Und sonntags ein bisschen Kunst

Was Jersey so mit einem macht – da ist man gerade mal einen Tag auf einer anderen Insel, schon hat man fast Heimweh. Und das Heimkommen gestern fühlte sich auch fast so an, als sei ich nach einer langen Reise wieder zu Hause. Und weil heute Sonntag war, war mir nach einem Besuch im Jersey Museum and Art Gallery. Ein bisschen Geschichte und Kunst am Wochenende haben noch niemandem geschadet. Und außerdem taten mir von den 17 Kilometern auf Sark dermaßen die Füße weh, dass ich keine weiten Spaziergänge unternehmen wollte.

Das Museum ist in mehrere Bereiche aufgeteilt, und jeder bietet was für alle Altersgruppen. Ganz am Eingang zum Beispiel ein Tastbild, bei dem das Anfassen nicht nur gestattet, sondern sogar erwünscht ist:

Immer wieder begegnet einem die Kröte, sinnbildlich für die Einwohner Jerseys. (Die von Guernsey sind übrigens Esel, also Donkeys. Falls die Frage mal bei Günther Jauch drankommen sollte.)

Folgender Herr ist fast zu echt, da gruselt es einen fast ein bisschen.

Das untere Bild zeigt sämtliche Dinosaurierknochen, die an einer bestimmten Ausgrabungsstelle der Insel gefunden wurden – oder auf der ganzen Insel? Ich weiß es nicht mehr, verklagt mich, es ist bereits September, während ich das schreibe.

Der innere Aufbau eines Martello-Turms, davon finden sich ja einige auf den Kanalinseln:

Sie haben ein Händchen dafür, Geschichte erlebbar zu machen, diese Insulaner. Bei diesem konspirativen Treffen am Küchenfenster fängt man unwillkürlich an, auf Zehenspitzen zu laufen.

(Feld-)Postkarten mit Stickerei, das sollte man dringend wieder einführen.

Ein paar Türen weiter gelangt man in das Haus einer Kaufmannsfamilie aus dem 19. Jahrhundert, das ganz wunderbar hergerichtet ist. Nicht ganz so wunderbar aber geht es der Familie, denn sie steht vor dem Ruin. Deshalb finden sich an zahlreichen Möbeln und Gegenständen im Haus Preisschilder, und bei dem einen oder anderen war ich doch in Versuchung, mitzubieten. Könnte bloß schwierig mit dem Reisegepäck werden.

Mittels einer Art von holografischer Installation kann man der Familie von Charles Ginestet sogar recht nahekommen und sich anhören, was die einzelnen Mitglieder zu erzählen haben.

Ein Highlight, zumindest für mich, war die Handarbeitsausstellung. Dabei wird weitaus mehr gezeigt als nur ein paar Häkelarbeiten älterer Damen, wenn auch diese Darstellung von „The Death of Major Peirson“ in der Schlacht um Jersey sehr beeindruckend ist:

Schwer zu ertragen aber diese Szene vom Modellbahnhof. Was macht man da? Schafe können doch nicht alleine wieder aufstehen, man soll ihnen ja helfen, wenn man so was auf dem Acker sieht, aber hier stand was von „Do not touch“ dran, da steht man doch etwas hilflos davor und muss sich darauf beschränken, dem Schaf gut zuzureden. Aber wenn einer der geneigten Leser demnächst mal da vorbeikommt, hätte ich gerne gewusst, ob das Schaf wohlauf ist. Verbindlichsten Dank.

Einsamkeit, Symbolbild:

Für den Nachmittag hatte ich mir ja eigentlich noch einen kleinen Spaziergang vorgenommen, aber … Warum sollte ich mich hier wegbewegen? Warum.

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