Müssen wollen

Zu wenig ehrgeizig sei ich, ich müsse doch beruflich noch weiter vorankommen wollen, das Bisschen, was ich leiste, sei nicht genug, das könne ja jeder und ob ich denn aus meinem Leben nichts machen wolle, sagte mir neulich jemand, als ich erzählte, was ich beruflich so mache.

Mal abgesehen davon, dass derjenige überhaupt nicht beurteilen konnte, was ich den lieben langen Tag bei der Arbeit so alles leiste, denke ich seitdem drüber nach, wie unterschiedlich man offenbar den Begriff „Ehrgeiz“ auslegen kann. Und wie verschieden man den Stellenwert des beruflichen Vorakommens bewerten kann. Und ein bisschen sauer bin ich auch.

Ich finde, ich hab beruflich bereits einiges geschafft – aus einer unbedeutenden Lokalklitsche nach Hamburg zum NDR, dort Leitende Redakteurin in Festanstellung. Wer hätte das schon gedacht, als ich bei den Kaninchenzüchtern in Marburg meine ersten Pressetermine als kleine freie Mitarbeiterin gemacht hab? Ich finde es ziemlich dreist, mir absprechen zu wollen, dass das eine gute Leistung war.

Aber jetzt, mit 45, ist es vielleicht auch erst mal gut. Darf ich nicht einfach froh über das bisher Erreichte sein? Ich ruhe mich ja nicht aus, sondern mache weiterhin meinen Job bestmöglich, weil ich ihn mag und meistens auch gerne zur Arbeit gehe. Aber darf ich denn nicht zumindest eine Weile genießen, was ich bisher geschafft habe? Wenn ich mit 50 noch weiter will, hab ich immer noch Zeit. (Und nein, der große investigative Journalismus war eh nie mein Ziel, weil ich meine Fähigkeiten durchaus realistisch einschätzen kann. Andere Kollegen leisten da sehr viel bessere Arbeit, als ich sie je machen könnte. Die können aber meinen Job vielleicht auch nicht.)

So richtig will ich mir aber nicht gefallen lassen, dass ich nicht ehrgeizig genug bin. Ich hatte und habe durchaus Ziele im Leben. Ich wollte immer mal nach Kanada – das hab ich geschafft, zweimal sogar. Ich wollte nach Alaska, Hawaii, Neuseeland – hab ich alles besucht, und alles war unvergesslich schön. Ich wollte ein gutes Verhältnis zu meiner Familie, und ich glaube, das hab ich. Nach langen Jahren des Mobbings an der Schule wollte ich einen großen Freundeskreis – auch den habe ich, und er besteht fast nur noch aus Leuten, von denen ich weiß, dass sie mich genauso mögen, wie ich bin, mit allen Ticks und Macken. Ich wollte mit der Kugel über zehn Meter stoßen – das habe ich geschafft, und der Weg dahin war mit viel Fluchen, Schweiß, Tränen, Quälerei und Muskelkater gepflastert, ohne Ehrgeiz wäre das nicht zu schaffen gewesen. Ich wollte ein Buch schreiben – das hab ich getan, sogar ein zweisprachiges. Ich wollte immer so schreiben können, dass die Leser das wirklich bewegt – man hat mir glaubhaft versichert, dass ich das mit dem einen oder anderen Text hier schon geschafft hab (bis bin zum Heulen, jawoll!). Was soll ich denn noch wollen? Die wirklich wichtigen Dinge hab ich doch hinbekommen.

Und woran erinnern wir uns denn bitte am Ende? An die supertolle Untertitel-Datei für die drei Stunden lange Spielshow, die ich zum Sendezentrum nach Frankfurt geschickt habe? An endlose Meetings?

Oder vielleicht eher an laue Balkonabende mit einem kühlen Weißwein in der Hand und einer guten Freundin neben sich? An die Sonnenuntergänge auf Maui? An das unschlagbare Gefühl, als die Kugel das erste Mal über zehn Meter flog? An das erste Mal, dass ich ein Buch mit einer meiner Kurzgeschichten drin in der Hand hatte? Als der Karton mit den Belegexemplaren meines ersten eigenen Buchs ankam? An spontan am Meer verbrachte Tage? An Wind im Gesicht und Sand unter den Füßen? An Kinoabende, Theaterstücke, mit einem Buch auf dem Sofa vergammelte verregnete Sonntage?

Also ich finde nicht, dass ich diejenige bin, die hier die falschen Prioritäten hat.

