In fünfeinhalb Stunden in den Sonnenuntergang

Weil ja die zwölf Kilometer gestern noch nicht genug waren, hab ich heute noch mal sportliche 13 drangehängt. Ich möchte jetzt sehr, sehr viel schlafen, aber ich bin auch ein bisschen stolz auf mich. Und sehr, sehr hungrig, aber das soll euch jetzt mal nicht interessieren.

Weil die Sonnenuntergänge am Cobo Bay so spektakulär sein sollen und ich in St Peter Port nur die Sonnenaufgänge sehen kann, startete ich am Nachmittag und näherte mich über Tasty Walk 5, section 1 und Walk 4, section 4 und 3 (halb) dieser Bucht. Zwar wanderte ich dabei in der entgegengesetzten Richtung, aber das soll ja wohl keinen stören.

Den Anfang in Pembroke zu finden, war nicht ganz einfach, zum einen, weil Pembroke Bay so schön ist, dass man da gleich erst mal eine Stunde sitzenbleiben möchte, …

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… zum anderen, weil der Weg über einen Golfplatz führt und ich zu den Menschen gehöre, die eine Landkarte drehen müssen, um sich darauf zurechtzufinden.

Schließlich konnte ich mich aber doch noch losreißen und fand die erste Sehenswürdigkeit, den Millennium Stone, und ganz in der Nähe auch das La Varde-Grab.

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Diese Gräber sind ja doch immer aufs Neue faszinierend. Dieses ist zudem noch das größte seiner Art auf Guernsey. Wenn ich nicht so ein Schisser wäre, wäre ich mal reingekrochen, aber … na ja.

Irgendwie gruselig auch der unvermeidliche Bunker. Offenbar war dieser auch mal zugänglich, denn drinnen fanden sich diverse „Malereien“. In einigen anderen Bunkern, in die ich reingeschaut habe, lagen auch Flaschen und ähnliches Zeugs, als hätte da mal jemand eine Party gefeiert. Dafür kann ich mir ja auch schönere Orte vorstellen.

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Aber zum Glück ist die Landschaft hier ja so schön, dass man schnell wieder auf andere Gedanken kommt.

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Und zack! schon war die erste Etappe dieses Spaziergangs erreicht: Rousse Tower. Diese runden Verteidigungstürme stehen überall auf der Insel. Ursprünglich waren es mal 15, übrig sind noch zwölf, die allesamt gebaut wurden, um sich Napoleon vom Hals zu halten. An Rousse Tower ist das Besondere, das die Kanonen direkt drumherum stehen. Ist ja auch ganz praktisch, wenn man den Feind nicht nur sehen, sondern gleich beballern kann.

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Irgendwie hatte ich an dieser Station Schiss, dass ich es nicht mehr rechtzeitig zum Sonnenuntergang schaffen würde und legte trotz veritablen Muskelkaters vom Vortag einen Zahn zu. Natürlich nicht, ohne immer wieder viel zu viele Fotos zu schießen. Aber ich kann nicht anders. Ich muss das alles festhalten.

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Das folgende Bild zeigt Port Soif, eine bezaubernde kleine Bucht, durch Felsen mehr oder weniger geschützt. Sie ist wohl sehr beliebt, aber, wie die meisten Buchten zu dieser Jahreszeit, fast menschenleer. Wenn das Wasser und der Wind nicht noch so verdammt frisch wären, hätte ich es ja mal gewagt, zumindest den großen Zeh reinzuhalten, aber ich konnte es nicht über mich bringen.

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Nächster Stop dann am Chateau Grandes Rocques bzw. an der Festung auf der kleinen Landzunge davor. Auch diese nutzten die Nazis natürlich während der Besatzungszeit aufgrund ihrer strategisch günstigen Lage als Aussichtspunkt.

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Und dann war ich doch schon am Cobo Bay, viel schneller als gedacht. Ich hätte mich also gar nicht so beeilen müssen.

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Mittlerweile war ich so platt, dass ich mich nur auf die Mauer am Strand setzte und doof aufs Wasser schaute. Ich hatte mir Musik und was zu lesen mitgebracht, aber weder zum Musikhören noch zu meinen Büchern komme ich in diesem Urlaub besonders viel. Es ist wie bei Loriot: Ich möchte, egal wo, einfach nur da sitzen.

Und man wird der Landschaft hier ja auch nicht gerecht, wenn man nicht dauernd guckt. Gerade bei Sonnenuntergang:

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Jetzt aber schnell ins Bett. Wenn die Sonne erst mal weg ist, wird es nämlich ratzfastz arschkalt hier. (Romantische Stimmung kaputtmachen kann ich, woll?)

Song of the Day:


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