Vor einiger Zeit habe ich hier mal festgestellt, dass die gemeine Hefe an sich und ich niemals gute Freundinnen werden. Während ich das Talent habe, in zwei Stunden vier Kilo zunehmen zu können, nahm ein Hefeteig, der durch meine Hände gegangen ist, niemals auch nur das geringste Bisschen an Volumen zu. Ich hatte das bereits als unabänderliche Tatsache hingenommen. Man muss eben nicht alles können, redete ich mir halbwegs erfolgreich ein.
Bis zu meiner zweiten Urlaubswoche, als eine gute Freundin meiner Mutter (von der ich die Hefe-Aversion geerbt habe) und mir einen kleinen Backkurs angedeihen ließ. Merke: Es lohnt sich sehr, eine Meisterin für Hauswirtschaft in der Bekanntschaft zu haben.
Und was soll ich sagen: Es ging. Die Hefe war nicht länger mein Feind. Heute hab ich mich dann mal ganz allein an einen Teig gewagt.
Auch, wenn das Maisbrot seine Existenz quasi als Ursuppe begann,
stimmte mich schon der Zustand der Hefe-Zucker-Milch-Mischung nach 15 abgedeckten Minuten sehr zuversichtlich:
Normalerweise geht nämlich schon das immer erst in die Hose und dann in den Ausguss. Und meine Laune gleich hinterher. An diesem Punkt mach ich normalerweise aus lauter Verzweiflung den Küchenwein auf und die Küchentür von außen hinter mir zu.
Aber auch der Teigklumpen, der aus dem Zusammenmischen der beiden Schlammpampen samt etwas mehr Mehl entstand, machte einen durchaus optimistischen Eindruck:
Also ab damit in den Ofen und nach einer Dreiviertelstunde ein sehr leckeres Maisbrot ernten:
Okay – es könnte noch einen Tick fluffiger sein, aber immerhin ist es ein Brot und kein unförmiger Klumpen steinerner Konsistenz, den man allenfalls dazu benutzen kann, Einbrechern eins überzuziehen. Und es schmeckt seeeehr lecker. Ich bin also auf einem guten Weg.
Bei diesen Nestbau- und Hausfrauentätigkeiten handelt es sich übrigens um Übersprungshandlungen, die ich nicht kontrollieren kann. Ich leide nicht unter hormonellen Schwankungen, lautem Ticken meiner biologischen Uhr oder ähnlichem, sondern nur unter der Sommerpause der Bundesliga. Ich nutze die fußballfreie Zeit dazu, mal wieder ganz Frau zu sein. Ab dem 15. August bin ich wieder normal, versprochen.
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Sieht wirklich lecker aus! Sollte ich auch mal versuchen, anstatt immer nach Transfer-News zu surfen. Aber nicht, dass du das Pokalspiel in Essen verpasst… ;-)
Kommentar von Nick 9. Juli 2008 @ 6:02Doch, das werd ich leider verpassen. Aber nicht, weil ich backen, sondern weil ich arbeiten muss. :-(
Kommentar von Kirsten 9. Juli 2008 @ 9:53Also Maisbrot würd ich auch mal kosten kommen. Bin ja der Meinung, dass man sowohl großartige Backwerke produzieren als auch sich beim Eishockey (oder Fußball) die Seele aus dem Leib brüllen kann.
Kommentar von Daniela 11. Juli 2008 @ 10:02ich auch. :)
Kommentar von Schonzeit 11. Juli 2008 @ 12:59Ich auch. Aber nicht gleichzeitig. ;-)
Kommentar von Kirsten 11. Juli 2008 @ 1:19Ich bitte um das Rezept. Bisher ist mir noch nie in den Sinn gekommen sowas zu backen, aber vielleicht sollte ich meine weibliche Seite auch mal wieder zeigen.
Kommentar von Frau A. 12. Juli 2008 @ 1:36