Mann für einen Tag

Da schreibt eine junge (haha) Frau, die so rein karrieremäßig nicht mehr ganz unten in der Nahrungskette steht, unter dem Hashtag #MannfuereinenTag sinngemäß in etwa folgenden Tweet „Nicht sofort gefragt werden, ob mein Chef da sei, obwohl ich die leitende Redakteurin bin.“

Weil es nämlich kolossal nervt, wenn man nur ans Telefon geht und für eine Tippse gehalten wird, die keine Ahnung hat. Weil es nervt, wenn zwei Minuten, nachdem man jemandem am Telefon was erklärt hat, der Apparat des männlichen Kollegen neben einem klingelt, der der betreffenden Person alles noch mal wortwörtlich genauso erklärt. Weil es nervt, dass Kollegen, die erst zwei Jahre da sind für kompetenter gehalten werden als die Frau, die die Abteilung vor zehn Jahren mit aufgebaut hat.

Was passiert als Nächstes? (Ach ja, um die Sache spannend zu machen, enthält der Tweet dummerweise ein „N“ an einer Stelle, an die es nicht gehört.)

Zwei Frauen faven den Tweet (Yes, sisters, I know you feel me).

Ein Mann, der keine Follower hat und erst einen Tweet geschrieben hat, antwortet: „Bei solchen Tweets kein Wunder, dass man Ihnen die Position nicht zutraut.“

Ein anderer Mann schreibt: „Als leitende Redakteurin wissen Sie ja sicher, dass das eine „N“ da nicht hingehört.“

Ein dritter Mann schreibt: „In der Position und dann so in Watte gepackt? Wie passt das denn zusammen?“

Es gibt Tage, an denen ich so was kalt lächelnd mit der witzigsten, besten, ironischsten Antwort kommentiere, die jemals auf Twitter veröffentlich wurde und denke: „Leckt mich doch am Arsch, ihr hohlen Kackbratzen. Genau wegen Spacken wie euch brauchen wir Feminismus, und wir werden gewinnen.“

Heute ist nicht einer dieser Tage. Heute hab ich nur den Tweet gelöscht und die Deppen blockiert.

Manchmal ist man halt schon am Anfang eines langen Weges erschöpft.

Heimat ist nicht nur ein Ort

Wo bin ich eigentlich zu Hause? Wo ist meine Heimat? Hamburg? Lippstadt? Der Yukon? Hawai’i? Bei meinen Eltern? Bei meinen Freunden? Auf diesen Fragen hab ich neulich während einer vierstündigen Autofahrt rumgekaut, die mich von Hamburg nach Lippstadt brachte. Auslöser war die Frage einer Kollegin, ob ich jetzt Feierabend hätte und nach Hause führe. Ich sagte: „Wenn ich mal nur nach Hause müsste – aber ich muss ja heim.“ (Das „muss“ bezog sich dabei nur auf die Tatsache, dass ich 300 Kilometer über die Autobahn gondeln musste, nicht darauf, nach Lippstadt zu fahren – darauf freute ich mich sehr, nur nicht auf die Fahrt.)

Ich stand während der Fahrt im Stau, es regnete wie Sau, vor mir gewitterte es schaurig-schön – genug Zeit zum Nachdenken. Leider nicht genug Zeit, um eine Antwort zu finden.

Ich habe mich schon an so vielen Orten zu Hause gefühlt – oder neben so vielen Menschen. Das bringt eine Biografie heute eben so mit sich. Als ich neulich von meinem Besuch zu Hause berichtete, fragte mein Chef, ob ich nicht irgendwann wieder nach Westfalen zurück wolle – wegen meiner Familie, wegen meiner Borussia und überhaupt. Ich dachte kurz drüber nach und sagte dann: Nein. Ich werde ja bis zur Rente wohl nicht aus Norddeutschland weggehen. Und dann ist die Frage, wie es in meiner Heimatstadt aussieht – wer wird von der Familie noch da sein, von den Freunden? Der beste Cousin von allen und sein kleines rothaariges Mädchen ganz sicher noch, die älteren Verwandten nur noch mit sehr viel Glück. Mein Elternhaus werde ich alleine nicht halten können – und ich will auch gar nicht. Vielleicht ist die beste Lippstädter Freundin dann noch da. Und auch wenn das eine schöne Vorstellung ist, bei ihr auf der Terrasse zu sitzen, Kaffee zu trinken und irgendwas wie „Runter vom Rasen!“ zu brüllen – ich sehe mich nicht mehr in Lippstadt.

Es ist für ein paar Tage schön da, und hätte ich nach dem Volontariat dort eine Stelle bekommen, wäre ich noch immer da und vermutlich auch als Lokalredakteurin glücklich. Aber jetzt ist es mir zu klein, vielleicht auch zu provinziell. Das klingt sicher arrogant, dabei könnte ich mir durchaus vorstellen, mal auf dem Land oder wieder in einer Kleinstadt zu leben. Bloß nicht in einer, in der mir früher so viele Leute gesagt haben, was ich alles nicht schaffen und werden kann. Hamburg dagegen – hier hatte ich immer das Gefühl, dass ich fast alles kann. Mein Chefredakteur in Lippstadt wollte mich nicht, meine Chefin in Hamburg hat mich zur Redakteurin vom Dienst in Festanstellung gemacht – mit einem Arsch voll Verantwortung und einem Haufen Untergeb… Kollegen, die alle machen müssen, was ich sage. (Dass sie es nicht immer tun, macht mein Leben so aufregend und lebenswert.)

