Mürmeltiere in Montréal

Wir nähern uns jetzt langsam dem Teil der Reise, vor dem mir graut. Zumindest ein bisschen. Nämlich dem Teil, den wir im französischsprachigen Kanada verbringen. Ich mag diese Sprache nicht, was im Übrigen auf Gegenseitigkeit beruht. Ich befürchte, mein ganzes Sprachtalent geht für Englisch drauf. Aber in Montréal komme man mit Englisch auf jeden Fall noch durch, sagt mein Reiseführer.

Auch, wenn mir sowas meistens egal ist: Das Hotelzimmer hier ist der absolute Knaller. Zwei Kingsize-Doppelbetten (eins für Sir Diefenbaker und Curd, eins für mich), wieder eine nette Aussicht auf lauter Hochhäuser, eine auf „Arktis“ eingestellte Klimaanlage und vor allem: Computer mit Internetanschluss auf dem Zimmer. Würde zwar morgen wegen des Champions League Spiels noch besser passen, aber immerhin kann ich jetzt schon mal den letzten Bundesliga-Spieltag aufarbeiten.

Zum Glück geht meine Reisegruppe mit meiner Sucht gut um. „Wie hältst du das aus, nicht zu wissen, wie deine Jungs gespielt haben?!“, fragte mich gestern der Teil der entspannten Berliner Herrenreisegruppe, der nach eigener Aussage auch bei Fußballspielen, die er nur im TV sieht, ein Trikot  trägt. Und als ich zu den beiden netten Leuten aus der Nähe von Dortmund sagte, so wichtig sei das ja auch nicht (man muss den Leuten seine Verschrobenheiten ja nicht alle auf einmal servieren), bekam ich zur Antwort, ich solle das mal nicht runterspielen. Ist ja auch wieder wahr. Also hab ich den Abend nach der Rückkehr ins Hotel größtenteils vor einer schwarz-gelb gefärbten Website verbracht. 2:1 gegen Mainz gewonnen, das ist doch fein.

War heute sonst noch was? Ach ja, Montréal. Hübsches „kleines“ Städtchen. Zumindest wirkt es in einigen Teilen klein. Leider rauschte der Bus so schnell durch das Künstlerviertel, dass die Bilder davon alle Grütze sind. Aber die wichtigsten Bilder habe man ja eh im Kopf,  musste ich mich belehren lassen. Pah. Was ich nicht auf dem Chip hab, ist auch nicht passiert.

Unser Stadtführer heute war Larry, der gleich zu Beginn versprach, „dem deutsche Grammatik zu mörden“. Und wie zuvorkommende von der Reisegruppe, sich über so nett verhunzte Wörter wie „Mürmeltier“ jedes Mal wieder vor Lachen schier auszuschütten. Ich will ja getz nich sagen, datt ich imma spreche wie feine Leute am sprechen sind, aba hömma – wenn man aus Sachsen kommt, sollte man vielleicht über die Aussprache anderer nicht lachen. Schon gar nicht, wenn der andere polyglotter Ausländer ist und man selbst mit nicht nachlassendem Starrsinn auch beim dritten Mal „Zwei Hotdogs, bitte“ bestellt und sich wundert, dass man nicht verstanden wird.

Wo war ich? Ach ja, Montréal. Jetzt aber mal Bilder:

Kein Urlaub ohne Stadion!

Nein, nicht verfahren. Man kann da wirklich über die Formel1-Strecke braten. Wenn man bei einer Geschwindigkeitbegrenzung von 30 km/h überhaupt von braten reden kann. Manchmal sind die Kanadier auch ein bisschen langweilig.

Gute Nacht.

Song of the day:

Ich weiß nicht warum, aber mir ist heute so klassisch zumute.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: