Diagnose: Bescheuert?

Jetzt ist es offiziell. Ich habe einen an der Waffel. Zumindest hat mir der nette junge Doc aus der Gemeinschaftspraxis der Mannschaftsärzte des FC St. Pauli* nicht wirklich widersprochen, als ich als mögliche Ursache für meine seit einem halben Jahr anhaltenden Schmerzen in der Kniekehle folgende Diagnose anbot: „Dann isses also psychosomatisch?“

Denn die Kernspinbilder zeigen vor allem eines: Mein Knie ist so gesund, wie es nur sein kann. Kreuzbänder, Meniskus, Knorpel, Gelenkflüssigkeit – alles spitze und heile. Warum es trotzdem manchmal weh tut, das Bein zu strecken, wenn ich vom Stuhl aufstehe, konnte mir der nette junge Doc aus der Gemeinschaftspraxis der Mannschaftsärzte des FC St. Pauli auch nicht sagen. Dabei dachte ich schon aufgrund meiner derzeitigen Pechsträhne, dass das Bein gleich amputiert werden müsste.

Auf jeden Fall spreche aus orthopädischer Sicht nichts dagegen, dass ich wieder anständig trainiere, sagte der nette junge Doc aus der Gemeinschaftspraxis der Mannschaftsärzte des FC St. Pauli. Na also. Mehr wollte ich gar nicht hören. Solange ich Sport treiben darf, ist es mir doch wurscht, ob ich nicht alle Latten am Zaun hab.

*Ich kenne natürlich nicht wirklich einen der Mannschaftsärzte des FC St. Pauli. Es klingt aber scheiße cool.


17 responses to “Diagnose: Bescheuert?

  • creezy

    Hm … generell ist es bei Orthopäden ratsam auch mal mit den Unterlagen einen anderen Kollegen aufzusuchen.
    Vor allem Sportorthopäden haben eine fatale Neigung nur die Verletzungen zu diagnostizieren, die bereits eingetreten sind.

    So manch andere Orthopäden haben hingegen noch einen Blick für den Weg dorthin, d.h. Knieschmerzen bekommt man ja auch gerne aufgrund von Fehlstellung von z.B. Hüfte bzw. Senk- u. Spreizfuss, Fehlhaltungen beim Laufen etc.

    just my 2 €-Cents ;-)

  • creezy

    Ansonsten aber ist es immer schön, einen an der Waffel zu haben! ;-)

  • Kirsten

    Ich zeige die auf jedem Fall noch mal meinem Krankengymnasten, der ist ein 1A-Diagnostiker.

    Haltungsschäden können es eigentlich nicht sein, das hätte sich sicher schon früher geäußert – ich treibe ja schon seit 30 Jahren Sport. Ich halte Euch auf dem Laufenden. ;-)

  • daniela

    Hm .. auch wenn ich selbstredend ebenfalls einen an der Waffel habe (Hey, ich besitze div. Blogs!), kann ich mich Creezy nur anschließen, dass mind. eine weitere Orthopädenmeinung einzuholen ratsam wäre.
    Die Zeit, als ich den Halbgöttern in weiß alles geglaubt hat, endete schlagartig, als mir mit 19 erst der dritte Orthopäde meine Knieschmerzen weggemacht hat. Und das innerhalb eines halben Jahres.
    Jetzt tritt es nur noch sporadisch auf. Aber bei den beiden vorherigen hätte ich entweder a) gar nix gehabt bzw. b) ne fiese OP erlebt, die mich 2 Jahre an Krücken hätte gehen lassen.

    Ich trau keinem mehr!

  • annalog

    also, kiki, ich finde das nun nicht erstaunlich. ich weiß schon länger, dass du gewaltig einen an der waffel hast. und ich hätte dafür keinen kernspin gebraucht.

  • Lars

    Wieder mal sehr geil. :-)

    Aber: Muß man nicht ohnehin einen an der Waffel haben, um Sport zu treiben?

    Also, wenigstens so ein bißchen?

  • Kirsten

    Ich geh mit den Bildern erstmal zu meinem Krankengymnasten – von dem weiß ich nämlich, dass er teilweise mehr Kenne hat als gewisse Orthopäden bei uns zu Hause. Und ich weiß, dass er mehr als einen raschen Blick auf die Bilder werfen wird. Besagter Krankengymnast hat mir aber auch schon gesagt, dass es nichts Schlimmes sein kann, weil Meniskus und Kreuzbänder und überhaupt alles okay und nicht druckempfindlich ist bzw. sind. Es kann aber noch eine Durchblutungsstörung oder eine Entzündung sein.