Das ist jetzt vielleicht ein blödes Beispiel, aber der Job in Hamburg war nun mal der Ausweg aus der Arbeitslosigkeit, die mich beinahe an allem hätte verzweifeln lassen. Und Hamburg ist eben Hamburg (hier Herzchen einfügen). Ich habe mich von Anfang an hier zu Hause gefühlt – in der Stadt, bei den Menschen, in der Nähe zum Meer und überhaupt.

Aber was ist mit all den schönen Orten, an denen ich in Urlaub war? Die Strände von Maui, Vancouver, Dublin, die kanadischen Rockies – Orte, an denen das Herz so groß wird, dass man ganz tief Luft holen muss, um nicht vor Glück zu platzen? Orte, an denen man, obwohl man vorher noch nie da war und die man bald wieder verlassen wird, weiß, dass man dort auf eine ganz bestimmte Art hingehört?

Und muss Heimat denn immer ein Ort sein? Für mich ist Heimat auch da, wo ein Herrengedeck für mich bereitgestellt wird, ohne dass ich das bestellen muss.

Vielleicht lautet die Antwort auf die Frage nach meiner Heimat ganz einfach: Ich habe viele Heimaten – und ich bin sehr dankbar dafür, dass es so ist.

Was soll, kann, muss ich tun?

Eigentlich steht ja hier schon alles – und zwar viel besser, als ich es jemals ausdrücken könnte. Aber so zwei, drei eigene Gedanken muss ich nun doch noch loswerden.

Der feige Anschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ in Frankreich hat mich fassunglos gemacht. Ich kann noch immer nicht begreifen, dass jemand für etwas, das ich als eines unserer wichtigsten und richtigsten Kulturgüter erachte, nämlich die Presse- und Meinungsfreiheit, sterben muss. Dass Kollegen hingemetzelt werden, weil sie sich  nicht verbiegen lassen, weil sie nicht klein beigeben, sich nicht den Mund verbieten lassen, weitermachen, weil sie das, was sie tun, für richtig halten. Das mögen manche für blöd, leichtsinnig und irre halten, ich bewundere das. Und ich überlege, ob ich das auch getan hätte.

Ich muss nicht lange überlegen – ich weiß, dass ich feige wäre. Zu feige.

Und dennoch – ich weiß, dass ich etwas tun muss. Irgendwas. Ich muss was tun, damit die Idioten und Arschlöcher da draußen nicht gewinnen, wie ich ja hier vor nicht allzu langer Zeit schrieb. Aber wenn mein Leben in Gefahr wäre, würde ich vermutlich die Beine in die Hand nehmen und rennen. Oder eben schweigen. Töten ist eine neue Dimension. Damit komme ich nicht klar.

Aber eigentlich will ich etwas tun und etwas sagen. Ich kann doch nicht zulassen, dass etwas, woran ich neben der Presse- und Meinungsfreiheit noch glaube, nämlich das Recht aller Menschen auf ein friedliches Leben in Freiheit und ohne Angst, in Gefahr gerät, weil ein paar durchgeknallte Idioten beschließen, dass sie das, was sie für richtig halten, mit Waffengewalt und Terror durchsetzen müssen.

Aber was kann ich tun? Was soll ich tun? Was muss ich tun?

Muss ich mich zum Beispiel mit diesen Pegida-Idioten auseinandersetzen, obwohl ich doch weiß, dass man deren verqueres Weltbild mit guten Argumenten und Worten nicht geraderücken kann? Soll ich mich an denen abarbeiten, oder lasse ich sie stehen wie ein ungezogenes Kind, das im Supermarkt einen Tobsuchtsanfall bekommt und nur Aufmerksamkeit will? Hilft es eher, wenn ich diesen Vollpfosten ständig und andauernd Paroli biete, oder ist das zu viel der Aufmerksamkeit? Andererseits – wenn ich nichts tue, gewinnen diese Bewegungen vermutlich noch viel mehr Anhänger, weil wir Guten es versäumt haben, verirrte Seelen auf der Suche nach Orientierung (oder einem Feindbild, je nach dem) frühzeitig vom falschen Weg abzubringen. Aber wenn wir früh genug ansetzen, gibt es vielleicht eine Chance. Denen die Bretter vom Kopf zu reißen, die sowieso schon vernagelt sind – das wird schwer. Aber vielleicht können wir dafür sorgen, dass sie nicht noch allzu viele andere Leute auf die dunkle Seite ziehen. Das muss doch zu schaffen sein.

