Love to live, and live to love

Schwimmen war heute nicht drin. Die Wellen sind (für eine Landratte wie mich) beänstigend hoch, und das eine Mal, dass mich der Pazifik überraschte und mir das Salzwasser durch eine verfügbaren Körperöffnungen geprügelt hat, war mir doch genug Nahtoderfahrung. Also hielt ich nach der „Bekloppte Fotos mit Elchen“-Session nur ein kleines Nickerchen im Hotel und legte mich danach gleich wieder in die Sonne. Nach einem erneuten Nickerchen am Nachmittag (ich erwähnte mal, das Maui faul macht, oder?) setzte ich mich in den Bus nach Lahaina und nutzte die Zeit bis zum Treffen mit der bezaubernden Dame aus Würzburg, die nach dem Ende der Gruppenreise dort noch ihren Urlaub verlängerte, zum Shoppen. Blöderweise brüte ich wohl gerade eine Erkältung aus und irgendwie nervte mich das Bummeln doch relativ schnell. Zudem bietet jeder Laden hier denselben Schrott an, den ich schon in Ka’napali nicht kaufen will. Wenigstens war der Himmel heute bedeckt, so dass ich nicht wie sonst sauviel schwitzte, sondern nur viel. Zudem scheint es auf der ganzen Insel keinen einzigen Buchladen zu geben, und mir geht doch langsam die Lektüre aus. Besser wurde der Nachmittag dann mit dem Kauf einer Bluse, anlässlich dessen ich mit dem Verkäufer ins Plaudern kam und er von seiner deutschen Oma berichtete. Als mich anschließend endlich jemand auf mein Magnum-Shirt ansprach

Magnum

und eine freundliche Verkäuferin in einem Klamotten-Laden meinen Rucksack lobt und wir über Urlaub in Europa in ein Gespräch kamen, wurde der Tag so langsam besser. Der Abend entschädigte schließlich komplett für den leicht versauten Nachmittag. Das Lächeln der bezaubernden Dame aus Würzburg ergatterte uns einen Tisch an der Bar im Fleetwood’s. Und manchmal, wenn ich mich heute alt fühle, erfreue ich mich immer noch an der Frage „You’re both over 21, are you?“ des Platzanweisers. Wir hatten an der Bar den besten Blick auf die untergehende Sonne sowie Die Sunset Ceremony mit dem Scottish Piper und dem Aloha-Mann. Natürlich wirbt die Homepage mit dem Satz, dass man diese Zeremonie nicht verpassen sollte, aber es ist wirklich so. Es ist witzig, stimmungsvoll, und überall weht Aloha übers Meer. Im Gedächtnis geblieben ist mir nur ein Satz, aber der fasst die Aussage des Abends recht gut zusammen: „Love to live, and live to love. All is coming back to you, so make everybody smile.“

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Wir aßen Grilled Salmon, tranken Pumpkin Mule, schauten aufs Wasser, unterhielten uns aufs Beste, lauschten der entspannten Musik und quatschten noch eine ganze Weile mit den Australiern, die unseren Platz an der Bar übernahmen. Nach dem Essen shoppten wir noch ein bisschen – und diesmal auch richtig schöne Geschenke, denn die bezaubernde Dame aus Würzburg kannte in Lahaina die richtig guten Läden. Mit unfassbar freundlichen Verkäufern natürlich. Ich betone das immer wieder, weil es mich immer wieder überrascht. Als Deutscher kommt man ja mit so was nicht klar. Auf Maui scheint die Sonne auch in der Nacht, weil sie den Leuten – nein, nicht aus dem Arsch diesmal – aus den Herzen scheint. Ich kann es nicht anders sagen, und es ist mir scheißegal, wie kitschig das klingt. Ich hatte selten in einem Urlaub das Gefühl, so angekommen und angenommen zu sein. Und ich bin noch nie niemals blöd angeschaut worden dafür, dass ich allein unterwegs bin. Jetzt brauch ich nur noch ein paar Millionen für ein Haus auf Maui.


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