Gespeichert unter: Alltagswahnsinn, Job, Lippstadt | Schlagworte: Kollegen, Telefon, Wahnvorstellungen
„Am Handy war ich selbst, am Festnetz aber der Fürst der Finsternis.“ – sollte ich je einen Gruselroman schreiben, würde der genauso anfangen. Zunächst aber gehört der Satz nur zu einer weiteren absurden Episode aus meinem Leben. Die allein in meiner gestörten Wahrnehmung begründet ist und weniger in absurden Phänomenen, um das gleich vorweg zu nehmen.
Aber von vorn: So eine ausgewachsene Paranoia ist doch was Feines. Ich persönlich glaube ja daran, dass technische Geräte mein Feind sind, und so habe ich mich auch nur kurz gewundert, als ich mich heute selber angerufen habe, ohne Handy oder Festnetzapparat auch nur ansatzweise in die Hand genommen zu haben. Im Handydisplay stand mein eigener Name, im Festnetzdisplay der des einen meiner zwei Lieblingsredakteure, auch genannt „Fürst der Finsternis“ (fragt nicht …).
Während ich also mit dem Fürsten telefoniere (Warum sollte ich den Handyanruf beantworten, wenn ich doch nur selber dran bin? Was hätte ich mir schon zu sagen, was ich nicht eh schon weiß?), klingelt mein Handy fröhlich weiter und klopft schließlich bei mir an, weil ich eine Weiterleitung auf mein Festnetz eingerichtet hab. Ich diskutiere das Phänomen, das ich nun ohne mein eigenes Zutun quasi bei mir selber anklopfe, mit dem Fürsten der Finsternis, aber wir finden beide keine Antwort. Außer milder Rücksichtnahme, wie man sie gegenüber Bekloppten in engen weißen Jacken äußert, bekomme ich von dem einen meiner zwei Lieblingsredakteure keinerlei Hilfestellung.
Des Rätsels Lösung: Aus einem mir bis heute unbekannten Grund habe ich meine eigene Arbeitsplatznummer in meinem Telefonverzeichnis gespeichert (was würde Freud dazu sagen?). Und Volontärin Conny saß heute an meinem Platz und versuchte, mich über meine eigene Redaktionsnummer zu erreichen. Lustig ist jetzt nur noch, dass der Fürst der Finsternis und besagte Volontärin sich heute früh direkt gegenüber saßen und ebenso gleichzeitig wie unabhängig voneinander mit mir telefonieren wollten. Notiz an mich selber: Ich muss den Akte-X-Klingelton ändern. Der macht mich noch nervöser, als ich es eh schon bin.
2 Kommentare bis jetzt
Kommentieren
Zeilen- und Absatzumbrüche automatisch, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt, HTML-Tags zulässig:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <pre> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>



Zu verrückter Telekommunikation kann ich auch was beitragen: Vor ein paar Wochen bekammen wir in der Firma eine neue Telefonanlage installiert. Da ist es dann passiert das ein Kollege X den Kollegen Y angerufen hat. Auf dem Display bei Kollegen Y erschien aber nicht der Name von Kollege X sondern der von Kollegin Z. Als Kollege Y abnahm war Kollegin Z dran. Sie hat dann Kollegen Y gefragt was er wolle. Es gab dann ein Minutenlanges Gespräch zwischen den beiden mit dem Inhalt „Aber Sie haben doch mich angerufen!“. Das ganze klärte sich als Kollege X Kollegen Y unmittelbar danach auf dem Gang traf.
Kommentar von Kerish 21. November 2006 @ 7:08Übrigens war das Telefon von X offensichtlich die Telefonzentrale des Hauses. Bei Ihm klingelte ständig das Telefon ohne das einer der Anrufer eigentlich mit ihm sprechen wollte. ;-)
Hihi – das kenne ich von dieser Rückruffunktin. Je nach dem, wann der Rückruf kommt, weiß a man gar nicht mehr, dass man diese Funktion aktiviert hatte und ist völlig verwirrt. :-)
Kommentar von Kirsten 21. November 2006 @ 2:04