Enthüllungen

„Das ist ja alles schön und gut, was du da machst, aber du müsstest dich doch mal woanders hin orientieren. So Enthüllungsjournalismus, die ganz großen Geschichten aufdecken und so. Leuten auf die Füße treten, damit die mit Infos rauskommen, weißte?!“

Nee, weiß ich nicht. Ich weiß nicht, warum ich meinen Job, den ich ziemlich gut mache und der sinnvoll ist, auf einmal scheiße finden sollte, nur weil auf einer Party einer meint, was ich mache, sei langweilig.

Denn mal abgesehen davon, dass es nicht langweilig ist – Dinge wie „Enthüllungsjournalismus“, „die ganz großen Geschichten“, „Leuten auf die Füße treten“ sind einfach nicht mein Ding. Ich kann das nicht, und ich will das nicht. Manche finden das sicher geil, mit dem Gefühl nach Hause zu gehen, den Tag über etwa zehn Leuten auf die Füße getreten und Statements aus ihnen herausgepresst zu haben. Ich finde das nicht geil, ich kriege davon Magenschmerzen. Ich schreibe ja heute kaum noch beruflich, aber als das noch der Fall war, kam gern mit den Leuten, über die ich schrieb, gut aus und ging auch gern ein wenig auf deren Wünsche ein. Dann standen mir diese Leute nämlich vielleicht mehr als einmal für eine Geschichte zur Verfügung. Das ist für mich keine Arschkriecherei, das ist eine Art von Professionalität, für die ich mich nicht zu rechtfertigen gedenke.

In meinen Zeiten als Lokaljounalistin gab es manchmal ziemlich krude formulierte Polizeimeldungen. Bei Nachfragen bei der Polizei empfahl es sich, immer freundlich nachzuhaken, vielleicht mal einen kleinen Scherz zu machen – und schon bekam man (wenn auch mit dem Zusatz „Aber das haben Sie nicht von mir“) die fehlende Info nachgeliefert. Bei einem Termin mit der Feuerwehr habe ich es mal geschafft, dass der Einsatzleiter seine Jungs extra das Wasser noch mal anstellen ließ, weil ich erst an der Brandstelle eintraf, als das Feuer schon gelöscht war. „Und sonst sieht das Foto ja nach nichts aus; wir machen Ihnen da mal ein bisschen Action!“ Und wenn ich den Jungs das Bild anschließend als Ausdruck noch mal zukommen ließ, wurde ich beim nächsten Treffen mit „Ach, Frau Konradi ist wieder da, wie schön. Brauchen Sie noch Infos? Hier ist eigentlich abgesperrt, aber kommen Sie man durch!“ So hab ich gearbeitet, und so hab ich gerne gearbeitet.

Klar hab ich auch mal über kontroverse Geschichten geschrieben, mit denen nicht immer alle Seiten zufrieden waren. Da gab es böse Anrufe und Briefe – aber in keinem der Fälle war mir vorzuwerfen, dass ich unsauber recherchiert hätte oder jemandem auf die Füße getreten sei. Einmal beschwerte sich eine Frau nach einem Artikel darüber, dass ich auch die Gegenseite zu Wort hatte kommen lassen. Das passte ihr nicht, war aber nun mal nicht zu ändern. So was lass ich mir dann gern vorwerfen, weil ich damit nur Leute ärgere, die eh einen Knall haben und mit denen ich mich nicht weiter befassen muss.

Klar waren Geschichten über Hühnerzüchter damals nicht die ganz große Nummer. Aber sie haben mir Spaß gemacht. Und wenn man sich mal auf die kleinen Geschichten einlässt, merkt man, dass die auch ganz schön spannend sein können.

Ich bewundere es durchaus, wenn jemand die ganz großen Sachen macht, Klüngeleien aufdeckt und auch mal den richtigen Leuten auf die Füße tritt. Das ist wichtig. Aber es ist nicht mein Ding. Das sollen die Leute machen, die das gut können. Ich kann andere Sachen gut, und das ist weder langweilig noch weniger wert.

Ich will nicht nachtreten, aber …

Vor zwei Monaten hab ich etwas getan, was ich nicht mehr für möglich gehalten hätte: Ich habe einen festen Arbeitsvertrag unterschrieben. Wenn ich nicht gerade goldene Löffel klaue oder dem Intendanten auf dem Flur Beinchen stelle, muss ich in diesem Leben nie wieder eine Bewerbung schreiben. Das fühlt sich alles sehr richtig an. Ich mache meinen Job gut, ich mache ihn gern, was ich tue, ist sinnvoll, und ich habe noch dazu furchtbar nette Kollegen. Manche Tage sind aufregend, weil es, wenn man mit Live-Fernsehen zu tun hat, eben manchmal aufregend ist. Manche Tage sind langweilig, da kann man sich dann von den aufregenden Zeiten erholen und sich frisch machen für den nächsten aufregenden Tag, der sicher kommen wird. Ich sage es noch mal und werde auch nicht müde, es zu betonen: Das fühlt sich alles sehr richtig an, und ich bin (abgesehen von der 380-Kilometer-Entfernung zum Dortmunder Stadion) genau da, wo ich sein will.

