„Und? Wie war’s?“

Auf die oben zitierte Frage kann ich in diesem Jahr fast nur sagen: „Ich bin nur froh, wieder zu Hause zu sein.“

Rückblickend hätte ich mir diese Reise schenken sollen, aber ich wollte nun mal unbedingt noch wegfahren in diesem Jahr und auch unbedingt etwas weiter weg. Die geplante Rundreise durch Kalifornien mit einem einwöchigen Abstecher nach O’ahu konnte ich mir wegen der horrenden Zahnarztrechnungen in diesem Jahr nicht leisten, die Walguck-Reise an der Ostküste Kanadas war für mich als Single auch zu teuer, also wurde es Neuengland, wo ich eh schon immer mal hin wollte. Aber wer konnte schon wissen, dass das Wetter ab der Hälfte der Zeit scheiße sein würde. Wer weiß schon, dass die Gruppe bis auf ein paar Ausnahmen aus zu vielen Vollpfosten bestand? Dass der Indian Summer noch nicht soweit war und die Bäume bis auf ein paar Ausnahmen im schönsten Grün erstrahlten? Das kann einem immer passieren, und dass man so eine Reisegruppe erwischt wie damals in Hawai’i, ist ein solch seltenes Geschenk, dass fast klar war, dass das so schnell nicht wieder passiert.

Und vielleicht bin ich auch zu verwöhnt. Das wurde mir klar, als ich mich zum ersten Mal mit den Leuten aus der aktuellen Gruppe unterhielt. Als ich es mir nach der langen Arbeitslosigkeit endlich wieder hatte leisten können, in Urlaub zu fahren, war ich diejenige, die die anderen Leute bewunderte, weil sie schon so viel von der Welt gesehen hatten und ich gerade mal mit Interrrail durch Schottland und Familienurlauben in Dänemark und Malta punkten konnte. Inzwischen bin ich diejenige, die Sätze wie „Als wir damals am Yukon zelteten“ oder „am schönsten war der Sonnenaufgang über dem Krater auf Maui“ sagen kann. Nicht, dass ich das oft tue, aber manchen Leuten muss man es schon ein bisschen dicker aufs Brot schmieren, damit sie die Klappe halten. Vor allem solchen, die einem sagen, nach Neuseeland solle man nicht fahren, das lohne sich nicht, aber gleichzeitig nicht wissen, dass Bremen an der Weser liegt.

Es war klar, dass diese Reise anders werden würde als die beiden davor. Neuengland ist schön, keine Frage, aber es ist nicht so gewaltig, rauh und schön wie Alaska, nicht so fantastisch schön wie Hawai’i. Und auch wenn ich das nicht so erwartet hatte, war ich doch enttäuscht. Ich wollte das nur irgendwie veröffentlichen, es schnell raushauen, ich hatte mir unterwegs kaum Notizen gemacht (nach Hawai’i war der Block vollgeschrieben bis zum Anschlag) und auch keine Lust, das schön zu schreiben. Ich weiß, das merkt man dem Urlaubstagebuch an, aber jetzt habt ihr es ja auch überstanden. (Und ich auch.)

Und wenn man schon die nächste Reise plant, während die aktuelle noch nicht mal vorbei ist, ist auch nicht das beste Zeichen, oder? :-/

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