Gananoq – wie?

Nach der Stadtrundfahrt hieß es heute Mittag „tschüss, Toronto“, hallo Big Apple, ein bezaubernder kleiner Rastplatz, auf dem sich alles rund um den Apfel dreht.

Wo aber auch wilde Tiere zu Hause sind,

es Killerkaninchen gibt oder jemand nur zu viele Monty-Python-Filme geguckt hat – beides wäre gleichermaßen sympathisch –


und wo Larry das Lama auf die Frage „How are you today?“ nur müde grunzt:

Anschließend ging es weiter nach Kingston, „Home of John A. MacDonald„, dem ersten Premierminister Kanadas.  Ein niedliches Städtchen voller süßer, kleiner Häuser. Ich entschuldige mich für diese Mädchen-Wortwahl, aber ich bin immer noch berauscht von der Tatsache, dass ich überhaupt hier im Lande bin. Und sobald meine Häuser in Key West und am Elbstrand abbezahlt sind, kaufe ich mir eins in Kingston. Am besten mit Blick aufs Wasser:


Und ja, die Farben sind so.

Dummerweise musste ich mich heute auch gleich das erste Mal so richtig für eine Mitreisende schämen. Es gibt ja so Leute, die man zuerst hört, bevor man sie sieht. (Vor allem ältere Damen ab einem gewissen Alter und einer gewissen Leibesfülle. Deren Ehemänner gerne „de Kallheinz“ heißen und nur die Hälfte des Raums ihrer Angetrauten einnehmen. Die in einem Bundesland wohnen, das ich hier nicht verunglimpfen möchte, weil ich da selbst sieben Jahre gewohnt habe. Aber das nur am Rande.) Und so kam es, dass der freundliche Kanadier, der sein Auto vor einem nachgemachten Raddampfer parkte, der an diesem entzückenden (‚tschulligung!) kleinen Hafen in Kingston nun wirklich das am wenigsten fotografierenswerteste Objekt war, plötzlich dumm von der Seite angeschissen wurde. Mit unartikulierten Lauten, die irgendwas in Richtung „Wie kann dieser dumme Eingeborene denn jetzt da parken, wo ich fotografieren will?!“ Ich wünschte mir brennend, das diese Szene sich in der Bronx abgespielt hätte, dann hätten wir uns auf der Weiterreise nicht mehr für solche Szenen fremdschämen, sondern im Bus nur Platz für einen Sarg schaffen müssen. Aber der Kanadier an sich ist so ziemlich der höflichste und freundlichste Menschenschlag, den man sich vorstellen kann. Der in solch unangemessener Weise angepampte Herr erklärte mit der Situation unangemessener Freundlichkeit, dass er eine Genehmigung zum Parken an dieser Stelle habe, nur kurz auslade und in fünf Minuten wieder weg sei. Was die Dame aus dem Bundesland, das ich nicht nennen möchte, sprachlich natürlich nicht im Ansatz verstand. Ich hätte ja übersetzen können, wollte mich aber ehrlich gesagt nicht als Landsmännin zu erkennen geben.

Nachdem das überstanden war, ging die Fahrt weiter nach Gananoque, einem netten kleinen Ort, der allerdings schon dabei ist, sich für den Winter einzumummeln. Im Sommer ist es hier, wo die Leute vor ihren Veranden Schilder mit der Aufschrift „Welcome to the porch!“ aufstellen, sicher ein einziger gastfreundlicher Traum. Von all den ur-kanadischen Spezialitäten in den Restaurants mal ganz zu schweigen:

Das Hotelzimmer ist leider weit weniger appetitlich. Es stinkt nämlich nach kaltem Zigarettenqualm. Was soll’s. Ist ja nur für eine Nacht. Ich halte mir einfach die Nase zu und denke an die frische Luft auf der Bootsfahrt, die wir morgen zwischen den 1000 Islands machen.

Song of the day:

(Für die Leute, deren Abwesenheit man mehr genießt als ihre Gegenwart.)


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