Man hat mir vor sieben Jahren vorgeworfen, ich hätte mich für den falschen von zwei angebotenen Jobs entschieden. Das hat mich damals schon gewundert, weil ich schon damals gesagt hatte, dass ich mit der neuen Aufgabe glücklich bin, aber sei’s drum. Und was den anderen Kritiker angeht: Ja, man muss durchaus Redakteurin sein für das, was ich tue.

Jetzt, da die Chancen noch einmal um ein Vielfaches gesunken sind, dass ich jemals wieder für die Zeitung in meiner Heimatstadt schreiben muss, juckt es mich in den Fingern, ein paar Sachen rauszuhauen, die sich damals dort abgespielt haben. Aber es wäre ja schlechter Stil zu erzählen, dass drei oder vier Jobs an mir vorbeivergeben wurden, obwohl ich mir nach dem Volontariat noch als Freie für einen Hungerlohn den Arsch aufgerissen habe und sofort hätte anfangen können. Dass ich die Jugendseite auf Vordermann bringen sollte und mir dann, als es soweit war, dass ich das Ding zweimal in der Woche hätte erscheinen lassen können, sagte, ach nein, das sei aber nun doch nicht gewünscht. Dass diese Jugendseite dann eingestellt wurde, ohne dass sich der Chef jemals dazu herabgelassen hätte, mir das persönlich anstatt über die Volontäre mitzuteilen. Dass hinter meinem Rücken über mich geredet wurde, weil ich als eigentlich Arbeitslose ja den ganzen Tag nur in der Redaktion herumhing und den Arbeitsplatz blockierte (was sicherlich richtig war – aber ich konnte nicht zu Hause rumhängen und mir die Decke auf den Kopf fallen lassen, wenn ich wusste, dass es einen Ort gibt, an dem ich unter Menschen sein und mich zumindest ansatzweise produktiv fühlen konnte). Das alles könnte ich schreiben, wenn es in meiner Natur läge, nachzutreten. (Kleiner Scherz. Habt Ihr gemerkt, ne?)

Vielleicht sollte ich nur noch eins sagen: Das oben Beschriebene fehlt mir. Kein Stück.

(Was mir fehlt, sind die drei, vier netten Kollegen, zu denen ich aber auch immer noch auf die eine oder andere Weise Kontakt habe und mit denen ich gerne ein paar Takte rede, wenn wir uns zufällig wo treffen. Das will ich nicht unter den Tisch fallen lassen. Es war ja früher auch nicht alles schlecht.)

This is how I „work“

Ich weiß gar nicht, wo ich den folgenden Fragebogen zuerst gesehen hab, deswegen kein Link an dieser Stelle. Verklagt mich.

Bloggerinnen-Typ:
Wenn ich wüsste, was es für Typen gibt, könnte ich mich einsortieren. Andererseits mag ich keine Schubladen – mochte ich noch nie. Ein Satz, den ich oft höre, ist „Das hätte ich nie von dir gedacht.“
Und dann denke ich immer zweierlei. Erstens: „Und wessen Problem ist das?!“ Zweitens: „Gut so.“

Gerätschaften digital:
Samsung Smartphone, Laptop, Uralt-Rechner.

Gerätschaften analog:
Jeder leere Zettel, der mir unterkommt, Dutzende Notizbücher, Flasche Bier.

Arbeitsweise:
Chaotisch, um es vorsichtig zu formulieren. Ich bin mehr so der Typ „Geistesblitz! Muss ich aufschreiben. Ach, ich mach mal eben Musik an. Hm, vielleicht lieber ein anderes Lied, der Song gefällt mir nicht. E-Mails checken. Text anlegen. Neuen Song suchen. Was isn eigentlich so auf Facebook los? Oh, zwei neue Tweets auf Twitter. Look, a squirrel. Zwei Absätze schreiben. Neues Bier holen. Sind in der Zwischenzeit neue Mails gekommen? Noch einen Absatz schreiben. Facebook-Stausmeldung kommentieren. Ups, ich muss mal aufs Klo. Ist eigentlich noch Käse im Kühlschrank? Wie heißt eigentlich dieser Schauspieler aus diesem einen Film? Bsah.“ So in etwa. Ich habe gelernt, das zu akzeptieren. Es nervt mich zwar, aber so lange die Texte, die dabei rauskommen, mich einigermaßen – ich muss morgen unbedingt neue Brownies kaufen – zufriedenstellen, werde ich keine Energie mehr darauf verschwenden, mich zu erziehen.

