Niagara: Nicht in die Fälle fallen

Heute morgen war es soweit. Ich hatte schon geahnt, dass es irgendwann passieren würde, aber blöd war es in dem Moment doch:  Ich hatte einen schweren Fall von Zimmernummer-Amnesie. Am Abend hatte ich noch zu dem netten Pärchen aus der Nähe von Dortmund gesagt: „Oh cool, 108. Das war meine erste Autonummer, das kann ich mir merken.“ Wie die Realität zeigte, konnte ich es nicht. Zumal die Hotelplaner die Flure ja so anlegen, dass man dreimal im Kreis läuft, ohne es zu merken. Und Kreide zum Zeichen an die Wand malen hat man auch nicht immer dabei. Wenn man dann noch wie ich den Orientierungssinn einer Bratwurst hat, führt das geradewegs ins Verderben, sprich minutenlanges Herumirren auf den Fluren, bis ich endlich richtig war. An der Rezeption nach dem Weg zu fragen, wäre selbstverständlich nicht infrage gekommen. Da bin ich Kerl, da frag ich nicht.

Schön war heute Morgen, dass es ein Frühstücksbüfett gab, aber keinen Frühstücksraum, so dass wir auf unseren eigenen Kemenaten speisen konnte. (Möglicherweise ist es ein Zeichen für fortschreitende Rentneritis, dass ich in jüngster Zeit so besessen von Frühstücksgeschichten bin.)

In meinen Reisetagebuch finden sich für heute nicht besonders viele Notizen, und ich sehe mich auch weiterhin nicht in der Lage, den heutigen Tag angemessen zu beschreiben. Für etwas so Gigantisches wie die Niagara-Fälle fehlen selbst mir die Worte. Wobei ich auch zu Beginn dachte: „Ach, hatte ich mir irgendwie doch größer vorgestellt.“ Auch, wenn man natürlich auch beim bloßen Draufsehen einen Eindruck von der Kraft des Wassers bekommt, mit der die Fälle da so herumrauschen. Richtig imposant wird es aber erst von unten, wenn man in einem scharfen blauen Umhang auf der „Maid of the Mist“ von unten an die Fälle heranschaukelt. Aber guckstu selber:

Immer wieder beeindruckend auch die Tierwelt an solchen Touristenzentren: komplett ohne Scheu bis zur Penetranz.

Abend gab es noch eine kleine Shoppingtour ins Outlet-Center um die Ecke. Auf dem Rückweg kam mir dann unsere halbe Reisegruppe entgegen, wovon wiederum die Hälfte zu meinen neu erworbenen Nike-Turnschuhen sagte: „Oh, die sind ja grün.“ Und die andere Hälfte: „Na ja, wenn sie bequem sind …“ Banausen.

Song of the Day:


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