    @Anna: Danke. Blöde Ziege. ;-)

    @Lars: Ja, man sollte etwas bescheuert sein, um Sport zu treiben. Zumindest meinen Sport. Hab ich aber auch nie bestritten. ;-) Und außerdem: Wenn ich mich ein halbes Jahr lang nicht bewegt hab, werde ich unleidlich. Und zwar so richtig.

  • creezy

    Och das mit den Haltungsschäden. Siehe mal, ich habe immer Tanzunterricht gemacht, habe insofern ’ne ganz gute Haltung im Vergleich zum Durchschnitt, trotzdem aber ’ne leichte Skoliose, wie sie die meisten auf dem Planeten auch haben. Nun komm manch einer damit sehr gut durch’s Leben, bei anderen schlägt sich das irgendwann in den merkwürdigsten Diagnosen wieder …

    Zum Physiotherapeuten zu gehen, finde ich per se ’ne gute Idee. Die haben irgendwie immer den besseren Bezug zum Röntgenfoto als der Arzt (mag daran liegen, dass die nie vorm Chefarzt Schnelldiagnosen abliefern mussten), aber ich warne Dich: Du wirst nämlich danach den PT fragen, ‚und? Kannst Du mir einen guten Orthopäden empfehlen?‘ Da wird dann jeder PT Dir in die Augen gucken und verneinen … ;-)

    Und Sport treiben sagt so per se ja leider nix. Manche Sportart, die die ersten dreißig Jahre gut für einen waren, sind es dann ab 30 nicht mehr. Manche Skelette mögen es dann sanfter.

    Wenn die Schmerzen schlimmer wurden seitdem Du keinen Sport mehr machst, spricht es natürlich schon für eine (beginnende) Arthrose, das muss man ganz deutlich sagen. Die Krux an dieser Krankheit (bei allen orthopädischen Krankheiten eigentlich), dass Ruhestellungen es eher schlimmer machen.

    Wenn Du mal wieder € 2,50 auf der Tasche haben solltest: Dona S 200 – 100 Tabletten kosten ca. 30 Euro (die 240 Packung ist in Online-Apotheken im Angebot bedeutend günstiger!), davon nimmt man ca. 3 – 4 am Tag, Zauberwort äh Inhaltsstoff ist Glucosamin. Das nimmt man einmal im Jahr als Kurbehandlung für 5 – 6 Wochen. Genial. Gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Das Zeug wird aus Chitin (also Krabben- oder Insektengehäuse knabbern brächte es auch ;-) ) Damit habe ich mich schon vor der künstlichen Hüfte gerettet (obwohl es immer für Kniearthrosen verschrieben wird.) Auf dooyoo gibt es einen Testbericht in dem die Autorin unter der Einnahme sogar festgestellt hat, keinen Heuschnupfen bekommen zu haben …!

  • Pleitegeiger

    Ach komm. Sportärzte und Orthopäden haben doch selbst einen an der Waffel… Ich kenn mich da aus. ;-)

    Übrigens: ich war früher tatsächlich beim Mannschaftsarzt des SV Waldhof Mannheim. Aber der konnte mir auch nicht helfen. Im Gegenteil… Verpfuscht hat ers. Wie alle anderen auch :-(

  • Kirsten

    Hihi, nein, mein Physio ist der Arbeitgeber meiner Mutter und hat unsere ganzne Familie schon vor schlimmen Dingen bewahrt. Und ich weiß, was er von welchem Orthopäden hält. :-)

    Was den Sport angeht: Ich mach Leichtathletik, genauer Kugelstoßen. Hört sich erstmal wild an, aber mein Papa ist (unter anderem mein) Trainer und das erfolgreich seit mehr als 30 Jahren. Wir achten darauf, dass ich keine einseitigen Belastungen habe, ich trainiere Kraft, Technik, Ausdauer und oft auch andere Disziplinen – eben damit es nicht zu Überbelastungen in der ein oder anderen Weise kommt.

    Das mit der Arthrose hab ich mir auch schon überlegt, zumal es da in meiner Familie eine Vorgeschichte dazu gibt. Meine Mama hat auch eine und treibt deswegen nicht weniger Sport – sie muss nur darauf achten, spezielle Muskelpartien besonders zu kräftigen. Da hätte ich also auch den Experten im Haus. ;-)

    Und die passenden Drogen hätte ich auch gleich da.

