Zu Abwechslung was Schönes

In einem meiner Ratgeber zur Chemotherapie steht sinngemäß, ich solle es mir im Rahmen der Möglichkeiten schön machen und mir gute Momente schaffen, auch und gerade wenn alles vielleicht schwer sei. Jetzt hab ich die Chemo zwar noch nicht mal angefangen, aber ich glaube, man darf sich auch schon vorher was Schönes gönnen. Und so hab ich das gute Wetter ausgenutzt und war noch mal an der Ostsee, bevor die Kacke in eineinhalb Wochen so richtig zu dampfen anfängt. Zwar nur für wenige Stunden, aber es hat sich gelohnt. Wind, Wellen, niemand will was von mir, ich muss nirgendwo sein, nur hier, wo ich gerade bin. Ich muss nicht reden, noch nicht mal denken, schon gar nicht an das, was kommt.

Die Ostsee, tiefblau, der Himmel ebenso, von rechts wächst ein Haufen Steine ins Meer hinein
Die Masten eines kleinen Segelschiffs ragen in den Himmel, dahinter erzeugt die Sonne Gegenlicht, der Himmel ist strahlend blau
Die Sonne steht schon tief über der Ostsee, aber Himmel und Meer sind noch tiefblau, die Sonne spiegelt sich grell im Wasser
Ein Steg führt ins Wasser, dahinter Bootsanleger und das andere Ufer, Gegenlicht
Strand und rechts ein Busch im Vordergrund, dahinter erstreckt sich die Ostsee in der beginnenden Dämmerung, in der rechten Bildhälfte ein Segelboot
Fast glatte Ostsee, darüber der Himmel ist direkt über dem Meer rosa, dann auf einem schmalen Streifen fast weiß, dann blau
Blick vom Wasser auf die dunkle Skyline von Niendorf, die untergehende Sonne schwebt in der linken Bildhälfte über den Häuser, das Himmel ist über dem Horizont gelb, darüber noch blau
Blick vom Wasser auf die dunkle Skyline von Niendorf, die untergehende Sonne lugt zwischen den Häusern hervor, der Himmel ist über dem Horizont gelb, darüber noch blau, er spiegelt sich im Meer
Die Ostsee im Abendlicht, links der Strand, rechts das Wasser, die Wellenbrecher reihen sich aneinander, Himmel und Meer sind blau bis gelb
Im Vordergrund ein breites Stück Strand, dahinter die Ostsee, rechts ragt ein bisschen Land mit Häusern und Bäumen dunkel ins Bild, das Meer und der untere Teil des Himmels sind rosa bis orange, der obere Teil des Himmels ist blau, zwei Menschen gehen am Strand in einigem Abstand voneinander spazieren

Von Kaiserbad bis Wasserschloss

Also – wenn die hier was können auf Usedom, dann ist es Himmel.

War heute sonst noch was? Ach ja, Mellenthin samt Wasserschloss.

So lecker diese Waffel war – sie ist doch Sinnbild für eine Tragödie. In der kleinen Gaststätte hatte ich bei meinem allerersten Besuch 2002 eine fantastische Pizza gegessen – mit knusprigem Boden, Rucola und einer selbstgemachten Tomatensoße, von der ich heute noch träume. 2009 hatte ich zuerst draußen gesessen und zu spät gesehen, dass es Pizza nur drinnen zu bestellen gab. Und dieses Jahr gab es sie aufgrund eine Inhaberwechsels nicht mehr. Ich werde diese Pizza also NIE WIEDER essen. Und ihr denkt, ihr hättet Probleme.

Abstecher nach Peenemünde

Hier sah alles noch ziemlich genau so aus, wie ich es von meinem jüngsten Besuch auf Usedom, der nun auch schon elf Jahre zurückliegt, in Erinnerung hatte. Da ich mich aber an viele geschichtliche Details zur V2-Rakete und den Forschungen hier erinnern konnte, machte der Besuch auch ein zweites bzw. eigentlich schon drittes Mal Spaß. Zumal das Wetter auch eher bescheiden war und es eh schöner war, seine Zeit drinnen zu verbringen.

Zum ersten Mal war ich dann auch oben auf dem Dach – sehr schöne Aussicht hat man von hier, bei dramatischem Wolkenhimmel vielleicht sogar eine schönere als bei Sonnenschein.

Das Kraftwerk war auch noch mal einen Besuch wert, an das konnte ich mich so gar nicht erinnern. Und Industriekultur ist für Menschen aus der Nähe des Ruhrgebiets auch immer was Schönes.

Ins U-Boot schafften wir es diesmal nicht mehr, aber wir sind ja noch ein paar Tage hier.

Was wir uns aber nach dem obligatorischen Fischbrötchen noch gönnten, war ein Abstecher ans Wasser, um das Feuerwerk zum 3. Oktober, dieses Jahr der 30. Jahrestag des Mauerfalls, anzuschauen. Dieses zog sich wie eine explodierende Perlenkette an der ganzen Küste entlang, alle Viertelstunde war ein weiterer Ort dran, in der Ferne sahen wir so zunächst die Funken über Zempin sprühen, dann waren „wir“ in Koserow dran.

Erst mal die Hood checken

Erster richtiger Urlaubstag, erst mal die Gegend erkunden und sehen, wo es die besten Fischbrötchen und Bier dazu gibt. Denn merke: Auch nach einem ausgiebigen Frühstück hat man irgendwann wieder Hunger. Außerdem sind meine Eltern Rentner, und ich bin über 40. Regelmäßige Mahlzeiten werden immer wich… Wo war ich ? Ach ja, erst mal spazierengehen.

Wenn einem das Meer mal zu viel wird, ist auch der Wald in Koserow nicht weit weg.

Mutter Natur hat doch immer noch die schönsten Beleidigungen auf Lager. Ihr Hohltauben!

Aber lange hält man es ja ohne Meer nie aus.

Mission accomplished:

Text/Bild-Schere, Symbolfoto:

 

Auf der Straße ohne Namen in die Erholung

Und die Frage, die unweigerlich kommen muss, gleich vorweg zu beantworten: Ja, ich habe schon wieder Urlaub, auch wenn ich in diesem Jahr schon auf Jersey und auf Helgoland war. Deal with it.

Diesmal zieht es aber nicht nur mich weg, sondern gleich die ganze Familie, also Vater, Mutter, Kind und Elch. Und zwar nach Usedom. Für mich ist es mittlerweile das dritte Mal, aber da ich jedes Mal in einem anderen Ort war, fühlt es sich noch nicht ganz wie Nachhausekommen an.

Diesmal war ich aber das erste Mal mit Navi unterwegs, was aber auch nicht durchgängig dazu beitrug, die Orientierung zu erleichtern.

Egal, wir kamen trotzdem an. Und nun: Hoch die Tassen, es ist URLAUB.

Und noch einmal rundherum

Bevor in erschreckend wenigen Stunden wieder der Abschied naht – sicher nicht für immer, denn wenn ich irgendwann mal diesen blöden Roman fertig schreiben sollte, komme ich dafür sicher wieder hierher – gönnten wir uns noch eine kleine Bootstour rund um die Insel, um alles mal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Und was soll ich sagen: lohnt sich auch.

Und Zeit fürs Museum war auch noch.