
59558 …?
20. Juni 2007Achtung, es folgt eine Kette von Aussagen, die vermutlich nur für Frauen Sinn ergibt: Ich habe einen Arbeitsvertrag unterschrieben, ich werde aufgrund der halben Stelle (und weil es hier sehr nett ist) aber erstmal in der WG wohnen bleiben, die meisten meiner Möbel und das Deko-Gedöns sind aber noch in Lippstadt auf das Haus meiner Eltern verteilt, das Zimmer hier ist also noch ein bisschen kahl, und ich fahre erst am Wochenende wieder nach Hause – ergo: Ich musste zu Ikea. Jetzt. Sofort.
Ich durfte dann feststellen, dass an einem Mittwoch am frühen Nachmittag bei Ikea in Schnelsen nicht viel los ist und sich insgesamt die Dichte der lärmenden Kinder und knutschenden Pärchen in einem tolerierbaren Bereich bewegt – das war schon mal sehr angenehm. Was mir auch gut gefallen hat, war die Tatsache, dass ich mich dieses Mal nicht verfahren hab – weder auf dem Hin- noch auf dem Rückweg. Ich kann jetzt auch auf einer vierspurigen Straßen von der ersten auf die vierte Spur wechseln, ohne, dass mein Deo an seine natürlichen Grenzen geführt wird und ich hysterisch weinen muss. Schließlich gibt es in meiner Heimatstadt höchstens zweispurige Straßen, die Beherrschung von Hamburger Verkehrswegen musste ich Landei also erstmal lernen. Auf den Straßen fühle ich mich inzwischen also schon durchaus großstädtisch.
Zwischen zwei entspannten Autofahrten lag dann ein ebenso entspannter Besuch bei Ikea. Zwar wollte ich etwas Garderobenschränkchenähnliches kaufen und bin stattdessen mit drei ebenso zauberhaften wie heruntergesetzten Tischläufern (aus denen ich zauberhafte Kissenbezüge für die zauberhafterweise von Jochen überlassenen Stühle zu nähen gedenke), zwei Kisseninlets, vier Teelichthaltern, zwei Aufbewahrungsboxen, einer Kiste Haferkekse, zwei Tüten Chips, einem Paket Zimtröllchen und Keksen mit Zitronenfüllung zurückgekehrt. Wenigstens hab ich diesmal die Elchwurst liegen lassen.
Beim Bezahlen fragte mich die freundliche Kassiererin dann nach meiner Postleitzahl. Und was sage ich? Genau: “59558, Lippstadt-Lipperbruch.”
Und da dachte ich, ich sei doch endlich in Hamburg angekommen. Ts ts ts.
Veröffentlicht in Alltagswahnsinn, Hamburg | Verschlagwortet mit Heimatgefühle, Möbel, Postleitzahl, Umzug |



Ich verstehe gar nicht, warum das für Männerkeinen Sinn ergibt ;). Ich finde es absolut nachvollziehbar.
Ich kann nicht verstehen, warum Geld + Zeit immer gleich Ikea-Besuch bedeuten muss. Kirsten, Du bist keine Studentin mehr! Es gibt so schöne Möbelhäuser, etwa in der Jarrestraße oder in der Gertigstraße. Die kosten zwar mehr, sind aber irgendwie auch … individueller? nur ein bisschen… besser? vielleicht … nicht so billyg? ja, das ist es.
“Ich kann jetzt auch auf einer vierspurigen Straßen von der ersten auf die vierte Spur wechseln, ohne, dass mein Deo an seine natürlichen Grenzen geführt wird…”
Sehr schön – kenne ich nur mit sechs Spuren und Fahrern vor mir, hinter mir und neben mir, die das Gleiche scheinbar sogar mit verschlossenen Augen beherrschen.
(Langsam komme ich mir seltsam vor, immer Einträge in deinem Blog zu kommentieren, die ich besser auf meinen Seiten schreiben sollte. Ach ja: Kreativitätsblockade)
Och von wegen Landei und Hamburger Verkehrswege:
Ich habe ´ne Freundin in Duisburg deren Lebensgefährte (aus Hamburg!) sich weigert mit seinem Auto in den Ruhrpott zu fahren, weils da soviel entsetzlich viele Autobahnen gibt ;-)
@Bhuti: Stimmt aber: durch den Ruhrpoot fahre ich auch extrem ungern. Die vielen Autobahnen sind nicht so das Problem, sondern die manchmal merkwürdige Ausschilderung (ich war mal auf dem Weg von HH nach Paris und habe die Zentren von Bochunf und Düsseldorf kennen gelernt, weil die Hinweisschilder nicht ganz eindeutig waren, glaube ich). Außerdem fahren dort viel mehr Leute viel unanständiger als im coolen Norden.
@Herr A: Tja, erstens mag ich Ikea, zweitens hatte ich als Studentin exakt 1 Teil von Ikea und drittens hab ich nur eine halbe Stelle und als ehemalige Alg-II-Empfängerin jede Menge Schulden am Arsch… Und wenn ich mich recht erinnere, stand in Eurem Flur auch …? ;-)
@Bhuti: Echt? Den Ruhrpott nehm ich mit links…
Allein um die Datenerheber zu ärgern, nennen wir in einem solchen Fall grundsätzlich die ehemalige Heimatpostleitzahl Olivers im Saarland :-D
@K ja, auch unser Flur wurde durch soetwas verschönert. Schäme mich nicht dafür, bin aber auch nicht stolz drauf. Haben wir sogar mitgenommen und wird hoffentlich auch in 2 Wochen hier ankommen. Dann gibt es endlich ein paar Möbel im Haus.
Was richtig Spaß macht bei Ikea ist Schwangere zählen. Also, als Wettbewerb. Hilft, den Stress zu bewältigen, während man durch 1000 Gänge geleitet wird, vorbei an Kinderwägelchen, den besaqten Pärchen und überfreundlichen blau-gelben Robotern, um nach spätestens 20 Minuten eigentlich nichts weiter zu suchen als den ver&$%§ AUSGANG!
hmmm Postleitzahlen schummeln.. dann sollte ich mal 21149 nehmen von Arbeit oder die sächsische Postleitzahl von meinen Eltern… hmmm… bringt mich nicht auf Ideen hier! :-)
Aber dieses Ikea-Phänomen kenne ich auch… wollte nur mit paar Freunden da essen gehen in Schnellsen (die Dame wollte einkaufen, wir 2 Männer wollten nur Schnitzel vernichten!),
tja Ende vom Lied: 2 Teelicht-Laternen, 1 Teelicht-Kerzen-Decken-Hängeleuchter, 1 Wäschewandausklappständer, etliche Teelichter (für die Laternen und die KerzenDeckenHängeleuchter), 3 Kaffeetassen, 2 0,5-Liter-Bierkrüge aus Glas (echt tolle Teile!!!) unterm Arm bzw in ner neuen Einkaufs-Ikea-Tüte…
Home sweet home!