Diagnose: Vielleicht doch nicht bescheuert

Wer schon immer mal wissen wollte, wie es so in meinem innersten Innern aussieht, bitte sehr:

knie.JPG

Und wer nu sagt: „Da seh ich nichts“, dem kann ich versichern, dass er sich mit genau der Diagnose nach wie vor in bester Gesellschaft befindet.

Im Sommer hab ich mir ja schon Gedanken um meine geistige Gesundheit gemacht, weil Ärzte und Krankengymnasten mein Knie ganz wunderbar gesund fanden, ich aber trotzdem immer fiese Schmerzen in der Kniekehle hatte. Ein Dreivierteljahr nach dem ersten Auftreten des Ziehens in der Kniekehle, einer gründlichen Untersuchung durch meinen Krankengymnasten, einer Kernspintomographie, eines halbherzigen Blicks auf die Kernspinbilder seitens des netten jungen Arztes aus der Gemeinschaftspraxis des FC St. Pauli später, saß ich dann heute wieder beim Orthopäden. Der ein genauso ratloses Gesicht machte wie all die anderen vor ihm, der sich aber Zeit und vor allem meine Beschwerden ernst genommen hat. Denn was nützt es mir, wenn ich beim Sport komplett schmerzfrei bin, aber nicht gescheit vom Stuhl aufstehen kann, weil das Knie plötzlich steif ist?

So wie es aussieht, ist es wohl eine Entzündung, was ich auch schon vermutet hatte. Das Kernspinbild weist zwar einen leichten Knorpelschaden auf (wieso hat den eigentlich vorher keiner gesehen?!), der lässt sich aber bei Bewegen und Rumdrücken auf dem Knie nicht als Schmerzquelle ausmachen. Verkürzte Wadenmuskeln hab ich auch, hat der nette Doc noch nebenbei festgestellt, weswegen ich mich die nächsten 14 Tage rückwärts auf die Treppenstufen stellen und die mit einer speziellen Übungen ein wenig gangbarer machen soll. Zum Glück wohn ich unterm Dach – da sieht mich keiner, wenn ich da dumm rumturne.

Netterweise hat der Doc das Feld auch mal ein bisschen ausgeweitet – zum Beispiel auf Wirbelsäule und Hüften. Die sind auch okay und verursachen die Beschwerden nicht, aber danke für den Versuch. Das hat der andere Doc nicht mal ansatzweise in Erwägung gezogen. Und heute wurde ich auch zum ersten Mal gefragt, was ich überhaupt für eine Sportart betreibe, wie alt meine Joggingschuhe sind und wie oft ich was trainiere. Und sogar, ob das schmerzende Knie das an meinem Stemmbein ist. (Um meinen Krankengymnasten in Schutz zu nehmen: Der musste das nicht fragen, der wusste das schon. Aber dem anderen Doc war’s irgendwie wohl egal.)

Naja, so ganz genau wissen wir nun alle zwar immer noch nicht, was es ist, aber ich hab zumindest schon mal Therapievorschläge bekommen. Und nu futter ich entzündungshemmende Medikamente, klatsch mir alle vier Stunden einen Eisbeutel aufs Knie und geh Treppen nur noch rauf, aber nicht runter (kein Problem, ich hab dafür während meiner Bänderdehnungen eine ausgeklügelte und für Außenstehende vermutlich recht amüsante Treppe-runter-Hüpftechnik entwickelt) und lass den Sport ansonsten für 14 Tage sein. Der letzte Teil gefällt mir natürlich am wenigstens, schließlich war ich grad wieder angefangen. Aber wenn’s hilft…


8 responses to “Diagnose: Vielleicht doch nicht bescheuert

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