Yukon ho!

Yukon ho

Vor den Urlaub hat der Reisegott das Einchecken und Fliegen gesetzt. Beides ist von Hamburg aus nicht das reine Vergnügen, und das Umsteigen in Frankfurt ist auch meistens dazu angetan, die Urlaubsbedürftigkeit des Reisenden eher noch zu erhöhen. Zum Glück hatte ich heute Morgen Mademoiselle Scholli an meiner Seite, die mich kutschiert und mir das Händchen gehalten hat. Ich kann diesen weltbesten Flughafentransfer-Service nur empfehlen, Frau Scholli könnte ein Unternehmen damit aufziehen. Ohne sie hätte ich das Lufthansa-Püppchen, das beim automatischen Einchecken nur den umstehenden Herren half, aber nicht mir, eine runtergehauen. Und wer weiß, ob ich es dann pünktlich in den Flieger geschafft hätte. (Und bevor wieder einer fragt, was denn am automatischen Einchecken so schwierig sei: Mein Reisepass lässt sich nicht einscannen, keine Ahnung, warum nicht. Das war schon vor zwei Jahren so, vermutlich sehe ich auf dem Bild so gruselig aus, dass der Scanner streikt.)

Nachdem die freundliche Mitarbeiterin beim Einchecken großzügig über die 200 g Übergewicht meines Koffer hinweggesehen hatte (Thermomatte und Schlafsack wiegen halt) und ich diesen los war, war Zeit für die angenehmen Seiten des Reisens: ekeliges Frühstück beim Mäckes. Für Frau Scholli, mich und den netten Herrn, der mir schon meine letzten Kanada-Reise versüßt hatte und unbedingt mit musste, nachdem er gehört hatte, dass es unter anderem wieder in seine Heimat ging. Reintroducing Sir Moosebert Diefenbaker, kurz Moosebert.

SONY DSC

Und ja, der Elch von Welt trägt eine maßgeschneiderte Fleecejacke mit Ahornblatt drauf. Fragt nicht.

Ich konnte den ganzen Tag lang nicht fassen, dass es endlich losging. Und allmählich wich das „Was habe ich mir nur dabei gedacht“-Gefühl der Vorfreude. Im Flugzeug von Frankfurt nach Whitehorse kam ich in den Genuss eines Upgrades auf Premium Economy – und zahlreicher Nervblagen, aber die hab ich ja immer. Aber immerhin gab es eine Goody Bag mit Schlafmaske, Ohrenstöpseln Zahnbürste und -pasta. Wer weiß, wann man das noch mal brauchen kann.

In Whitehorse (eine nur mäßig schöne Stadt), empfingen mich unser Guide, 25 Grad und strahlender Sonnenschein. Die letzten beiden Aspekte rissen raus, dass mich der Guide gleich mit „Oh, you’re the birthday girl“ empfing und sich auch nicht davon überzeugen ließ, diesen meinen Geburtstag doch bitte erst mal nicht zu erwähnen. Man weiß ja schließlich nicht, wen man so in der Gruppe hat – und falls es sich dabei um Arschlöcher und Psychopathen handeln sollte, will ich meinen Geburtstag vielleicht gar nicht mit denen feiern.

Allerdings scheint die Gruppe so weit ganz okay zu sein. Zumindest ist mir keiner gleich unangenehm aufgefallen. Interessant nur, dass wir sehr gemischt sind – ich war von einer rein deutschsprachigen Gruppe ausgegangen, aber von den acht Reiseteilnehmern sind vier aus dem Ausland. So auch meine Zimmernachbarin, die auch sehr nett zu sein scheint. Was man so feststellen kann am ersten Abend. Den wir übrigens  hier verbrachten, wo es Kokanee-Bier aus den Rockies gibt und die Klos „Dick“ und „Jane“ heißen.

Nach dem Essen war ich so müde, dass ich schon wieder wach war. Was auch damit zu tun hat, dass das Hotelzimmer trotz weit geöffnetem Fenster muckelig warm war und die Sonne nicht so wirklich untergehen wollte. Egal. Ich freu mich wie Sau auf morgen und dass es endlich losgeht. Yukon ho.


One response to “Yukon ho!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: