Kirsten goes Konzert

So. Am 27. September trete ich nach diesem Event erneut an zur Heldenverehrung. Tori Amos singt nur für mich und ein paar andere unbedeutende Menschen in Hamburg. Seit der ersten CD ist sie für mich das, was für andere Kate Bush ist, die ich aber wiederum ganz scheußlich finde. Ich kann nicht behaupten, dass ich Tori Amos‘ Texte verstehe (sprachlich ja, inhaltlich fast nie), trotzdem oder gerade deswegen gefallen sie mir. Die Musik ist zumindest auf den CDs seit dem ersten Album um einiges bombastischer geworden – sprich, es gibt inzwischen mehr Instrumente als Stimme und Klavier. Manche Songs sind mir zu abgedreht, aber die meisten finde ich großartig. Und wenn die Dame schon in diese Stadt kommt, kann ich sie mir ja auch mal anschauen- und hören.

Ich bin schon sehr gespannt, vor allem, weil ich sonst kaum in Konzerte gehe. Wegen all der anderen Menschen, die da auch immer hingehen, mir auf die Füße treten und spätestens nach dem dritten Song komisch riechen. Immer stehe ich nämlich außerdem zwischen 3,60 m großen Typen, die mich vertrauensvoll in ihre Achselhöhle schließen. Aber poguen ist bei Tori vermutlich nicht so angesagt, da kann ich es vielleicht mal wieder riskieren, zu einem Großereignis zu gehen, bei dem ausnahmsweise mal nicht viele Männer in kurzen Hosen einem Ball nachlaufen. Außerdem sitze ich am Rand und kann zur Not schnell flüchten.

Eine meiner anderen Heldinnen in musikalischem Zusammenhang war mal Heather Nova, aber die gefällt mir seitdem auf CD besser. Sie machte nämlich bei ihrem Konzert in Bielefeld 1998 ein wenig den Eindruck, als sei sie lieber irgendwo, wo nicht so viele Leute sind. Was ich im Grund verstehen kann, denn ich bin auch lieber da, wo nicht so viele Leute sind. Aber ich singe auch nur in der Badewanne und beim Staubsaugen, und da bin ich ja allein.

Was ich mit all dem Geschwurbel sagen will, liebe Frau Amos: Es kostet mich eine gewisse Überwindung, zu einem vielbesuchten Konzert zu gehen. Es wäre also schön, wenn Sie sich viel Mühe geben würden, um diese Überwindung zu rechtfertigen (zumal ich mehr als 70 Euro für das Ticket abgedrückt habe. Das Lächeln von Paul Auster war da um einiges günstiger zu haben). Vielleicht zeigen Sie mir einfach mal, was Sie damals gemeint haben, als Sie sich in einem Interview als „Kleine Meerjungfrau auf Drogen“ beschrieben. Das würde ich wirklich gern mal sehen.


6 responses to “Kirsten goes Konzert

  • Schonzeit

    Ist das jetzt ein neuer Trend unter Bloggern? Der Herr Silencer besucht Tori Amos auch bald. Grummel. Ich hab kein Geld.

  • Muschelschubserin

    Wünsche viel Spaß! Ich hab erst neulich bei Last.fm rumgewühlt und nach Bands und Künstlern gesucht, die ich von früher noch kannte – und bin u.a. bei Tori Amos hängen geblieben (und bei Heather Nova auch, auch wenn sich das jetzt anhört, als würde ich schleimen, is so). Seitdem hab ich mich ein paar Mal gefragt, was aus ihr geworden ist (war zu faul zum Nachgucken) und warum ich die bitte schön immer nur so am Rande mitbekommen habe, wo die Musik doch so gut ist.

    • Kirsten

      Och, das empfinde ich nicht als schleimen. ;-)

      Ich denke, es gibt viele, die sowohl Tori als auch Heather mögen. Bei mir käme da noch Sarah McLachlan dazu – ist ja alles irgendwie ähnliche Musik, bloß mal mit Klavier und mal mit Gitarre.

      Ich glaub, Tori Amos war immer irgendwie da, aber nicht so auffällig wie andere Künstler.

  • Sennerin

    Ich besitze von Heather Nova nur den alten Kram (auch „The first recording“, weiß nicht, ob es das überhaupt noch zu kaufen gibt). Nach fünf Alben schlich sie sich aus meinem Leben. Begründen kann ich es nicht, sie begleitete mich lange Zeit und „Doubled up“ treibt mir heute noch das Wasser in die Augen (obwohl wirklich nicht nah an selbigen gebaut) – eine Bekannte schenkte mir irgendwann „Storm“, aber der Zauber war weg. Bei Tori Amos erging es mir ähnlich. Trotzdem beneide ich Sie wahnsinnig um das Konzert und wünsche Ihnen einen unvergesslichen Abend mit der Meerjungfrau.

    • Kirsten

      Von Heather Nova bekam ich das jüngste Album geschenkt, ich bin mir nicht sicher, ob ich es mir auch gekauft hätte – und so richtig vom Hocker gehauen hat es mich auch nicht.
      Aber „Doubled Up“ ist einer meiner Lieblingssongs! :-)

      Danke für die guten Wünsche, ich werde berichten!

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