Goodbye, selamat tidur, போய்ட்டு வர்றேன், 再见!

Und da war die Zeit in Singapur auch schon fast wieder vorbei – ich muss leider sagen: zum Glück.

Das Wetter war heute noch drückender, meine Laune noch schlechter, ich wollte nur noch weg und endlich im „richtigen“ Urlaub  ankommen. Allerdings ging mein Flieger erst spät am Abend. Ich checkte also so spät aus, wie es ging und entschied mich, in die Orchard Street zu fahren, um mich von einem klimatisierten Laden zum anderen zu hangeln und die letzten Singapur-Dollar unter die Leute zu bringen. Das klappte semigut – ich fand nichts, aber auch gar nichts. Also fast nichts. Yogasocken und Haargummis. Haargummis braucht man ja immer. Dann endlich zum Flughafen, auf dem Klo frisch gemacht, Koffer aufgegeben und gewartet.

Und gewartet.

Und noch ein bisschen mehr gewartet, denn am Ende machte Singapur dann auch noch Probleme beim Abschied. Wir saßen schon alle im Flieger, da verzögerte sich die Abreise zunächst wegen eines technischen Defekts, dann durften wir alle wieder aussteigen und auf ein Ersatzflugzeug warten. Das war mir aber lieber so, als dass nur etwas repariert wurde, was dann nachher doch kaputt geht (wobei man aber in Flugzeugmechaniker bestimmt mehr Vertrauen haben kann als in meine Fähigkeiten bei der Reparatur meiner Fahrrad-Gangschaltung). Wenn ich schon abstürzen muss, dann bitte erst NACH dem Urlaub.

Aber so hatte ich wenigstens Zeit, ausführlich zu ergründen, warum ich diese Stadt nicht gernhaben kann und sie sogar als Albtraum empfinde. Ich habe mich selten so bemüht, einen Ort zu mögen, zumal mir wirklich jeder davon vorgeschwärmt hat. Ich wollte wirklich Plätze und Orte in ihr finden, die ich dann als „meine“ empfinde – und ich bin noch nie so grandios gescheitert wie in Singapur. Ich lief durch Stadtviertel, die sich so stark voneinander unterscheiden, als lägen sie auf verschiedenen Kontinenten, laut, bunt, jedes auf seine Art freundlich, ich roch die wildesten Gerüche, sah die fremden Menschen, die hier leben, bunte Farben, hörte Musik, die ich noch nie vorher gehört hat, wusste, dass es großartig ist und empfand – nichts. Oder höchstens den Wunsch, hier so schnell wie möglich wieder verschwinden zu können. Diese Stadt hat mich kein Stück berührt, ihre Schönheit ließ mich komplett kalt. Am Regen lag es sicher nicht, den hatte ich auf Oahu auch, und es hat der Liebe, die ich für Hawai’i empfinde, keinerlei Abbruch getan. Vielleicht lag es auch daran, dass ich als nicht gerade kleine blonde Frau fast überall, wo ich war, wie ein europäischer Leuchtturm immer und überall im Weg zu sein schien, wo mir doch eher nach Ruhe und unauffällig in der Menge verschwinden war?

Es stimmt schon, dass ich diesen Stopp vor dem „richtigen“ Urlaub eigentlich nicht hatte machen wollen, aber die Dame im Reisebüro hatte so geschwärmt, andere Leute, die schon hier gewesen waren, hatten auch nur geschwärmt. Zudem konnte ich so den Jetlag auf dem Weg zu meinem eigentlichen Urlaubsziel abfedern und wie schon erwähnt auch Asien auf meiner Liste abhaken. Ich konnte mich auf Englisch mit den Menschen unterhalten, was für mich auf Reisen ein wichtiger Punkt ist. Ich war durchaus bereit, mich auf diese Stadt einzulassen, sonst hätte ich sie mir ja gar nicht erst angesehen, sondern wäre nur shoppen in der Orchard Street gewesen.

Dabei hatte ich beim Lesen des Reiseführers über die faszinierende Geschichte und die Geschichten dieser Stadt richtig Herzklopfen beim Gedanken daran, dass ich das alles bald selbst sehen würde, aber dann wollte ich auf einmal nicht mehr hier sein. Im Rückblick hab ich mich exakt bis zu dem Moment auf Singapur gefreut, in dem ich gelandet war. Es sind wohl doch zwei verschiedene Dinge zu wissen, dass eine Stadt schön und aufregend ist, und es dann auch zu fühlen. Vielleicht gibt es aber auch einfach keine Erklärung. Man kann ja auch manche Menschen nicht leiden, obwohl sie einem nichts getan haben.

Jetzt aber weg hier. Und hey – es gab kostenlose Snacks wegen der Verspätung.

(Ach ja – für den Fall, dass der Google Translator aus den Verabschiedungen in der Überschrift obszöne Beleidigungen gemacht haben sollte, bitte ich erstens um Verzeihung und zweitens um Verbesserungsvorschläge.)

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