    Wir sind eben ein Sportlerhaushalt, da werden sich schon die richtigen Lösungen finden. :-D

  • Kirsten

    @Pleitegeiger: Ich bin eigentlich auch ganz froh, dass er NICHTS gemacht hat. Das überlasse ich dann den Ärzten zu Hause. Aber in Lippstadt hätten sie mich sicher nicht gleich zum Kernspin geschickt, das ist der Vorteil hier. :-)

  • daniela

    @ Lars

    Seh ich auch so.

    @kirsten

    Bei der Sportfamiliengeschichte ist natürlich Hopfen und Malz verloren ;-)
    Ich habe die Gene mit dem sportlichen Talent meinem kleinen Bruder überlassen und dafür die Klugscheißerei übernommen.
    Gute Aufteilung, wie ich finde.
    Er spielt jetzt Fussball in der Bezirksliga und ich verdiene mit schreiben mein Geld.

  • Anonymous

    Besonders cool ist das nicht. Cool wäre ein Mannschaftarzt der 1. oder 2. Bundesliga. Aber die behandeln selte Kassenpatienten.

  • Kirsten

    Bist Du Bayernfan, oder was? Müller-Wohlfahrt würd ich an mein Knie nicht dran lassen. Ich glaub, es hackt. ‚türlich ist Pauli cool, Du Ketzer. ;-)

  • Diagnose: Vielleicht doch nicht bescheuert « Kirstens Weblog

    […] Im Sommer hab ich mir ja schon Gedanken um meine geistige Gesundheit gemacht, weil Ärzte und Krankengymnasten mein Knie ganz wunderbar gesund fanden, ich aber trotzdem immer fiese Schmerzen in der Kniekehle hatte. Ein Dreivierteljahr nach dem ersten Auftreten des Ziehens in der Kniekehle, einer gründlichen Untersuchung durch meinen Krankengymnasten, einer Kernspintomographie, eines halbherzigen Blicks auf die Kernspinbilder seitens des netten jungen Arztes aus der Gemeinschaftspraxis des FC St. Pauli später, saß ich dann heute wieder beim Orthopäden. Der ein genauso ratloses Gesicht machte wie all die anderen vor ihm, der sich aber Zeit und vor allem meine Beschwerden ernst genommen hat. Denn was nützt es mir, wenn ich beim Sport komplett schmerzfrei bin, aber nicht gescheit vom Stuhl aufstehen kann, weil das Knie plötzlich steif ist? […]

  • Nonick

    Ja ja, der Körper wird wie eine mir irgendwie fremde Maschine in Anspruch genommen und belastet, bis Alarmsignale auftauchen. Dann müssen die Schlosser ran. — „Wie ist das möglich, ich lebe schon immer gesund?!“ — Die Schlosser finden allesamt nichts, weil die Maschine (noch) gar nicht kaputt ist, sondern vielleicht nur eine Botschaft zu übermitteln versucht. — Es muss aber an der Maschine was defekt sein, was denn sonst? Das Weltbild bzw. die Weltanschauung lässt eine andere (ganzheitliche) Sichtweise gar nicht erst zu, sonst hätte ich einen „an der Waffel“. — Google doch mal unter „Leib“ und „Psychosomatik“ ein bißchen herum, könnte doch sein, dass Psyche und Leib mehr miteinander tun haben, als das allgemeine Bewusstsein wahrhaben möchte.
    Gute Besserung (ist ernstgemeint)
    Nonick

  • Kirsten

    Ich geb Dir auch mal nen Tipp: Schlag mal Ironie, Sarkasmus und Zynismus nach und lies die Beiträge über mein Knie nochmal. Vielleicht verstehst Du sie dann. Übrigens sind es mehrere Beiträge, und einer davon enthält auch eine Diagnose. Aber die Mühe, noch weiter zu lesen, hast Du Dir wahrscheinlich nicht gemacht.

    Und was ich auch immer gern hab: Nichts über mich wissen, aber nen klugen Schiss abgeben wollen. Weißt Du, wie ich trainiert hab über die vergangenen Jahre? Nein, weißt Du nicht. Weißt Du, wie ich generell mit meinem Körper umgehe, wie ich ihn achte (das tue ich nämlich)? Nein, weißt Du nicht. Weißt Du, wie alt ich bin, und dass Knorpelschäden in meinem Alter vollkommen normal sind? Nein, weißt Du nicht. Weißt Du, ob ich mich nicht vielleicht schon sehrh häufig mit dem Thema Psyche und Körper befasst hab? Nö, weißt Du auch nicht.

    Ich hab auch noch nen Tipp: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal den Sabbel halten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: