Rattennest

Wochenlang haben auf unserem schnuckelig-schattigen WG-Balkon zwei Tauben gebrütet, zunächst noch gut beschützt von zahlreichen Astra-Kisten und Astra-Rotlicht-Kartons. Nachdem mein Vormieter die Kisten abgeholt hatte, hatten wir auf einmal freien Blick auf die eher unkonventionell zusammengeschusterte Brutstätte von Herrn und Frau Taube.

rattennest.jpg

Trotz meiner Aversion gegen die Ratten der Lüfte (die vor allem bei dem permanenten Gegurre ab morgens um sechs in Unermessliche steigt) hatte ich mich schon auf einen 1a-Einblick in die Kinderstube der kleinen Scheißer gefreut. Vor allem, weil ich noch nie kleine Tauben gesehen hab – immer nur diese fetten, hässlichen, förmlich sichtbar von Krankheitserregern diverser Art umflatterten Exemplare. Und ich hatte mich schon auf die schöne Fotostrecke gefreut, die ich angefertigt und für die ich internationale Preise kassiert hätte.

Und was machen diese kleinen Drecksäcke? Verlassen urplötzlich das Nest, obwohl die Brut bald hätte schlüpfen müssen. Vor lauter Rache überleg ich jetzt, ob ich die Eier nicht mal aufmachen soll. Hab aber ein bisschen Angst, dass da dann so was passiert wie in dieser Filmszene bei „Es“, in der plötzlich das tote Küken auf dem Tisch liegt.


8 responses to “Rattennest

  • Lonari

    Erst den Lebensraum zerstören (wo sie es sich zwischen den Kisten doch so gemütlich gemacht hatten), und dann auch noch die Eier öffnen! Das kann ich nicht gutheißen! Das erinnert mich irgendwie an die Szene aus Shrek (Teil I), in der Fiona erst mit dem Vögelchen um die Wette singt und es dadurch zum Platzen bringt, um danach seine Eier in einer Pfanne aufzuschlagen und zum Frühstück zu verspeisen ;-)

  • Kirsten

    Hihi. Fiona ist in vielen Lebensbereichen meine Heldin. ;-)

    Im Übrigen haben sie ja noch zwei Wochen, nachdem die Kisten weg waren, gebrütet und sind dann Knall auf Fall abgehauen. Ich vermute, die Eier sind eh Windeier, und die Viecher sind abgehauen, weil da nach der normalen Zeit nichts geschlüpft ist. Aber ich trau mich nicht so recht, die Eier wirklich zu öffnen. Mein Forscherdrang ringt da mit meinem Bedürfnis, nichts Ekeliges sehen zu wollen…

  • Lonari

    Ach soooo – na dann! Dann würde ich die Eier auch öffnen. Kannst ja mal vorsichtig mit einer Nadel reinpieksen und reinlinsen.

  • Lonari

    Apropos Spiegeleier – wie wär’s diese Woche mit einem Bier? Wollen wir es noch mal versuchen? ;-)

  • mbrelax

    Argh! Diese „Ratten der Lüfte“ haben im letzten Jahr meinen Balkon voll gekackt…. Das war eine Riesensauerei, mit dem Taubenkot(klebt wie verrückt, wenn es eingetrocknet ist.). Bei Dir scheint es irgendwie in Grenzen zu halten!?

  • Kirsten

    Ja, zum Glück. Geschissen haben sie größtenteils woanders. Im Übrigen ist Taubenkacke Sondermüll, wie ich mal gelernt hab…

  • A.

    Das ist doch harmlos! Ich hatte mal den Dachboden über mir voller Tauben: lebendig, tot, skelettiert. Dem Verwalter waren der Gestank und der Dreck egal – mir leider nicht, also habe ich die lebenden Exemplare rausgescheucht und das kaputte Fenster zugenagelt. Die Klamotten habe ich anschließend sicherheitshalber entsorgt. Seitdem kann ich die kleinen Balkon-Kacker leider nicht mehr leiden. Ebensowenig Nachbarn die unter mir wohnten und die Viecher auch noch gefüttert haben.

  • Kirsten

    Naja, so lange es keine Zombie-Tauben waren… Aber gefüttert haben wir sie nicht, das fehlte grad noch.

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