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?
Wordpress/Pulle Bier, Google, nix.

Wo sammelst du deine Blogideen?
Wenn ich offline bin, in meinem Kopf oder auf einem gerade herumfliegenden Zettel. In 90 Prozent aller Fälle geht die Idee, die ich in meinem Kopf aufbewahre, flöten. Aber nur 50 Prozent der Zettel gehen verloren, was für die Zettelwirtschaft spricht. Blöderweise weiß ich aber auch oft nicht mehr, was ich mir mit meinen mal eben so dahingeschmierten Stichwörtern sagen will.

Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet?
Da sollte man vielleicht jemanden fragen, der sich damit auskennt. Sprich, jemanden, der disziplinierter ist als ich. Wobei ich große Teile der Zeit, die ich im Internet lasse, nicht bereue. Vor allem nicht die Zeit, die ich mit Unsinnaustauschen mit netten Leuten oder mit BVB-Videos verbracht hab.

Benutzt du eine To-Do List-App? Welche?
Ich liebe To-Do-Listen, auch wenn das eine Liebe ist, die vermutlich auf immer unerwidert bleiben wird. Ich arbeite aber analog, weil ich das händische Durchstreichen eines erledigten Punktes auf der Liste als ungeheuer befriedigend empfinde.

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät, ohne das du nicht leben kannst?
Wenn es nur ums Telefonieren ginge, könnte ich auch ohne Telefon prima leben. Ich hasse es zu telefonieren*. Ernsthaft. Ruft mich nicht an. Schreibt mir. Wegen Menschen wie mir wurden die Post und E-Mails erfunden, weil sonst überhaupt niemand mehr Kontakt zu mir bekäme.
*Gilt nicht für Freundinnen und den besten Freund. Und Mama. Und Papa.

Ach so, die eigentliche Frage. Öhm … Mein Kühlschrank. Und mein Auto. Und mein MP3-Player. Wobei … Leben könnte ich ohne all diese Geräte. Ich würde nur nicht wollen.

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?
Die Augenbrauen unabhängig voneinander hochziehen und dabei blasiert gucken.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?
Alles. Klassik, Folk, Mädchenmusik, atonales Geschrei, Stadionmusik – je nach Stimmung. Wenn ich beruflich schreibe, gerne Klassik, bei der aber keiner singen darf, wenn ich privat schreibe, hab ich eine eigene Playlist mit Stücken, die sich dafür bewährt haben, Inspirationen und einen Schreibflash loszutreten.

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Nachtigall?
Ich arbeite, schreibe und trainiere im Schichtdienst. Ich weiß nicht mal, wie sich Schlahfrytmhus buchstabiert.

Eher introvertiert oder extrovertiert?
Die einen sagen so, die anderen sagen so. Ich kann, wenn ich möchte, auf Partys wie der menschenfreundlichste, spaßigste, lustigste, vor Witz sprühendste Mensch auf Erden sein. Und genau das Gegenteil, wenn ich angepisst bin. Ich gehe gern hier und da mal raus und umgebe mich mit netten Menschen, lerne auch gerne neue Leute kennen. Aber um diesen Leuten gegenüber dieser oben erwähnte, charmante, vor Witz und Esprit überschäumende Mensch zu sein, brauche ich im Gegenzug sehr viel Zeit allein. Das war schon so, als ich noch klein war. Ich kann nicht die ganze Zeit unter Leuten sein, dann habe ich das Gefühl zu ersticken und werde schnell pampig.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?
Mademoiselle Scholli vielleicht, weil ich sie so gerne lese. Wenn ich schon nicht jede Woche zwei bis sieben Cocktails mit ihr wegschlabbern kann, würde ich gern mehr von ihr lesen.

Der beste Rat, den du je bekommen hast?
Von besagter Mademoiselle Scholli gerade erst in dieser Woche: „Hör nie bloß nie auf zu schreiben.“ Sentences that keep me going.

Noch irgendwas Wichtiges?
„Und wir werden immer Borussen sein, es gibt nie nie nie einen anderen Verein.“

„This parrot wouldn’t go „Foomp!“ if you put 4000 volts throught it.“

Freundlichkeit ist eine Zier

Ausgehend von einer Diskussion, die ich kürzlich auf Facebook verfolgt habe, stelle ich mir gerade eine Frage: Darf man von Frauen in Führungspositionen verlangen, dass sie  neben der Tatsache, dass sie es beruflich „geschafft“ haben, „auch noch nett“ sind? Oder muss man hinnehmen, dass sie am Ende eines langen und steinigen Weges an die Spitze einer Abteilung oder gar eines ganzen Unternehmens verbittert und stutenbissig sind und es nicht schaffen, anderen Frauen ebenfalls ein bisschen Erfolg zu gönnen? Wenn also Männer sich mithilfe der Ellbogen und ausgiebigem Nach-unten-treten hochboxen können, warum sollen Frauen bei ihrem Aufstieg oder am Ende ihres Aufstiegs dazu „auch noch“ freundlich sein?

