Ich bin dann mal weg

So fühlt sich das also an, wenn sich ein Traum erfüllt: Man sitzt morgens um 5 müde und mit Restalkohol auf seinem Koffer am Bahnhof Altona und wartet auf die S-Bahn zum Flughafen, während auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig eine Schnapsleiche auf die Gleise kotzt. Irgendwie hatte ich mir das erhebender vorgestellt. Ich meine, wie kann der kotzen, wenn ich in etwa 14 Stunden das erste Mal kanadischen Boden betrete und endlich die Rundreise starte, von der ich seit zehn Jahren träume? Zehn Jahre, in denen Arbeitslosigkeit, Umzug, zurückzuzahlende Schulden und Autokauf die Erfüllung dieses Traums verhindert haben. Ich finde, da muss man nicht kotzen. Und das lärmende Volk, das an der Reeperbahn auf einer Woge von Alkohol ins Abteil gespült wurde, weiß die Erhabenheit des Augenblicks auch nicht zu schätzen. Für das Flughafenpersonal ist es auch nichts Besonderes, wenn jemand nach Toronto fliegt.

Na gut, wenn das schon sonst keiner zu würdigen weiß, geh ich eben auf die Aussichtsplattform und heule ein bisschen vorfreudig vor mich hin. Das habt Ihr jetzt davon.


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