Lösung – so wie am Flughafen Alderney, als mein Taxi schon weg war und sich aber eine andere Fahrerin meiner annahm.

Daran musste ich denken, als wir den kleinen Clipper von Aurigny bestiegen – mit so einem Flugzeug war ich noch nie geflogen – zumindest nicht seit der Pressereise nach Irland, bei der wir einmal mit einer nur wenig größeren Maschine unterwegs waren.

Inzwischen hab ich schon so viele schöne Reisen gemacht – wofür ich nach wie vor sehr dankbar bin. Ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist, damals, als ich arbeitslos war, hätte ich das nie für möglich gehalten. Aber damals, vor der ersten Kanada-Reise, war das vorfreudige Kribbeln kaum auszuhalten, als ich die Campingreise zum Yukon gebucht hatte, sang ich auf dem Rückweg vom Reisebüro leise vor mich hin, wenn gerade keiner zuhörte, weil ich mich so unsagbar freute. Oder die Reise nach Hawai’i – HAWAI’I!

Vor Alderney hatte es auch wieder ein wenig mehr gekribbelt, weil ich die Zeit auf Guernsey so genossen hatte und mir sicher war, dass es auf Alderney auch wieder so werden würde: nur einsame Wanderwege, Blumen, verlassene Forts, Landschaft, Wind, Meer, vielleicht ein wenig Sonne und ich. Abends einen kleinen Absacker auf dem Zimmer, rechtschaffen müde von Dutzenden gewanderten Kilometern, schlafen wie ein Stein, mit fast niemandem reden und am anderen Tag wieder los.

Ich muss offenbar die Vorfreude wieder lernen. Das mach ich morgen. Jetzt muss ich los.

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Sind wir bald da?

Hui, da bin ich dekadente Ziegen doch in diesem Jahr tatsächlich zum zweiten Mal in Urlaub. Diese Zeilen schreibe ich in einem zauberhaften kleinen Bed & Breakfast auf Alderney, der nördlichsten der Kanalinseln – und womöglich der unbekanntesten. Ich gebe zu, dass ich sie auch nicht kannte, bevor ich auf Guernsey war und dort Broschüren über Alderney fand. Es war aber so was wie Liebe auf den ersten Blick – hier wollte ich unbedingt mal hin. Und eine Steuerrückzahlung und eine Überstunden-Abrechnung später war klar, dass ich mir das auch tatsächlich noch in diesem Jahr leisten konnte. Weniger einfach war es, hierher zu kommen. Alderney findet sich kaum in Reisekatalogen, Rundreisen sparen diese Insel aus und Flüge über ein Portal im Paket zu buchen, ist so gut wie unmöglich. Dieses ist also der erste Urlaub, den ich mir komplett selbst zusammengebucht hab. Möglicherweise war die Hinreise deswegen etwas … nennen wir es aufregend.

Es begann eigentlich recht vielversprechend – mit dem bewährten Flughafen-Bringservice meiner Eltern. Kaum waren sie weg, ging es steil bergab. Ich wartete eine gefühlte Ewigkeit an der Passkontrolle – wie kommt es eigentlich, dass immer die Leute, die einem schon vor dem Einchecken durch beharrlich nervendes Verhalten negativ auffallen, auch die sind, die später den ganzen Laden aufhalten?

Als ich endlich durch war, legte ich einen sehenswerten Hindernislauf durch den Duty-Free-Shop hin, sprang über im Weg stehende Menschen, durchquerte die Halle bis zu meinem Gate im Sprint und … wurde kurze Zeit später informiert, dass das Flieger erst mit zweistündiger Verspätung starten würde. Ich hatte zwar einen vierstündigen Puffer in Southampton eingebaut, aber das beruhigte mich nur unwesentlich.

Um es kurz und weniger aufreibend als in echt zu machen – es ging alles gut. Zumindest bis kurz vor Alderney. Das lag nicht an der entzückenden kleinen Dornier, sondern am Wetter (das Wetter, wegen dessen Unwägbarkeiten ich extra nicht die Fähre genommen hatte, haha). Denn kurz vor Alderney verkündete der Pilot, nicht dort landen zu können, sondern stattdessen Guernsey anzufliegen für etwas, das hoffentlich nur einen kurze Zwischenlandung sein würde.

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Das war es in der Tat, denn kaum waren wir unten, stellte sich raus, dass nun auch auf Alderney das beste Landewetter herrschte. Also kurz aufgetankt, wieder in den Flieger und in die Luft – wenigstens brachte der kleine Umweg ein unerwartetes Wiedersehen mit Guernsey mit sich und die Gelegenheit, das Urlaubsalbum vom April um ein paar verwackelte Luftaufnahmen zu ergänzen.

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Und dann, nach einer gefühlten Ewigkeit, endlich ein erster Blick auf Alderney.

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Das Taxi, das meine Gastgeber für mich bestellt hatte, war natürlich nicht mehr da; kein Wunder, wir waren schließlich fast eine Stunde zu spät. Aber es stellte sich schon gleich bei der Ankunft als wahr heraus, was der Reiseführer versprochen hatte: Die Insulaner hier lassen einen nicht hängen. Sei es, dass man sich verlaufen hat, sei es, dass man am Flughafen steht und nicht weiß, wo man hin muss. Eine Taxifahrerin versprach mir, sie bringe nur fix die beiden älteren Damen weg, dann komme sie wieder. Wenn ich dann immer noch hier sei, fahre sie mich fix zu meinem Bed & Breakfast. Und genauso passierte es – und das Trinkgeld musste ich ihr auch noch aufzwingen.

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Meine Gastgeber hier kamen vor fast 30 Jahren aus London her, verliebten sich in die Insel, kauften nach drei Tagen das Haus und blieben. Das alles und die wichtigsten Details über Alderney erfuhr ich bei einer schönen Tasse Tee – wie sich das gehört.

Anschließend auspacken und noch mal ums Eck – so alles in allem hätte der Urlaub doch viel schlechter anfangen können.

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