Die Frage ist meines Erachtens völlig falsch gestellt. Denn natürlich darf man nicht von Frauen in Führungspositionen verlangen, dass sie nett sind. Zumindest nicht, weil sie Frauen sind. Das ist dieses „nun sei doch mal lieb, du bist doch schließlich ein Mädchen“, was bei mir schon genau das Gegenteil bewirkt hat, als ich drei war.

Nicht Frauen in Führungspositionen sollten kein Arschloch sein, sondern jeder und jede in Führungspositionen. Denn jeder arbeitet doch wohl lieber unter netten Menschen als unter Idioten. Eine Abteilung oder ein Unternehmen funktioniert nun einmal besser, wenn an der Spitze kein inkompetenter Sozialkrüppel sitzt, dem es Freude bereitet, seine Untergebenen in schönster Sonnenkönig-Manier nach allen Regeln der Kunst zu schikanieren.

Ich hatte an der Uni den weltbesten Chef von allen und habe zurzeit eine ziemlich klasse Chefin. Genauso habe ich aber auch im menschlichen Umgang sehr unangenehme Abteilungsleiterinnen erlebt und männliche Chefs, die fachlich und führungstechnisch eher mäßig begabt waren.

Ich selbst war mal für eine Weile „Chefin“ einer Jugendseite und habe in dieser Zeit Wert darauf gelegt, dass sich meine 15- bis 18 Jahre alten Mitarbeiter bei der Arbeit wohlfühlten und keine Angst davor hatten, auch mal ungewöhnliche Themenvorschläge zu machen. In unseren Themensitzungen wurde keiner niedergebügelt oder ausgelacht, wenn ich Artikel umschreiben musste, hab ich das immer in Absprache mit den Autoren gemacht und erklärt, warum ich was hatte ändern müssen. Als die Seite eingestellt wurde (aus mir bis heute offiziell unbekannten Gründen, denn mein damaliger Chef hatte mir seine Entscheidung nicht persönlich, sondern über die Volontäre als Boten mitteilen lassen – ein Dankeschön gab es bis heute nicht, aber das sei nur am Rande erwähnt), bedankten sich meine freien Mitarbeiter bei mir und bescheinigten mir gute Arbeit als Boss. Abgesehen davon, dass mich das sehr gefreut hat, habe ich diese Jugendseite sicher nicht deswegen gut geführt, weil ich eine Frau bin. Sondern weil meine Eltern mich so erzogen haben, dass es mir erstrebenswert erscheint, 95 Prozent meiner kostbaren Lebenszeit kein Arschloch zu sein. (Die restlichen fünf Prozent fahre ich Auto und beschimpfe andere Verkehrsteilnehmer als primäre Geschlechtsorgane. Hey – ich bin auch keine Heilige.)

Womit wir bei meiner Auffassung von Gleichberechtigung wären: Feministinnen mögen mich dafür hassen, aber vielleicht sollten wir alle uns mal an den Gedanken gewöhnen, dass Frauen genauso blöd sind wie Männer. Oder anders formuliert: Menschen sind blöd. Immer. Alle.

Ich erwarte nicht aufgrund seines Geschlechts von jemandem, freundlich zu sein, ich erwarte das von jedem Menschen. Und von jedem Menschen werde ich hin und wieder in dieser Hinsicht enttäuscht, denn – Menschen sind blöd. S.o.

Bei der eingangs erwähnten Facebook-Diskussion wunderte mich allerdings, dass jemand behauptete, Frauen in Führungspositionen hätten ja wohl das gleiche Recht, ein Arschloch zu sein, wie Männer es haben. Klar haben sie das, aber wer so argumentiert, torpediert doch seinen eigenen Feminismus. Denn viele Frauen, die ich kenne und die sich selbst als Feministin bezeichnen, sind der Meinung, dass Frauen die besseren Menschen seien. Dann müsste man doch von diesem Standpunkt aus gesehen von einer Frau in einer Führungsposition lockern fordern können, „auch noch nett“ zu sein, oder? Als sei es etwas Schlechtes, ein Unternehmen mit Menschlichkeit zu führen und anderen auch was zu gönnen.

Ehrlich gesagt ist mir das alles zu kompliziert. Können wir nicht mal mit diesem Mädchen spielen mit Puppen, Jungs mit Autos, Frauen sind so und Männer sind so aufhören?

