Nach Hause – und dann?

Ist ein Abschied auf Raten nun gut oder nicht? Ich will eigentlich lieber einen klaren Schnitt machen, aber es war auch schön, nicht gleich von allen sofort Abschied nehmen zu müssen. Am Morgen verabschiedeten wir uns zunächst von den beiden Leuten aus Stuttgart und zwei der Schweizerinnen. Erstere blieben noch länger in Auckland, Zweitere machten den Zwischenstopp auf dem Weg nach Hause in Dubai. Der Rest verteilte sich auf zwei Sammeltaxen und traf sich am Flughafen Auckland wieder.

Komplett gechillt von der neuseeländischen Lebensart, machten wir vorm Boarding erst mal einen Kaffeestopp. Dieses „Relax“ ist doch wirklich fantastisch in einer Welt, in der man immer nur gehetzt durch die Gegen rast und permanent außer Atem ist.

Als es ans Einsteigen ging, heulte der Himmel schon wieder. Wer konnte es ihm verdenken.

Ein letzter Blick auf dieses unglaublich schöne Grün, vorbei. Endgültig.

Und dann war ich plötzlich doch noch mal in Singapur.

Dass ich hier auf der Rückreise von Neuseeland noch mal einen Zwischenstopp einlegen musste, hatte ich bei der Abreise vor ein paar Wochen erfolgreich verdrängt. Aber so richtig zählte es ja nicht, denn wir verließen den Flughafen nicht. Aber Moosebert fand wieder sofort neue Freunde.

Ich setzte meine letzten Singapur-Dollar bis auf 5 Cent in spanisches Bier um, das ich mit einem kanadischen Elch teilte, wobei mich die Schweizer Mitreisende fotografierte. Es lebe die Globalisierung.

 

Und dann war ich nach mehr als drei Wochen Gruppenreise plötzlich wieder ganz allein. Das fühlte sich sehr viel seltsamer an, als ich vermutet hätte. Direkt nach der Landung hatten wir uns von weiteren vier Mitreisenden verabschiedet, die noch länger in Sinpapur blieben, die übrigen drei Damen und ich verabschiedeten uns dann kurz vor Mitternacht endgültig. Auf nach Düsseldorf, Frankfurt, Zürich, zurück ins alte Leben, zurück in den Alltag.

Ich bin ja wirklich gerne allein, aber diesmal fühlte es sich wirklich komisch an, nach so viel Interaktion mit großartigen Menschen auf sich selbst zurückgeworfen zu sein. Und als hätte ich zum ersten Mal nach Wochen meine eigenen Gedanken wieder hören können, wurde mir klar, dass ich dringend was in meinem Leben ändern müsste. So weit, so gut. Dummerweise wurde mir im selben Moment klar, dass mir neben einer gewissen Abenteuerlust ironischerweise auch eine anständige Portion Feigheit in die Wiege gelegt wurde. Zum Glück wirkte das Bier dann irgendwann.

Song of the Day:

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