Not an Instagram Life

Wie ich sie hasse, diese perfekt gestylten Mädchen in ihren perfekten Wohnungen, die sich morgens als Erstes zu klassischer Musik einen Tee in ihrer blitzsauberen Küche kochen und sich dann zusammen mit ihrer Katze überlegen, was sie denn wohl heute Schönes kochen und wie sie sich und ihren Lieben das Leben schön machen können. Schön und noch perfekter, als es eh schon ist. Diese Mädchen sehen aus, als hätten sie keinerlei Verdauung und wenn doch, dann kacken sie Rosen und Nüsse. Sie wuppen alles mit Leichtigkeit, nichts ist ihnen zu schwer, nach einem vollgepackten Arbeitstag in der Einhornschule gehen sie noch einkaufen und anschließend ins Fitnessstudio, wo sie ihre eh schon makellosen Körper in Form bringen, dabei wie schon den ganzen Tag über perfekt gekleidet sind und natürlich nicht ansatzweise  schwitzen. Vielleicht transpirieren sie ein wenig, aber das riecht dann nach Lavendel. Alles ist Glitzer und Glamour, alles blitzt und blinkt, it’s all so shiny.

Ich habe eben in den ältesten Sportklamotten, die ich besitze, Krafttraining gemacht (nach einem gesunden und nahrhaften Frühstück, bestehend aus Limettenmuffins und Käsebrot), dabei geschwitzt wie ein Schwein und anschließend gestunken wie ein Puma. Mein Platz im Wohnzimmer ist sehr deutlich als mein Platz zu erkennen, weil da die ganzen Krümel von den Tortillachips liegen, die ich zu Mittag hatte. Und wenn ich lange genug in meinem Unterhemd suche, finde ich da sicher auch noch welche. Ich habe keine perfekte kleine Hauskatze, die mir zur Begrüßung abends freundlich um die Beine streicht, ich habe schlechterzogene Elche. Wenn ich einen Scheißtag im Büro hatte, und das habe ich oft, kann ich nicht mehr einkaufen gehen, weil ich den ganzen Supermarkt in Schutt und Asche legen würde, weil mir die Menschen da so unsagbar auf die Nerven gehen. Da ess ich lieber auch noch zum Abendessen Chips und trinke Leitungswasser, anstatt abends einkaufen zu gehen. Wenn ich joggen gehe, dann frühmorgens im Schutz der Dunkelheit, weil mich dabei Menschen sehen könnten, die meine Mitarbeiter sind und dann jeglichen vielleicht noch vorhandenen Restrespekt verlieren könnten.

Was ich sagen will: Ich tauge so was von überhaupt nicht für Instagram, ich habe keinen Instagram-Husband, der mich gekonnt in Szene setzen könnte, ich bin viel zu faul, um auch nur ansatzsweise den Schein zu erwecken, dass ich ein perfektes Leben hab und überhaupt. Weil ich bei Instagram aber nun auch einen Account hab, mache ich mit dem … was anderes.

Ein Gedanke zu “Not an Instagram Life

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