Ich habe da ein sorgfältig durchdachtes Konzept von der Welt, das sich in zwei Thesen zusammenfassen lässt. Das Zusammenleben wäre so viel einfacher, wenn sich alle an den folgenden zwei Punkten orientieren würden:
1. Das Arschloch-Sein ist nicht auf Geschlecht festgelegt.
2. Menschen sind Idioten.
Wenn man mit diesem Wissen durch die Welt geht, wird man nur selten enttäuscht.

Gefühle in die letzte Reihe

„Was geht denn bei euch eigentlich so ab, wenn ganz schlimme Nachrichten reinkommen?“, ist eine beliebte Frage an Journalisten. Vermutlich wären viele enttäuscht, wenn sie sehen würden, was in Redaktionen passiert, wenn der Newsticker mit Priorität 1 oder 2 meldet, das ein Flugzeug in ein Hochhaus gekracht ist oder es an einer Schule eine Amoklauf gegeben hat. Denn besonders dramatisch geht es meistens nicht zu.

Ich weiß nicht, was in unserer Redaktion los war, als bekannt wurde, dass Robert Enke sich das Leben genommen hat – um diesen Artikel mal an einem aktuellen Anlass aufzuhängen. Ich weiß aber, dass die Kollegen trotz ihrer Fassungslosigkeit wirklich guten Journalismus abgeliefert haben, handwerklich top und pietätvoll. Profis eben.

Ich für meinen Teil kann mich noch an den Amoklauf in Erfurt erinneren, als ich gerade in einer Nachrichtenredaktion im Westfälischen saß. Erst kam eine Meldung, dass an einer Schule in Erfurt Schüsse gefallen seien. Wir wurden schon mal alle hellhörig. Ein Thema für uns? Relativ schnell stand fest, dass es sich dabei offenbar um einen Amoklauf handelte und wir berichten mussten. Was also macht man da als Redaktion?

Um es ganz einfach zu sagen: Man funktioniert. Einer schaltet den Fernseher auf einen Nachrichtenkanal um, einer ruft die ganze Mannschaft zusammen, die Produktion wird gestoppt, es wird festgelegt, wer welche Geschichte (aktuelle Entwicklung, Hintergrund, Chronologie, Reaktionen) betreut. Dann wird weitergearbeitet. Wenn sich das Ganze zu später Stunde ereignet, bestellt einer was zu essen und reihum werden Verwandte und Freunde angerufen, um mitzuteilen, was passiert ist und dass es später wird. Eventuell muss die Druckerei benachrichtigt werden, weil der Druckplan sich ändert. Es müssen andere Seiten in den Vordruck, das Abschicken der Aktuell-Seiten muss so lange wie möglich nach hinten geschoben werden.

Das klingt alles sehr nüchtern, und das ist es auch. Und vielleicht klingt es sogar zynisch, aber anders funktioniert es nicht. Ein Tag wie der 11. September 2001 war in diesem Zusammenhang das Schlimmste, was ich erleben musste, doch damals saß ich in einer Lokalredaktion, und wir hatten die Seiten für den nächsten Tag noch nicht fertig. Klar checkten wird immer wieder die Online-Seiten der „Süddeutschen“ oder des „Spiegel“, aber wir hatten auch selbst noch eine Zeitung zu machen.

Und dann kann man nicht alles stehen und liegen lassen. Man ist dem Leser verpflichtet, trotzdem ein vernünftiges Blatt abzuliefern. Denn was in einer Zeit des Krawall-Journalismus gern mal übersehen wird: Der Journalismus steht im Vordergrund, nicht der Journalist. Dem Leser ist es wurscht, ob ich vielleicht grad nicht gut drauf bin, der zahlt für eine anständig gemachte Zeitung oder Online-Ausgabe. (Wobei man ja nicht gleich wie ein Leser reagieren muss, den ich am Tag 12. September zu den Vorfällen interviewte. Der verlieh seiner Entrüstung Ausdruck darüber, dass man manchen Fernsehkommentatoren angemerkt habe, wie fertig sie waren. Es sei ja wohl nicht hinzunehmen, dass jemand mit einer Sprechausbildung so herumstottere. Das fand ich komplett daneben.)

Also schluckt man das Entsetzen runter, das einen beim Gedanken an mehrere Tausend Tote im World Trade Center beschleicht. Man denkt nicht an die toten Schüler an sich, die der Amokläufer umgebracht hat, man checkt die Agenturen nach den neuesten Zahlen. Man denkt nicht an die Menschen, die bei einem Flugzeugabsturz ihr Leben lassen mussten, sondern daran, die Nachricht fehlerfrei zu schreiben.

Und dann geht man nach Hause und heult.