Im Dienste der Wissenschaft

Ich beantworte gerade einen Fragebogen zu einer interessanten Diplomarbeit und brüte über der Frage, was männliche und weibliche Blogs voneinander unterscheidet. Weiter als „Frauen bloggen über Katzen und/oder vollgeschissene Windeln, Männer über Bier und Fußball und so Zeugs“ bin ich noch nicht gekommen. Wäre es wohl zu verantworten, diesen Satz auf die aufstrebende akademische Elite loszulassen?


14 responses to “Im Dienste der Wissenschaft

  • manuela

    Nicht wirklich, weil es „besser-wisser Modus“ ja auch Frauen gibt die über Pcs, Kameras und co schreiben. „BWM“ aus, allerdings das über die Männer können sie so stehen lassen ;-)

  • Scholli

    Das ist in jedem Fall zu verantworten. An irgendeiner Antwort müssen die Herrschaften doch die Statistik messen. Als olle Linguistin kann ich da nur sagen: Trau keiner, die Du nicht selbst gefälscht hast! Also Statistik, nech. Ich wollte meine MA ja auch erst über Konstruktion autobiographischer Identität in Weblogs schreiben, aber dann fand ich die Bloggerei selber so lustig, dass ich mir den Spaß nicht verderben wollte… :-)

    • Kirsten

      Hihi, ich wusste, dass Du das verstehst. (Hm, den Satz schreib ich öfter… ;-)) Ich bemühe mich wirklich, ordentliche Antworten in diesem Interview zu geben, aber ich finde es schwierig, Kategorisierungen zu beschreiben, in denen ich selber mich meistens bemühe, nicht zu denken.

      • Scholli

        Naja, bestimmte Denkmuster selbst nicht anzuwenden…man weiß ja, welchen Dingen man geflissentlich aus dem Wege geht, oder? Schwierig ist die Beschreibung (kenn ich ja, das Spielchen), weil man Abneigungen hegt gegen die Sorte Mensch, der man bestimmte Attitüden und Denkweisen zuschreibt. Man kriegt dann schnell sowas krakehlerisch negatives, wenn man etwas beschreiben soll, das man ablehnt, stelle ich bei mir zumindest immer fest, und dann kommt man sich unglaubwürdig vor. So als hätte man eine Woche lang irgendwelchen Kursteilnehmern Bio-Rohkost gepredigt, um anschließend von denen bei Mäckes erwischt zu werden, oder so… ;-)

        • Kirsten

          Ich bemühe mich halt immer, nicht in dieses „typisch Mann, typisch Frau“ zu rutschen (umso erstaunlicher, dass manche diesen Post offenbar ernstgenommen haben…), weil das überhaupt nicht abkann. Ich hab schon im Kindergarten einem auf die Nase gehauen, weil er sagte, Mädchen könnten nicht mit Autos spielen.
          Und nun soll ich halt sagen, was typisch Männer- und was typisch Frauenblog ist. Das ist echt schwer. Und wie Du sagst, mal fühlt sich selber unglaubwürdig dabei. Naja, ich hab noch ein bisschen Zeit bis zur Abgabe. Vielleicht träum ich bis dahin eine plausible Antwort. :-)

          • Scholli

            Ja, dieses typisch-mann-typisch-frau-gequatsche kann ich auch nicht ab. Kindergarten: Same here. Wundert mich jetzt aber auch nicht wirklich! :-) Wäre ich nur fünf Jahre älter, hätte ich diese Maßregelverwahranstalt für Kleinkinder in den 70ern nicht besuchen müssen und mein Leben als Kind wäre wunderbar gewesen…(ich neige heute zu Übertreibungen, ich sag’s lieber direkt dazu. Kindergarten heute: Ganz andere Einrichtung, ganz und gar nicht mit dem zu vergleichen, was ich erleben durfte, wirklich!)
            Naja, wie gesagt: Im Zweifel validieren die ihre Statistik an Deiner Antwort, was Dich aber nicht von dem Versuch abbringen sollte, das so ernsthaft und ehrlich wie möglich zu beantworten. :-)

  • wilfried

    Eine Frau sagte mal: Männer erklären einem immerfort ungefragt und ohne Einladung die Welt. – Frauen hingegen – aber was soll ich sagen, als Mann bin ich da kein Experte – im Gegensatz zu allen Frauen, die doch wissen, was sie sagen/bloggen und warum …

    • Kirsten

      Eben das ist das Problem – ich weiß nicht, ob man Männer- und Frauenblogs wirklich aufgrund der Themenauswahl strikt voneinander trennen kann. Es schreibt eben jeder über alles, und manche wissen was sie tun, während manche es eben nicht wissen. :-) Und blöde Ratschläge kriege ich dauernd und von jedem, das ist nicht auf ein Geschlecht begrenzt.

  • Herr A.

    Ohne es verallgemeinern zu können, dazu lese ich zuwenig Blogs, habe ich den Eindruck, dass Frauen mehr über ihre Gefühlswelt und Familienleben (Kleinkinder, Babies) schreiben, während Männer dazu neigen Erlebtes, Gesehenes und Gelesenes zu beschreiben. Ob es stimmt und warum es so wäre, kann ich allerdings nicht erklären.

  • kalesco

    Herr A., ich bin eine Frau und blogge, vorzugsweise über Gesehenes, Erlebtes, Fußball und Technik. In Ermangelung von Kleinkindern und Babies kann ich darüber gar nicht schreiben.
    Sollte es irgendwann so weit sein, werde ich vielleicht auch darüber berichten, aus dem einfachen Grund weil mich das dann gedanklich beschäftigt.
    Dass Frauen nach wie vor eher bei den Kindern bleiben und den ganzen Tag mit den Kleinen verbringen, dürfte doch ein gravierender Grund sein, darüber zu schreiben. Im Prinzip machen die dann auch nix anderes als über Erlebtes zu berichten. Dass viele dann für eine gewisse Zeit halt nur erleben wie LucaKevinMalte Fortschritte aufm Töpfchen macht und kaum Zeit für Bungee Jumping und ähnliches bleibt, erklärt dann auch das Geschreibe. Nicht?

    • Herr A.

      Und ich bin ein Mann und kann meine Gefühle nicht ausdrücken, ja bemerke sie sogar nicht einmal. Und nun? Selbstverständlich kommt der hohe Anteil von Frauen unter den „Babybloggern“ dadurch zustande, weil sie sich häufiger um den Nachwuchs kümmern. Ist auch nichts Schlechtes daran (aber schon mal ein potenzieller Unterschied im männlichen/weiblichen Schreibverhalten). Ich habe ja nur Vermutung (nicht: Behauptung) in den Raum gestellt, die ich aus den paar Blog ermittelt habe, die ich lese. Aber selbstverständlich wird es bei den zigtausenden Bloggern auch Männer geben, die ausführlich über ihre Gefühlsinnenwelt und das Gaga vom Kleinen schreiben. Und auch Frauen, die über innovative Halbleiterfertigungsverfahren oder Finanzmanagement bloggen. Widerspricht sich alles nicht.

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