Die Nacht der fliegenden Pfannkuchen

Nachdem wir uns gestern in vier Gruppen aufgeteilt hatten, waren wir heute wieder alle zusammen. Das klingt nur bedingt schön, denn die Leute, die mich neulich schon auf meine Gesichtsfarbe hinweisen mussten, fanden es heute unterhaltsam, mich darauf hinzuweisen, dass meine Bluse pink sei. Hey, hätte ich sonst auch nicht bemerkt.

Zu allem Überfluss fragte Mr. Guide auch noch mal, was wir denn zu meinem Geburtstag anstellen wollen. Ich antwortete mit einem charmanten „Mich in Ruhe lassen, hoffentlich“, was ihn aber nicht weiter beeindruckte. Ich mag das ja, wenn meine Wünsche so komplett ignoriert werden. Nicht.

Wir einigten uns dann mithilfe der besten Zeltnachbarin von allen auf Tacos und Chips. Damit kann ich leben, wenn mich auch der Gedanke daran, dass nun wahrscheinlich jeder weiß, dass ich übermorgen Geburtstag habe, nicht übermäßig froh stimmt. Ich bin da nun mal eigen.

Zu meiner nicht allerbesten Laune gesellte sich heute auch noch Dauerregen. Was aber nur halb so schlimm war, weil wir eh die meiste Zeit im Auto saßen, um nach Tok, Alaska zu fahren. Sobald wir im Auto sitzen, muss man sich aber wenigstens nicht mehr unterhalten. Denn kaum berühren unsere Sitzknochen die Sitze, schlafen wir ein. Durch die Bank alle. Mr. Guide zwar nicht, aber sein Fahrstil lässt einen gelegentlich den Eindruck gewinnen, als schliefe er auch.

Kaum hatten wir aber die Grenze nach Alaska passiert, ließ der Regen nach. Es war von da an nicht mehr feucht und ungemütlich, sondern nur noch ungemütlich. Die Grenzformalitäten waren wieder irgendwie chaotisch, weil Mr. Guide mal wieder Daten und Dokumente durcheinander warf, aber das kennen wir ja inzwischen schon.

Wir fuhren fast durch, und aufgrund des Wetters hab ich den ganzen Tag über keine Fotos geschossen, die es sich zu zeigen lohnte. Außer diesem hier:

Vögelchen

Tiere gehen ja immer.

Unser Zielpunkt war der Sourdough Campground – ein gar zauberhaft chaotisches Plätzchen mit Waschräumen und heißen Duschen. Alles dort ist ein wenig durcheinander (wie die Website übrigens auch), aber die Leute sind lustig, man kann Pfannkuchen werfen, um ein Frühstück abzustauben (ich hatte zwar die beste Technik, aber trotzdem kein Glück) und Unterstände, so dass man keine Plane spannen muss. Wenigstens konnten wir die Zelte im Trockenen aufbauen. Die beste Zeltnachbarin von allen und ich haben es mittlerweile echt gut raus, die Heringe in den Boden zu kriegen: Wir lassen es einen der Herren machen.

Nach dem Essen machten wir uns den Spaß und organisierten unsere Essenskisten neu. Ohne zu viele Ansprüche stellen zu wollen – aber Salami, die neben den Bananen lagert und Butter, die im Wasser der aufgetauten Eisblöcke herumschwinnt, finde ich eklig. Außerdem findet man nie etwas, wenn man was sucht, weil alles wie Kraut und Rüben durcheinanderfliegt. Zum Glück bin ich damit nicht alleine, so dass wir unseren Guide einfach mal ignorierten und die Kisten neu packten – inklusive vorheriger Reinigung der Kühlboxen und anschließender Beschriftung. Müssen das wohl auf jeder Tour die Gäste machen, oder kriegen andere Guides so was auch alleine hin? Und gucken anderen Guides wohl auch mal vorher, was an Essen noch da ist, bevor sie einkaufen gehen. Allmählich kriegen wir einen Eindruck davon, was der Herr meinte, als er sich ma ersten Abend als „chaotisch“ vorstellte. Das kann ja noch heiter werden.

Ich bin wohl heute ein bisschen meckerig.

Song of the Day:


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