Kirstens Weblog


Es war einmal
5. Februar 2007, 10:16
Gespeichert unter: Schwatz-gelb | Schlagworte: , ,

Es gab mal eine Zeit, in der ich während der 90 Minuten eines BVB-Heimspiels nirgendwo lieber gewesen wäre als im Westfalenstadion. Man hätte mich bei zehn Grad minus locken können mit einer Reise auf die Malediven, ich hätte standhaft in der Kälte ausgeharrt, hätte meinen Jungs zugegrölt, sie angefeuert, wäre bei Toren ausgeflippt und bei Gegentoren fassungslos gewesen. Ich hätte direkt nach dem Schlusspfiff angefangen, die Minuten bis zum nächsten Heimspiel zu zählen, bis ich endlich wieder ins Stadion kann.

Und jetzt? Der einzige Heimsieg, bei dem ich in dieser Saison zugegen war, war der gegen Wolfsburg. Und der Tag ist mir auch nur wegen der netten Begleitumstände in Erinnerung geblieben, das Spiel war ein Haufen Scheiße. Das gestern gegen Stuttgart auch. Ich geh auch nur deshalb in zwei Wochen gegen Gladbach wieder hin, weil dieser Spielbesuch im Freundeskreis inzwischen Tradition ist und das anschließende Besäufnis sicher wieder legendär wird. Sonst gibt es sicher lustigere Möglichkeiten, mir meinen Samstagnachmittag zu versauen.

Es ist doch bezeichnend, dass sowohl Jubel als auch Pfiffe im Stadion gestern jeweils dann am lautesten waren, als es gar nicht um Fußball ging. Die Pfiffe gabs, als in der Halbzeit statt Handball auf den Leinwänden erst Werbung lief und dann Heidi Klum zu kreischen begann (was bitte war das überhaupt für eine Aktion?!) , den ohrenbetäubenden Jubel, als endlich sicher war, dass wir Handball-Weltmeister sind.

Auf dem Spielfeld aber gab es nun wirklich nicht viel, was irgendwie zu Gemütsäußerungen Anlass gegeben hätte. Auf der Hinfahrt saß uns gegenüber ein Fan aus Stuttgart, der ein 3:1 für Dortmund getippt hatte. Dazu hätte aber Stuttgart alle vier Tore schießen müssen; das wurde relativ schnell klar. Das Schlimme aber ist, dass es anfängt, mir egal zu werden, was da unten auf dem Rasen passiert. Und dem Rest der Südtribüne scheint es genauso zu gehen. Ein paar Pfiffe noch zur Halbzeit, zu mehr machen sich die Fans schon gar nicht mehr die Mühe. Wozu auch? Nützt ja doch nichts. Die Jungs sind im Augenblick einfach zu dusslig, scheint mir. Ich will mal nicht unterstellen, dass sie nicht wollen. Obwohl der Gedanke, dass sie einfach nicht besser können, auch nicht gerade Wohlbehagen verursacht.

Aber was soll’s. Der Verein hat mich nun mal ausgewählt, und ich hänge für immer an ihm. Aber gestern hab ich mich bei einem wirklich sehr ketzerischen Gedanken ertappt, der da lautete: „Mensch, der Röber hat’s gut. Der kann bald wieder gehen.“



6 Kommentare bis jetzt
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wechsel doch zu einem gescheiten club. auf labge sicht lässt die ientracht dortmund sowieso hinter sich. ;-)

Kommentar von schreihals

Aber so läuft das nicht … Der Verein hat MICH ausgesucht. Das legt man nicht ab wie einen Schal… :-)

Welche Eintracht überhaupt?

Kommentar von Kirsten

es gibt nur eine! FFM! jaja ich weiß das mit dem ablegen geht nicht, auch wenn man es probiert hehe..

Kommentar von schreihals

Naja, die Braunschweiger gäbe es ja auch noch …

Kommentar von Kirsten

Es gibt noch zwei Dinge, die einem Hoffnung machen. Immerhin können wir am 33. Spieltag (hoffentlich) noch den Gelsenkirchenern die Meisterschaft versauen, und es gibt eine neue Saison, d.h. neue Spieler, neuer Trainer, neues Glück. Ach wie wird das schön ;-)

Kommentar von Nick

braun..wer??

Kommentar von schreihals




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