Komma eben hierhin

Ich hätte da mal eine Fangfrage für die geneigte Leserschaft, was eine Kommaregel angeht. Nehmen wir mal einen sinnentleerten Satz, der einzig als Beispiel dafür dient, eine grammatikalische Fragestellung zu erörtern:

„Nachts ist es kälter, als draußen.“

Warum wird hier ein Komma gesetzt? Kann mir jemand da draußen die Regel dafür erklären? Irgendjemand?

Ich bin sehr gespannt, ob das jemand weiß und es mir so erklärt, dass ich es einsehe.


9 responses to “Komma eben hierhin

  • TheKaiser

    Die Regel ist, daß irgendwelche Grammatikverweigerer vor einiger Zeit angefangen haben, ein Komma vor „als“ zu setzen, was aber falsch ist. Inzwischen hat es sich erfolgreich verbreitet, so daß es immer mehr Leute machen. Richtiger wird’s dadurch aber auch nicht…

    Manche nennen es Sprachwandel. Ich nenne es: Die Legasthenikermehrheit schafft Tatsachen.

    • Kirsten

      Naja, würde ein komparativer Nebensatz folgen, wäre das Komma da berechtigt. Aber ich seh da irgendwie kein Prädikat.

      Sprachwandel würde ich es auch nicht nennen, vor allem, weil es mit Sprache nichts zu tun hat. Ich schließe mich da Deiner Formulierung an. ;-)

  • Scholli

    Kann ich nicht. Absoluter Bullshit, der darauf zurückgeht, dass die Leute angefangen haben, so zu schreiben, wie sie reden. Wie so viele ‚Angleichungen‘ in der Rechtschreibreform: enormer Schwachfug. Ich schätze, hier soll Sprachmelodie wiedergegeben werden. Aber ich glaub, wir werden uns dran gewöhnen müssen, denn nach genau dem Prinzip werden auch die lieben Kinderchen in der Grundschule unterrichtet und die konzeptionelle Schriftlichkeit wird irgendwann ganz verschwunden sein.

    • Kirsten

      Ich kenn keinen, der so redet. ;-)

      Aber ich finde es total irritierend, das überall lesen zu müssen. Ist fast genauso schlimm, wie gar keine Kommas zu setzen. Das sieht ja leider auch keiner mehr ein, dass eine Kommasetzung keine Schikane ist, sondern eine Lesehilfe sein kann. Hmpf. FRÜHER WAR DAS ALLES BESSER! DA GAB ES AUCH NOCH KEIN WESTPFÄHLISCHES SCHWARZBROT IN DEN BÄCKEREIEN!

      • Pumi

        Wie sollte jemand einsehen, dass korrekte Kommasetzung eine Lesehilfe sein kann, wenn derjenige keine Lesehilfe braucht, weil er nie liest?
        Das ist doch das Problem mit der nicht mehr existierenden Rechtschreibung / Kommasetzung / Grammatik : wer nicht liest, hat kein Bild vor Augen, wie es richtig aussehen muss. In den Zeitungen mit den großen Buchstaben sind die Sätze so einfach, dass man keine Kommas braucht.
        Früher – als sogar die Gummistiefel noch aus Holz waren – war alles besser. Da hörte man wenigstens im Radio und Fernsehen noch Sätze in korrekter Sprache.

  • Schonzeit

    Ich muss zugeben, dass ich schon seit der Schule mit Kommata auf dem Kriegsfuß stehe und keine Regel erklären kann, wenn wir mal von Relativsätzen absehen. Ich hab nicht mal nen Plan wie es bei dem erweiterten Infinitiv mit zu heutzutage ist.

    Mein Problem rührt daher, dass ich Kommata nicht lese bzw nur ganz selten bewusst wahrnehme und somit auch nie als Lesehilfe wahrgenommen habe.

    Vielleicht bin ich da auch zu englisch… grübel.

    • Kirsten

      Deutsch und Englisch kann man aber nicht so wirklich vergleichen, ich glaube nicht, dass das der Grund ist. Allein schon das im Deutschen quer durch die Sätze vagabundierende Verb macht einen Vergleich schon schwierig. ;-)

      Mich machen Sätze ohne Kommata wahnsinnig, ich brauche dann zum Lesen viel länger.

      Und den erweiterten Infinitiv mit zu trenne ich immer noch mit Komma ab. Ist mir wurscht, wie die Regel heute ist. :-)

      • Schonzeit

        ich bin sowieso schon immer ein langsam Leser gewesen. Das könnte mit einer der Gründe sein. Muss das gelesene irgendwie fühlen. Eine der schrecklichsten Sachen für mich ist das Querlesen. *schüttel*

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