Autogedöns und Schnauze voll

Und kaum schreibe ich, dass das Leben mal kein Arschloch ist, da packt es aus, was es so an Dreck und Schamodder hat.

Als ich nach dem grandiosen Montagabendkonzert am Dienstag Mittag auf dem Weg nach Hause war und auf der A2 in Höhe Gütersloh gerade an nichts Böses dachte, wirbelte der Wagen vor mir irgendetwas auf der Straße Liegendes auf, was ich zunächst für eine Pappe hielt. Dass es offenbar eine große Metallplatte, vermutlich ein Schild, war, merkte ich erst, als ich selbst drüberfuhr und es ordentlich rumste. Ich bekam einen Mordsschreck, merkte aber rasch, dass dem Wagen wohl nichts passiert war. Ich fuhr auf die rechte Spur, bremste leicht, merkte, dass alles normal war, der Wagen nicht schlingerte, nicht klackerte und sich auch sonst normal anhörte. Dass mitnichten alles normal war, merkte ich erst, als ich bei meinen Eltern ankam: Das Nummerschild war weg, die Halterung dafür halb abgerissen, und die Stoßstange war auch locker.

Um es kurz zu machen: Meine Eltern und ich verbrachten meinen Urlaub zu einem unangenehm großen Teil mit Werkstattbesuchen und Autogedöns. (Und zum Glück habe ich Eltern, die nicht sagen: „Dein Auto, deine Probleme.“) Die neue Stoßstange ist nicht gerade billig, aber die Versicherung würde natürlich nur zahlen, wenn ich gegen einen Elch gefahren wäre, die Scheibe statt der Stoßstange kaputt wäre oder mir ein Ast vor die Kiste gekracht wäre. Dass ein Idiot riesige Metallteile auf der Autobahn verliert und man sich damit die Stoßstange schreddert, das ist nicht abgedeckt.

Ich durfte zudem eine Unfallmeldung machen, bei Polizei und Autobahnmeisterei nach dem Kennzeichen forschen und nun, da es natürlich nicht gefunden wurde, ein neues beantragen. Was, wie wir wissen, auch immer mit Schweiß, Tränen und Geld verbunden ist. Das Wichtigste ist natürlich, dass mir selbst nichts passiert ist, und darüber bin ich natürlich heilfroh. Wobei – wenn ich mir meine seit zwei Wochen absolut beschissene Laune ansehe, bin ich mich nicht so sicher, dass ich ohne Spätschäden aus dieser Sache hervorgegangen bin. (Ganz besonders zauberhaft und nicht die Laune verbessernd übrigens der Kommentar eines einzelnen Herrn: „… wobei strenggenommen Menschen, die ihren Autos Namen geben kein Mitleid verdienen …“ – ich schrieb vom „Kikimobil“. Und ich bin jetzt nicht mehr mit dem Herrn in Kontakt.)

Danke, Leben, Du Arschloch. So kenn ich Dich.


3 responses to “Autogedöns und Schnauze voll

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