Gebt mir ne Kugel!

Ich bin kein großer Freund von Traumdeutungen, und liebe Feministinnen, auch keine große Freundin von Traumdeutungen. Das meiste Zeug, dass mein Hirn sich zusammenfantasiert, wenn ich nicht dabei bin, kann man getrost unter „reif für die Klappse“ abhaken. Ich würde sowas nur im Notfall analysieren lassen, weil ich dann vermutlich wirklich in die Klappse ginge und es hier draußen doch eigentlich ganz schön ist.

Aber heute Nacht hab ich was geträumt, was mich mit glücksseligem Lächeln aufwachen ließ und von dem ich ganz genau weiß, was mein Unterbewusstsein mir damit sagen wollte:

Ich war heut Nacht unterwegs in einer Sportgruppe. Was an sich schon sehr seltsam ist, denn ich treibe zwar gern mit anderen Sport, aber doch lieber allein. Sprich, ich verabrede mich gern mit anderen Leuten, aber diese anderen Leute können dann 800 Meter laufen oder Weitsprung trainieren, während ich Kugelstoßen mache. In den Pausen können wir uns gern unterhalten, aber ansonsten bin ich lieber mit dem Trainer allein.

Diesmal aber war ich also in einer Sportgruppe unterwegs. Mit dabei unter anderem Otto Addo, Michael Stein.brecher und ein Typ aus meiner Klasse, der so einen lustigen Namen hatte, den ich hier aber lieber nicht sagen will. Nennen wir ihn der Einfachheit halber Kevin Ziegenpeter. Ist aber auch egal, denn er wird in der weiteren Erzählung eh nicht wieder auftauchen. Wir waren also mit noch zahlreichen anderen Jungs in dieser Sportgruppe und trainierten merkwürdige Sachen wie Wasserball (was ich erstaunlich gut konnte), Langstrecke (was ich überhaupt nicht konnte) und Rad fahren (wovon ich nicht mehr weiß, ob ich es konnte). Soweit der wirklich merkwürdige Teil. Ach ja – dass ich in dieser Gruppe mit Leuten wie Stein.brecher war, Sportarten trainierte, die ich nicht mochte und trotzdem nicht schreiend wegrannte, war vermutlich der Tatsache geschuldet, dass der Trainer ein gewisser Jürgen Klopp war. Hatte ich das vorher nicht erwähnt?

Dieser interessierte sich allerdings überhaupt nicht für mich. Dann aber kam eine Sportart, mit der ich endlich punkten konnte: Kugelstoßen. Leider brach der Traum ab, und zwar kurz vor meinem ersten Versuch und gerade nachdem ich die Leute, die die Weiten messen wollten, in meiner bekannt charmanten Art aufgefordert hatte, besser von der 6-m-Linie wegzugehen, wenn sie keine Kugel auf die Fresse haben wollten.

Ich kam also leider nicht mehr zum Kugelstoßen, aber allein die Tatsache, dass ich eine Kugel in der Hand hatte, ließ mich mit dämlichen und glücksseligem Grinsen aufwachen.

Damit wäre wohl auch die blöde Frage eines Mädels beim letzten Training in Lippstadt beantwortet, das mir ernsthaft unterstellen wollte, ich sei doch sicher froh, endlich nicht mehr so viel trainieren zu müssen. Mal abgesehen davon, dass ich nicht verstehen kann, dass Leute glauben, ich trainiere seit 22 Jahren eine Sportart, die mir keinen Spaß macht, kann ich nur sagen: DOCH! ES FEHLT MIR! ICH WÜRDE SO GERN WIEDER DREIMAL IN DER WOCHE RICHTIG TRAINIEREN UND NICHT IMMER NUR DOOF JOGGEN GEHEN UND EIN BISSCHEN KRAFTTRAINING MACHEN! ICH WILL WIEDER KUGELSTOSSEN! SO RICHTIG AN DER TECHNIK FEILEN, BIS ICH VÖLLIG FERTIG BIN! ÜBERALL MUSKELKATER HABEN! JA! JA! JA!

Das oder ich habe mich damit für den Traum meiner Mutter gerächt, in dem sie sich heimlich mit Herrn Klopp traf und noch im Traum dachte „Davon darf ich Kirsten aber nichts erzählen.“

Klappse ahoi.


4 responses to “Gebt mir ne Kugel!

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